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Regierung muss den Kampf gegen das Rauchen wieder aufnehmen

Kommentar Von Stefan Lange
27.12.2021

Einer Studie zufolge greifen die Deutschen wieder öfter zur Kippe. Die Entwicklung ist tödlich. SPD, Grüne und FDP müsssen schnell reagieren.

Es gibt Meldungen, die längst Schall und Rauch sein sollten. Dass die Deutschen wieder öfter zur Zigarette greifen, ist eine davon. Dutzende Kampagnen wurden angestrengt, um auf die Gefahren des Rauchens hinzuweisen. Sie verfehlten offensichtlich ihren Zweck.

Die Ampel-Regierung verhält sich uninspiriert und das hat Gründe. SPD, Grüne und FDP wollen einerseits die „kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken“ erlauben. Da fällt die Erklärung schwer, warum man die eine Droge erlauben will und die andere bekämpfen sollte. Womöglich hat sie deshalb noch keine neue Drogenbeauftragte ernannt.

Die Suchtforscher gehen davon aus, dass wahrscheinlich im letzten Jahr mehr frische Ex-Raucher rückfällig geworden sind.
Foto: Finn Winkler, dpa

Tabakwerbeverbot noch schärfer?

Im Koalitionsvertrag heißt es, man wolle die Regeln „für Marketing und Sponsoring bei Alkohol, Nikotin und Cannabis“ verschärfen. Wie jedoch, das steht in den Sternen. Die FDP jedenfalls hatte bereits die letzte Verschärfung des Tabakwerbeverbots als übertriebene Einmischung des Staates kritisiert.

Rauchen gefährdet die Gesundheit und freut den Finanzminister. Die Tabaksteuer ist mir rund 14,5 Milliarden Euro in diesem Jahr weiterhin eine der wichtigsten Bundessteuern. Sie wird demnächst erhöht. Die neue Regierung sollte parallel ihre Anstrengungen im Kampf gegen das Rauchen verstärken. Sie setzt sich anderenfalls dem Verdacht aus, dass die Gesundheit der Menschen nicht so viel wert ist wie ein gesunder Staatshaushalt.

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