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Fußball-WM 2026: Welche Politiker fliegen zur Weltmeisterschaft?

Fußball-WM 2026

Vorerst fliegt nur eine deutsche Regierungsvertreterin zur WM – aber nicht in die USA

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    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einem Spiel seines favorisierten Vereins: Borussia Dortmund. Ob er auch zur WM fliegt, hängt von der Leistung der Nationalmannschaft ab.
    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einem Spiel seines favorisierten Vereins: Borussia Dortmund. Ob er auch zur WM fliegt, hängt von der Leistung der Nationalmannschaft ab. Foto: Bernd Thissen, dpa (Archiv)

    Zumindest eine Vertreterin der Bundesregierung will sicher zur WM fliegen. Christiane Schenderlein (CDU), Sport-Staatsministerin im Kanzleramt, wird am 20. Juni zum zweiten Gruppenspiel der Nationalmannschaft nach Toronto reisen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Einzelfrage des Grünen-Abgeordneten Boris Mijatović hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Es ist das einzige Gruppenspiel der Deutschen, das nicht in den USA stattfindet. „Weitere Reisen stehen noch nicht fest“, heißt es in der Antwort.

    Bundeskanzler Friedrich Merz kann sich zumindest vorstellen, zur WM zu reisen, allerdings unter einer Bedingung. „Wenn Deutschland im Endspiel ist, fahre ich selbstverständlich hin“, erklärte er kürzlich in der Sendung von Caren Miosga. Das findet am 19. Juli in New York statt. Nicht so unwahrscheinlich, dass die Nationalmannschaft es tatsächlich so weit schafft – prognostiziert zumindest der Kanzler. Zweckoptimismus ist eine Eigenschaft, die sich Politiker und Fußballer teilen.  

    Auch ein CSU-Abgeordneter fliegt zur WM

    Von den Grünen kommt Anerkennung, dass Schenderlein nach Kanada fliegt, nicht in die USA. Aber auch Kritik: „Die deutsche Bundesregierung und Bundeskanzler Friedrich Merz haben sämtliche Möglichkeiten, sich proaktiv und an der Seite der Zivilgesellschaft für einen menschenrechtskonformen und rechtsstaatlichen Rahmen bei der WM einzusetzen, verstreichen lassen“, sagt Mijatović.

    Auch aus dem Bundestag werden Vertreter zum Turnier fliegen. So erfuhr unsere Redaktion, dass Stephan Mayer (CSU), sportpolitischer Sprecher der Union, eine Reise zur WM plant. Unklar ist noch, wann und zu welchem Spiel. Die Grünen-Fraktion erklärte, ihnen sei kein Mitglied bekannt, das zur WM fliege. „Die Fraktion führt allerdings auch keine zentrale und verbindliche Liste über derartige Reisen.“ Heißt: Kann schon sein, dass jemand privat fliegt. Ähnlich bei SPD und Linken. „Die Fußball-WM ist ein internationales Sportereignis, kein parteipolitischer Schauplatz“, erklärt der sportpolitische Sprecher der Fraktion, Christian Görke, unserer Redaktion. „Trotzdem ließ die FIFA sehenden Auges zu, dass US-Präsident Trump die Fußballspiele in den USA für die eigene öffentliche Inszenierung und innenpolitische Profilierung nutzen kann und wird. Das ist ein sportpolitisches Unding!“ Er drücke der Nationalmannschaft aber die Daumen. Die AfD ließ eine Anfrage unbeantwortet.

    Nicht nur bei den Linken ist die WM umstritten. Der Grund: Donald Trump und die FIFA. Schon der eigens für den US-Präsidenten erdachte „Friedenspreis“ sorgte für Kritik. Spätestens aber nach seiner Drohung, Grönland zu annektieren, forderten manche den Boykott – darunter auch Unionsabgeordnete. Zwischenzeitlich entspannte sich das Verhältnis zu den USA zwar wieder. Sorge gibt es aber auch, Trumps Einwanderungspolizei ICE könnte vor den Stadien lauern.

    Entsprechend laut ist die Kritik von Menschenrechtsaktivisten. „Wenn die Bundesregierung anlässlich der WM in die USA reist, trägt sie auch eine politische Verantwortung“, sagt Maja Liebing, Amerika-Referentin von Amnesty International in Deutschland, unserer Redaktion. „Sie reist nicht nur als Gast zu einem sportlichen Großereignis, sondern auch als Bündnispartner in ein Land, in dem derzeit Menschenrechte immer weiter angegriffen und ausgehöhlt werden.“

    Zur WM nach Katar flog 2022 Nancy Faeser

    So viel ist klar: Es ist nicht das erste Sportereignis bei einem umstrittenen Gastgeber, ganz im Gegenteil. Im November 2022 flog die damalige Innenministerin Nancy Faeser (SPD) zum deutschen Auftaktspiel nach Katar. Unter der Ampel war das Innenministerium noch für Sport zuständig, Friedrich Merz ließ die Verantwortung dann im Kanzleramt ansiedeln. In Erinnerung blieb folgendes Bild: Faeser auf der Tribüne mit FIFA-Chef Infantino. Am Arm eine Kapitänsbinde, auf der „One Love“ stand. Ein Zeichen sollte das sein gegen Homophobie – die FIFA hatte zuvor verboten, dass Spieler die Binde als Protest gegen die Gesetze in Katar tragen. Für Faeser war es – Achtung, Wortwitz – ein Eigentor. Von links kam Kritik an der Reise und dem Foto mit Infantino, von rechts an der Binde. Es ist ein bisschen wie im Sport: Für beide Teams spielen funktioniert nicht so gut. 

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