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Rezession droht: Wird Deutschland wieder zum kranken Mann Europas?

Kommentar Von Stefan Stahl
08.08.2022

Deutschland steht an der Schwelle zur Rezession und könnte stärker als andere EU-Staaten wirtschaftlich abrutschen. Das liegt an der hohen Abhängigkeit von Putins Gas – aber nicht nur.

Fachleute des britischen Wirtschafts-Magazins Economist haben ein Händchen für Deutschland. Frühzeitig und treffsicher diagnostizierten sie mehrfach die Lage der ökonomischen Großmacht. Als das Blatt die einstige Wirtschaftswunder-Nation 1999 schonungslos als „kranken Mann Europas“ bezeichnete, tat das weh. In dem Jahr verharrte die Arbeitslosigkeit bei über vier Millionen.

Die Briten hatten den Finger in die deutsche Wunde gelegt. So sollte die Zahl der Erwerbslosen von 2003 bis 2005 auf in der Spitze über 4,8 Millionen Menschen anschwellen. Parallel dazu dümpelte das Wachstum nach dem Wiedervereinigungs-Boom in den bleiernen Jahren der späten Kohl-Ära vor sich hin. „Reformstau“ wurde 1997 zum Wort des Jahres. SPD-Mann Schröder übernahm eine gewaltige Hypothek. Dessen unter dem Druck von Massenarbeitslosigkeit mutig eingeleitete Reformen, bekannt als Agenda 2010, entfalten ihre volle Wirkung aber erst 2006, als der SPD-Reformer die Kanzlerschaft bereits an Merkel verloren hatte. Deren Aufschwung war eigentlich Schröders Aufschwung. Der Economist rühmte Deutschland schließlich als „Europas Motor“.

Die Gläubigkeit an die Globalisierung machte Deutschland abhängig

Es war auch erstaunlich, was dem Land in den folgenden Jahren alles gelingen sollte: Es befreite sich schneller als andere Staaten aus den Fesseln der Finanzmarktkrise, integrierte trotz aller Selbstzweifel gut eine Million Flüchtlinge und profitierte überdurchschnittlich von der Globalisierung, also einer exzessiv fortgeschrittenen internationalen Arbeitsteilung. Die dadurch eingefahrenen enormen Wohlstandsgewinne führten wie schon einmal in den 90er-Jahren zu einer gewissen Trägheit, Reform-Unlust und vor allem im Überschwang goldener Bilanzen zu einer großen Sorglosigkeit. Unter der Regentschaft von Merkel und auch auf Druck der Export-Profiteure aus den Reihen der heimischen Wirtschaft hat sich Deutschland in naiver Gläubigkeit an die ewig währende Glückseligkeit der Globalisierung in die Rolle eines Abhängigen begeben. Der Wohlstand der Nation wird nur dann in hohem Maße eingefahren, wenn Riesen-Reiche wie Russland und China uns wohlgesonnen sind.

Auch war der Ausbruch einer Pandemie und einem damit einhergehenden chronischen Materialmangel in der rosaroten Weltanschauung ewigen Wachstums nicht vorgesehen. Umso ungemütlicher gestaltet sich das Aufwachen aus dem kapitalistischen deutschen Traum: Wenn Putin den Gashahn weiter zudreht, werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Rezession zusteuern. Und weil sich Deutschland von der einst vergleichbar billigen russischen Wirtschafts-Droge stärker als andere EU-Länder abhängig gemacht hat, könnte dies das Land teuer zu stehen kommen. Denn Ersatz-Drogen sind knapp und teuer.

Die Abhängigkeit von China ist weitaus größer als die von Russland

So besteht die Gefahr, dass Deutschland wegen falscher energiepolitischer Weichenstellungen erneut zum kranken Mann Europas wird. Eine mangelhafte Digitalisierung, der immense Arbeitskräftemangel und der zum Teil erschreckende Zustand der Infrastruktur schwächen zusätzlich das Land. Insofern wäre es fatal, wenn der Taiwan-Konflikt eskaliert und deutsche Firmen in China nicht mehr so prächtig verdienen.

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Die Abhängigkeit von dem asiatischen Koloss als Exportmarkt, sowie was die Lieferung von Vorprodukten betrifft, übersteigt langfristig bei Weitem die Bedeutung Russlands für uns. Schon der Putin-Gas-Faktor reicht für einen harten Abschwung. Scholz würde ihn dann von Merkel erben.

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08.08.2022

<< immense Arbeitskräftemangel >>

Wir haben diesen Arbeitskräftemangel nicht!
Dank dem Renteneintrittsalter von 67 Jahren hätten wir genügend Arbeitskräfte!
Allerdings sind diese Kräfte wesentlich teurer als billige Arbeitskräfte aus dem Ausland!

Das ist der tatsächliche Grund


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09.08.2022

Ein Mangel an Arbeitskräften aber kein Mangel an Menschen...

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10.08.2022

@VON MARTIN M.
Es fehlt an werteschöpfenden und technisch anspruchsvollen Arbeitsplätzen und qualifizierten Arbeitskräften für eine sozialkräftige Volkswirtschaft und nicht an Hilfskräften für den Kneipen- und Dienstleistungsbetrieben; vielleicht mittlerweile auch, denn als Arbeitsloser verdient man mittlerweile leichter und besser.

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08.08.2022

Wie schon ein japanischer Professor vor Monaten treffend die deutsche Politik und Wirtschafts-Politik analysierte: Deutschland begeht Selbstmord.

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08.08.2022

Tja, der Mensch hat seinen Untergang bejubelt.

All das und vieles was noch an Problemen kommen wird ist mit gesundem Verstand logisch.

Aber lieber bejubeln wir uns als anzuerkennen das wir echte Probleme haben!!!

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08.08.2022

Es ist nicht mehr die Frage "ob", es ist vielmehr die Frage "wann" und "wie tief". Die bis heute tiefste Rezession der Nachkriegszeit, -10,1% in Q2/2020, dürfte leicht überboten werden - ändert sich nichts an der Politik.

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