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Kirche
14.11.2022

Darüber reden die deutschen Bischöfe heute mit dem Papst

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx (rechts) gehört zu den deutschen Bischöfen, die am Montag im Vatikanzu Besuch sind.
Foto: Johannes Neudecker, dpa

Es gibt viel Frust in aber auch über die katholische Kirche in Deutschland. Wie weit die angestoßenen Reformen gehen dürfen, ist umstritten.

Die katholische Kirche befindet sich seit 2014 in einem synodalen Prozess. Papst Franziskus wählte im Jahr eins nach Amtsantritt die Synode als Instrument für seine langsame Veränderung. Als erstes berief er ein Bischofstreffen zum Thema Familie ein, inzwischen läuft die Synode zum Überthema Synode, die 2024 abgeschlossen werden soll. Die deutschen Bischöfe fühlten sich vom Wandel in Rom besonders ermutigt und begannen 2019 mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken einen eigenen synodalen Weg, mit dem sie mit tiefgreifenden Reformen einen Ausweg aus der Vertrauenskrise finden wollten, in der sich die katholische Kirche in Deutschland befindet. An diesem Montag kommen sie mit ihrem Vorsitzenden, dem Limburger Bischof Georg Bätzing, erstmals seit sieben Jahren zum ad-limina-Besuch nach Rom.

Für die deutschen Bischöfe ist der Besuch im Vatikan ein absoluter Höhepunkt, verbunden mit der Hoffnung, endlich in ihren Anliegen verstanden zu werden. „Ich nehme sehr hohe Erwartungen an den Besuch und ein bislang so nie dagewesenes öffentliches Interesse daran wahr“, sagte Bätzing vor Abfahrt in einem Interview mit der Homepage des Bistums Limburg. Es gebe „klar erkennbaren Gesprächsbedarf, gerade über das, was wir als Weg der Umkehr und Erneuerung für die Kirche in unserem Land“ unternehmen. „Ich weiß natürlich auch, dass es viel Unverständnis zu unserem Weg in Rom gibt“, fügte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz hinzu. Und das ist die eigentliche Frage, die den Besuch begleitet: Wie konnte es zu diesem Missverständnis kommen?

Papst Franziskus setzt auf den synodalen Prozess

Es gibt über 100 katholische Bischofskonferenzen in der Welt. Alle kommen sie im Fünf-Jahresabstand zu Routine-Gesprächen nach Rom. Der Papst und die Kurienbehörden sind also ständig mit Besuchern aus dem Ausland und ihren Anliegen beschäftigt. Die Deutschen, die den Papst in seinem Reformeifer etwas zu wörtlich genommen haben, sind nur ein Mosaikstein unter vielen. Aber einer, der wegen der Reformversuche etwa bei der Abschaffung des Pflichtzölibats, der Gleichberechtigung von Frauen oder Laien derzeit besonders herausragt. Die Bischöfe sollten „alles sagen“, wozu sie sich „im Herrn zu sprechen gedrängt“ fühlen, hatte Franziskus zu Beginn der Familiensynode 2014 gefordert, „ohne menschliche Rücksichten, ohne Furcht“. Das alleine war bereits eine kleine Revolution.

Zusammen mit dem Versprechen aus seiner Programmschrift Evangelii Gaudium (2013), den Bischofskonferenzen eine „gewisse authentische Lehrautorität“ zuzugestehen, sowie die „heilsame Dezentralisierung“ voranzutreiben, war das der Startschuss für die deutschen Katholiken, die durch den Missbrauchsskandal unglaubwürdig gewordene Kirche umzukrempeln. Nicht hören wollten sie den anderen Teil der päpstlichen Botschaft, dass sie nicht nur die eigene Perspektive im Blick, sondern auch den Rest der katholischen Welt (mit ganz anderen Schwerpunkten) ernst nehmen sollten – und den Papst. „Und schließlich gipfelt der synodale Weg im Hören auf den Bischof von Rom“, sagte Franziskus in seiner Rede zum 50. Jahrestag der Einrichtung der Synode 2015. Die Tatsache, dass die Synode „nicht nur cum Petro, sondern auch sub Petro“ agiert, also mit dem Papst und unter seiner Führung, „ist keine Begrenzung der Freiheit, sondern eine Garantie für die Einheit“, sagte Franziskus. Ein von Rom legitimierter deutscher Sonderweg war also damals schon undenkbar.

Die Deutschen sollen ihre Sonderwege einstellen

Die deutschen Bischöfe reisen deshalb mutmaßlich mit einem Missverständnis an. Schon im Vorfeld ließ Rom über informelle Kanälen wissen, dass etwa deutsche Beschlüsse, denen zufolge Laien stärker an der Bischofswahl oder an kirchlichen Entscheidungen beteiligt werden, keine Option sind. Die Bischöfe, die während ihres einwöchigen Aufenthalts in Rom vier Messen in den päpstlichen Basiliken feiern und zahlreiche Gespräche führen, wollen gehört werden. Franziskus aber will, dass sie von ihrem hohen Reformross absteigen – und zuhören. Das hat er in seinem Brief von 2019 „an das pilgernde Volk in Deutschland“ klargestellt. Die Deutschen, und damit sind nicht zuletzt die reformbesessenen katholischen Laien gemeint, sollten nicht „nach unmittelbaren Ergebnissen mit voreiligen und medialen Folgen“ suchen und die Probleme nicht „ausschließlich auf dem Wege der Reform von Strukturen, Organisationen und Verwaltung“ zu lösen versuchen. Man kann diese Mahnungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen angesichts der Lage der Kirche in Deutschland für katastrophal halten, sie sind allerdings eine Tatsache.

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Auch in der Frage um die Zukunft des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki gibt es zwischen Rom und der Kirche in Deutschland immer mehr Unverständnis. In Köln ist man sich angesichts des gegen Woelki vergangene Woche eingeleiteten Ermittlungsverfahrens wegen eidesstattlicher Falschaussage so sicher wie nie zuvor, dass der Kardinal weg muss. Eine Bistumsmitarbeiterin behauptet, Woelki habe von ihr bereits 2015 eine Liste von Missbrauchstätern im Bistum vorgelegt bekommen, darunter auch der ehemalige Sternsinger-Chef Winfried Pilz. Woelki behauptete vor Gericht, erst im Juni davon erfahren zu haben.

Der Papst wittert eine Kampagne gegen Woelki

Warum nimmt Franziskus das längst vorliegende Rücktrittsgesuch nicht einfach an? So lautet angesichts des zerrütteten Vertrauensverhältnisses das deutsche Selbstverständnis. Der Papst ist bekannt dafür, dass er sich störrisch stellt, wenn er Kampagnen (Synodaler Weg, Woelki) wittert. Zu denken ist etwa an den Fall des chilenischen Bischofs Juan Barros, den Franziskus 2015 im Bistum Osorno einsetzte. Die Gläubigen protestierten gegen Barros, der ein Intimus und Mitwisser des Missbrauchstäters Fernando Karadima gewesen war. Franziskus war sich zunächst sicher, dass sich die Gläubigen von Osorno „von diesen ganzen Linken, die diese Sache aufgebauscht haben, nicht an der Nase herumführen lassen“ sollten, wie er sagte. Erst 2018 nahm er den Rücktritt an. Die Dynamik im Fall Woelki könnte bei allen Unterschieden in der Sache ähnlich sein.

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