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Katherina Reiche sollte den geplanten Förder-Schnitt für Agri-PV-Anlagen zurückziehen.

Kommentar

Hühner, die unter Solaranlagen nach Würmern picken – ja bitte!

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    Hier kann Stromerzeugung sowie Ackerbau und Tierhaltung erfolgen.
    Hier kann Stromerzeugung sowie Ackerbau und Tierhaltung erfolgen. Foto: Jens Büttner, dpa (Symbolbild)

    Dass die Energiewende dringend nötig ist, wird nicht erst durch die aktuelle Iran-Krise klar. Doch um Strom und Treibstoff künftig in noch stärkerem Maß aus Wind und Sonne zu gewinnen, sind hohe Investitionen nötig. Dass der Staat diese unterstützt, war bisher guter Konsens. Wenn Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nun die geplante Förderung von Agri-Photovoltaik-Anlagen kippen würde, wäre das ein denkbar schlechtes Signal. Es klänge nach dem Bruch gleich zweier Versprechen, die in den vergangenen Jahren dutzendfach von der Politik gegeben wurden: Die deutschen Landwirte ein Stück weit zu „Energiewirten“ zu machen und mit den begrenzten Flächen verantwortungsbewusst umzugehen.

    Ein guter Kompromiss, der Unterstützung verdient

    Ja, Bewohnern ländlicher Räume blutet das Herz, wenn wertvolle Äcker und Wiesen mit Solarpaneelen zugepflastert werden, wodurch auch das Landschaftsbild leidet. Einen vertretbaren Kompromiss bieten sogenannte Agri-Photovoltaikanlagen, bei denen die Sonnenkollektoren so angebracht werden, dass auf der Fläche noch Tiere gehalten oder Feldfrüchte angebaut werden können. Bei einer solchen Doppelnutzung sind die Investitionskosten freilich größer, die Paneele müssen höher angebracht werden, damit ein Traktor untendurch fahren kann. Und die landwirtschaftlichen Erträge fallen geringer aus, der Aufwand für die Landwirte ist größer.

    Die Ampel hatte gute Gründe für das Vorhaben

    Die Ampel-Bundesregierung hatte also durchaus gute Gründe, als sie eine besondere Förderung für solche Anlagen konzipiert hat. Zwar ist sie bislang noch nicht ausbezahlt worden, weil die EU bremste. Doch manche Höfe setzen darauf große Hoffnungen – die jetzt zu platzen drohen. Denn die Wirtschaftsministerin streicht Förderprogramme radikal zusammen, in vielen Fällen aus gutem Grund.

    Reiches Rasenmäher bedroht ein wertvolles Pflänzchen

    Doch der unbarmherzige Reiche-Rasenmäher droht auch das wertvolle Pflänzchen Agri-PV abzuschneiden. Innovative Landwirte, die sogar damit experimentieren, die Solarmodule als Windschutz und Schattenspender für Pflanzen oder Unterstand für Tiere sinnvoll einzusetzen, hätten das Nachsehen. Gegen die Konkurrenz riesiger Solarparks, die schlichtweg möglichst viel aus der Fläche herausholen möchten, könnten sie kaum mehr bestehen. Und auch die Natur wäre schlechter dran – wilde Pflanzen und Tiere hätten in reinen Solarfeldern deutlich schlechtere Bedingungen. Reiche sollte sich jetzt schleunigst mit Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) und Umweltminister Carsten Schneider (SPD) zusammensetzen, um dem Sonnenstrom vom Feld eine Zukunft zu geben.

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