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Parteiaustritt
28.01.2022

Jörg Meuthen tritt aus der AfD aus und kritisiert die Partei

Jörg Meuthen, Bundesvorsitzender der AfD, äußert sich in der Bundespressekonferenz zum Ausgang der Bundestagswahl. (Archivbild).
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Jörg Meuthen hat seinen Austritt aus der AfD bestätigt. Gleichzeitig kritisiert er seine bisherige Partei mit deutlichen Worten.

Der langjährige AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat am Freitag seinen Austritt aus der Partei gegenüber WDR, NDR und ARD bestätigt. Gleichzeitig kritisierte er die AfD: "Das Herz der Partei schlägt heute sehr weit rechts und es schlägt eigentlich permanent hoch."

Austritt: Jörg Meuthen kritisiert AfD

Meuthen sagte gegenüber WDR, NDR und ARD, dass die AfD seiner Auffassung nach "nicht auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung" stehe. Er sehe totalitäre Anklänge. Beim Thema Corona habe die "Alternative für Deutschland" etwas Sektenartiges entwickelt.

Video: dpa Exklusiv

Der 60-Jährige räumt eine Niederlage im Machtkampf mit dem formal aufgelösten rechtsextremen Flügel der AfD ein. Er sei als Parteichef damit gescheitert, die Partei auf einen anderen Weg zu bringen. In den vergangenen beiden Jahren hatte er immer wieder für einen gemäßigteren Kurs plädiert und sich damit Feinde in der Rechtsaußen-Strömung um Björn Höcke gemacht.

Schon im Herbst hatte Meuthen angekündigt, nicht noch einmal für den Parteivorsitz zu kandidieren. Nun folgte der Austritt aus der AfD.

Meuthen betonte aber, sich nicht aus der Politik zurückzuziehen. Er will auch Abgeordneter des Europaparlamentes in der Fraktion "Identität und Demokratie" bleiben.

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Jörg Meuthen in Spendenaffäre unter Druck

Am Donnerstag wurde bekannt, dass Meuthen seine parlamentarische Immunität verlieren soll. Der Politiker sagte dem Spiegel am Donnerstag, dass der Rechtsausschuss des EU-Parlaments am Mittwochabend für die Aufhebung der Immunität gestimmt hatte. Die Zustimmung des Parlaments gilt als sicher.

Damit wäre der Weg frei für strafrechtliche Ermittlungen gegen Meuthen in einer Spendenaffäre. Er soll in eine privat finanzierte Wahlkampagne eingeweiht gewesen sein, bei der es sich um eine illegale Parteispende gehandelt haben könnte. (mit dpa)

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