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Gastbeitrag
21.10.2022

Chef von Unicef Deutschland: „Dürfen nicht zulassen, dass noch mehr Kinder sterben“

In Afrika sind wegen der schlimmen Dürre in diesem Jahr bereits eine dreiviertel Million Menschen auf der Flucht.
Foto: Jerome Delay, dpa

Der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, schlägt Alarm: In Somalia herrscht die schlimmste Dürre seit 40 Jahren. Hilfe muss sofort kommen.

Seit Monaten läuten die Alarmglocken – und sie werden immer lauter. Doch mit jedem weiteren Tag steuern einige Gebiete Somalias auf eine katastrophale Hungersnot zu. Mehr als einer halben Million Kindern droht der Hungertod, wenn sie nicht sofort lebensrettende Hilfe erhalten. Sie können nicht darauf warten, dass eine offizielle Hungersnot ausgerufen wird. Für viele von ihnen ist es bis dahin zu spät.

2011 starben bei einer Hungersnot in Somalia 260.000 Menschen

Die schlimmste Dürre am Horn von Afrika seit 40 Jahren, steigende Lebensmittelpreise und Instabilität haben sich in dem von Armut geprägten Land zu einem ‘perfekten Sturm´ zusammengebraut. Unsere Unicef-Kolleginnen und Kollegen berichten von Müttern, die tagelang mit ihren Kindern unterwegs sind, weil in ihrer Heimatregion jegliche Lebensgrundlagen erschöpft sind. Die ihre anderen Kinder bei Angehörigen zurücklassen müssen, um Hilfe für eines von ihnen zu suchen. Die die Gesundheitszentren erreichen, wenn es für manche der Mädchen und Jungen bereits zu spät ist.

Christian Schneider ist Geschäftsführer des Kinderhilfswerks Unicef in Deutschland.
Foto: Britta Pedersen, dpa

Schon jetzt leben viele Menschen in Somalia unter Bedingungen, die einer Hungersnot gleichkommen. Dabei sind diese extremen Krisen immer vorhersehbar und damit eigentlich vermeidbar. Bei der verheerenden Hungersnot in Somalia im Jahr 2011 starben mehr als 260.000 Menschen, darunter viele Kinder.

500.000 mangelernährte Kinder kämpfen um ihr Überleben

Die internationale Gemeinschaft war sich einig, dass dies nie wieder passieren dürfe, dass sie frühzeitig reagieren muss. Doch leider ist es häufig so, dass eine Hungerkrise erst mit der offiziellen Erklärung einer Hungersnot die nötige Aufmerksamkeit bekommt - viele Eltern trauern dann schon um ihre Kinder.

2011 wie auch schon Ende der 1990er Jahre habe ich angesichts der Hungerkrisen in der Region Somalia besucht. Die Verzweiflung völlig ausgezehrter Mütter, die nach Wochen des Hungerns und zig Kilometern auf der Flucht mit ihren Kleinkindern endlich Hilfe erreichen, habe ich nie vergessen. Heute – elf Jahre später – kämpfen dort erneut mehr als 500.000 schwer mangelernährte Kinder um ihr Überleben. Wieder suchen geschwächte Familien in Notlagern Zuflucht, hoffen sie auf Wasser, Nahrung und Behandlungsmöglichkeiten für ihre Kinder.

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Ernährungs- und Gesundheitssystem muss nachhaltig gesichert werden

Aber angesichts der globalen Krisenlage findet die Not in Somalia und den anderen Ländern am Horn von Afrika kaum Gehör. Die bisherige finanzielle Hilfe wird dem immensen Bedarf nicht gerecht. Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres hat Unicef schon 730 Todesfälle schwer mangelernährter Kinder in stationärer Behandlung gezählt. Die tatsächliche Zahl verstorbener Kinder ist vermutlich viel höher.

Fest steht: die Zeit läuft ab. Umso wichtiger ist es jetzt, die Nothilfe für Kinder schnell und deutlich aufzustocken, um Leben zu retten. Doch es wird nicht ausreichen, Feuer zu löschen. Neben der humanitären Hilfe müssen Ernährungssysteme sowie die grundlegende und gesundheitliche Versorgung von Kindern weltweit nachhaltig gesichert und gestärkt werden. Indem wir Gesundheitssysteme langfristig und verlässlich verbessern. Indem wir innovative Programme fördern, die Familien vor den Auswirkungen des Klimawandels schützen. Indem wir entschlossen handeln – jetzt.

Zur Person: Christian Schneider, 56, studierte Ethnologie und Politikwissenschaften und ist seit 2010 Deutschland-Geschäftsführer des Kinderhilfswerks Unicef.

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