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Klima
04.04.2022

Weltklimarat bespricht konkrete Optionen gegen die Erderwärmung

Laut einer Studie reichen die Maßnahmen in Deutschland nicht aus, um die Erderwärmung zu stoppen.
Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Regierungsvertreter und Wissenschaftler sprechen über den sechsten neuen Sachstandsberichts des Weltklimarats - und zum ersten Mal über konkrete Lösungen.

Regierungsvertreter und Wissenschaftler sind am Montagnachmittag in einer Videokonferenz zusammengekommen, um über den Klimawandel zu sprechen. Es war bereits die dritte Besprechung des sechsten neuen Sachstandsberichts des Weltklimarats. Zum ersten Mal wurde dabei nicht nur über die aktuelle Situation, sondern auch über Optionen und Lösungen gesprochen, die Treibhausgasemissionen zu senken und das Ziel von maximal 1,5 Grad Celsius einzuhalten.

António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, sagte vor der Besprechung der eigentlichen Ergebnisse, dass der Bericht auch eine Akte der Schande darstelle. "Wir sind auf der Überholspur zu einer Klima-Katastrophe", sagte Guterres. Wenn sich weiter nichts ändere, erreiche die Menschheit den Wendepunkt, an dem Wasserknappheit und das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten nicht mehr aufzuhalten seien. Versprechen, die in der Vergangenheit gemacht wurden, müssen umgesetzt werden, forderte der Generalsekretär, bevor er das Wort an die Mitglieder des Weltklimarats übergab.

Lösungsansätze mit Wind- und Sonnenkraft und Biotreibstoffen

Der Weltklimarats-Vorsitzende Hoesung Lee betonte, dass das Potenzial und das richtige Werkzeug da seien. Das werde durch die sorgfältige Recherche der dritten Arbeitsgruppe, die den Bericht verfasst hat, gestützt. Eine Zusammenfassung der Arbeit stellten die leitenden Wissenschaftler Jim Skea, Diana Ürge-Vorsatz und Ramón Pichs-Madruga vor.

Definitiv notwendig sei es, Energie mit weniger fossilen Brennstoffen herzustellen: Kohlendioxid (CO₂) macht rund 80 Prozent der freigesetzten Treibhausgase aus. Dass Länder dafür verstärkt auf erneuerbare Energien setzen, sei deshalb eine wichtige Maßnahme. Dabei sollten Wind- und Sonnenkraft sowie Bio- oder andere CO₂-neutrale Treibstoffe in Betracht gezogen werden. Finanziell werde diese Lösung immer erschwinglicher. Der Preis mancher erneuerbaren Energien liege sogar unter dem der fossilen Brennstoffe.

Der Krieg in der Ukraine wird zu einem Faktor für Energie und Klima

"In jedem Gebiet gibt es Optionen, auf die Politik und Industrie eingehen können", sagte Ürge-Vorsatz. Im alltäglichen Leben könne jeder schon etwas tun, indem man nah gelegene Ziele zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreiche. Der "Lifestyle" müsse sich vom Viel-Fliegen und der täglichen Fleischernährung wegbewegen. Dabei seien die Menschen auf eine systematische Unterstützung des Landes und der Industrie angewiesen.

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Die Pandemie und der Krieg in der Ukraine waren ebenfalls Thema in der Pressekonferenz. Während Corona gezeigt habe, wie die Emissionen durch den Wegfall von Flügen und Pendlern sinken, sei der Ukraine-Krieg ein Warnsignal der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Zuletzt sei es ein Zusammenspiel aus allen Faktoren: Lösungen für Industrie, Verkehr, Land, Städte, Transport und Bau gäbe es. "Es gilt, diese Ideen umzusetzen. Nicht nächsten Monat, sondern diesen Monat. Nicht morgen, sondern heute", appellierte Ürge-Vorsatz.

Der Weltklimarat hält sich mit Kommentaren zu einzelnen Ländern zurück

Der Weltklimarat distanziert sich von der Position, die Umsetzung des Berichts einzelner Länder zu kommentieren. "Es ist nicht unser Job", erklärte der Vorsitzende Lee.

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