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Selenskyj ruft russische Bevölkerung zu Widerstand gegen den Krieg auf
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Von der Leyens Besuch in Kiew ist ein halbherziges Signal

Ulrich Krökel
Kommentar Von Ulrich Krökel
08.04.2022

Putins Truppen sind weg, zumindest aus dem Großraum Kiew. Eine EU-Delegation traut sich nun dorthin. Doch der Besuch kommt zu spät.

Es war richtig und aller Ehren wert, dass Ursula von der Leyen nach Kiew gereist ist. Sie hat damit ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit der Ukraine gesetzt. Dennoch: Für ein wirklich starkes Signal kam ihr Besuch schon zu spät. Den besten Zeitpunkt haben Mitte März die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien erwischt. Sie fuhren unter russischem Beschuss nach Kiew und trafen dort Präsident Wolodymyr Selenskyj in seinem Bunker.

Je länger der Krieg andauert, desto stärker setzen sich Einzelinteressen durch

Nun sind Putins Truppen weg, zumindest aus dem Großraum Kiew – und die EU-Delegation traut sich plötzlich. Das klingt nicht nur mutlos. Es ist auch halbherzig, wie so vieles in Brüssel. Dabei war die EU nach dem russischen Überfall auf die Ukraine mit ihren ersten Sanktionspaketen erstaunlich entschlossen in die Zeit nach der berühmten „Zeitenwende“ gestartet. Doch je länger der Krieg andauert, desto stärker setzen sich die üblichen Einzelinteressen durch.

Neinsagen aber ist noch keine Politik. An erkennbaren Wendepunkten der Geschichte sind politischer Mut, Gestaltungswille und Kreativität gefragt. Hätte Bundeskanzler Helmut Kohl 1989/90 derart zögerlich gehandelt, wie es die EU und die Bundesregierung heute tun, gäbe es wahrscheinlich noch immer zwei deutsche Staaten.

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08.04.2022

Herr Andreas B.

wann und wo -bitteschön- hat die Ukraine - auch nur ansatzweise angekündigt , "Atomwaffen stationieren zu wollen" ??!!!

Sie wiederholen um ein weiteres Mal die russisch-nationalistische Propaganda Ihrer Freunde aus dem Kremel !


Die Wahrheit ist aber anders als von Ihnen behauptet !

Der Wunsch der Ukraine , dem westlichen Verteidigungsbündnis beitreten zu wollen , war lange gehegt , aber immer nur ein Wunsch.
Dafür sorgte schon das tatkräftige Betreiben der Deutschen - mit Sicherheit sorgte im Hintergrund der Gas-Schröder in Putins Auftrag über seinen ehemaligen Adlatus Steinmeier für die notwendige ablehnende Stimmung der Deutschen .


Daß der ukrainische Wunsch aber immer richtig war und es ein tödlicher Fehler der NATO war , den Deutschen nachzugeben -das beweist ja gerade Putins Angriffkrieg , der aus russisch - nationalistischen Motiven 2014 in der Krim begann , in der Ostukraine 8 Jahre weiter geführt wurde und nun in der völligen Eroberung der Ukraine münden sollte !


Und selbst wenn die Ukraine niemals den Beitritt zum westlichen Verteidigungsbündnis auch nur im Traum erwogen hätte , wäre sie im Frühjahr 2014 mit der Invasion auf der Krim von Rußland überfallen worden - dieser Angriffskrieg erreicht nun im Jahr 2022 seinen neuen Höhepunkt !

Denn dem Kremel geht es zum Einen um die Vernichtung der Ukraine , der ukrainischen Kultur und des ukrainischen Volkes und zum Zweiten um die "Wiederherstellung" des Machtbereiches der Sowjetunion !

Ihr Held Putin sagte ja noch zu Beginn seines Angriffskriegs im Fernsehen - für Alle hörbar :

" Die Ukraine ist kein eigenständiges Land , kein eigenständiges Volk , sondern das sind von den Kiewer Nazis gefangen gehaltene Russen , die man befreien und heim ins Reich holen müsse !"

Und ja , die mutigen Regierungschefs aus Polen , Tschechien und Slowenien haben unter Beschuß Kiew besucht . Zu der Zeit war jeder unter russischem Beschuß , der sich in Kiew aufhielt .


Eine kurze Frage zum Schluß habe ich noch :

Wie heißt eigentlich die Straße in St. Petersburg, in welcher die Troll-Fabrik, in der Sie arbeiten, liegt ?

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09.04.2022

@ Maria
Da sie wie üblich persönlich werden, unterstreicht dies nur den Mangel an Diskussionskultur. Soweit nichts Neues.

Der Rest ist größtenteils auch unzutreffend.

"Berlin/Kiew. Es war eine Aussage, mit der Andrij Melnyk international für Aufsehen sorgte. Der Botschafter der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland hatte in einem Interview im Deutschlandfunk am Donnerstag klargemacht, dass sein Land die Wiederanschaffung von Atomwaffen erwägt - falls es nicht Mitglied der Nato wird. "Entweder wir sind Teil eines Bündnisses wie der Nato und tragen auch dazu bei, dass dieses Europa stärker wird, (...) oder wir haben eine einzige Option, dann selbst aufzurüsten", sagte der Diplomat aus dem westukrainischen Lemberg. Man werde dann "vielleicht auch über einen nuklearen Status" nachdenken müssen. " Das war 2021.

Quelle: www.wienerzeitung.at/dossiers/krieg-in-der-ukraine/2100758-Kiew-will-den-Nato-Beitritt-oder-wieder-Atomwaffen.amp.html

Natürlich kann es sein, dass sie diese und die vielen anderen eskalierendrn Äußerungen ihres persönlichen Helden, Herrn Melnyk, vergessen haben, aber wahrscheinlicher ist es, daß Sie gar nichts davon wissen...

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09.04.2022

Putin versteht nur Atombombe - das hatten die Ukrainer halt schon 2021 kapiert.

Übrigens völlig zu Recht, da die Russen ihren Vertrag für eine atomwaffenfreie Ukraine selbst durch die Annexion der Krim gekündigt haben.

Auch die EU muss sich sehr schnell atomar bewaffnen - noch mal ein Präsident wie Trump und es wird sehr kritisch.

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09.04.2022

@Andreas B.
Über einige Aussagen des Borschafters kann man durchaus streiten.
Aber diese? Es gab das Budapester Memorandum. Russland garantiert die Grenzen der Ukraine. Im Gegenzug keine Atomwaffen. Nachdem Russland sich nicht daran hält, wieso sollte sich die Ukraine daran halten? Hättedie Ukraine 2021 Atomwaffen gehabt, hätte Russland 2022 angegriffen?

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09.04.2022

"Wie heißt eigentlich die Straße in St. Petersburg, in welcher die Troll-Fabrik, in der Sie arbeiten, liegt ?"

Es war die US-Administration unter George W. Bush, die glaubte, die Ausweitung der NATO noch weiter nach Osten betreiben zu müssen. Sie brachte den Vorschlag 2008 beim NATO-Gipfel in Bukarest ein. In Kenntnis der Zusagen, die im Rahmen der 2 plus 4 Verhandlungen bezüglich einer NATO-Ausdehnung nach Osten gemacht wurden, lehnten Frankreich und Deutschland einen Beitritt der Ukraine ab. So auch Ulrich Wickert vor einigen Tagen bei Maischberger. Und diese Entscheidung war aus damaliger Sicht völlig richtig.

Primitiv-infantile völlig undifferenzierte anti-russische Hetze nützt im Grunde nur dem Kriegsverbrecher Putin. Hass-Tiraden wie sie sie hier stakkadomäßig verbreiten sind die Garantie dafür, dass sein Rückhalt in der russischen Bevölkerung nicht schwindet, sondern sogar größer wird.

Könnte es evtl. sein, dass beim Zurechtbiegen Ihrer "Prawda" ( „Wahrheiten“) mit den auffallend vielen "hätte" und "wäre" das Russische Propagandaministerium, Lubjanskaja-Platz Moskau, etwas behilflich war?

Nicht wer die Entwicklung im Lauf vieler Jahre etwas differenzierter und von mehreren Seiten betrachtet und kommentiert besorgt das Geschäft Putins. Der Einmarsch, das brutale Vorgehen Putins und seiner Schergen ist durch nichts zu rechtfertigen. Genau so unstrittig ist aber auch, dass von Seiten der USA, der NATO, der EU und der ukrainischen Regierungen wenig unterlassen wurde, was den Konflikt immer weiter anheizte.

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09.04.2022

@Peter P.: wir haben doch die Force de Frappe. Frankreich gibt sie aber nicht her, will sie nicht unter EU-Kommando stellen.- Manche nannten diese Atomstreitmacht auch Force d'Attrappe. :-) Unsere "Freunde" jenseits des Atlantiks würden im Falle eines so nsinnigen Wunsches sehr böse schauen.

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11.04.2022

Maria.. sie sollten mal ihre Wortwahl überprüfen oder erst nachdenken bevor sie verbal loslegen.. Sie müssen keinen anderen beschimpfen, nur weil er ihr verklärtes Ukraine Bild nicht genauso sieht, aber sie können den Ukrainern gut helfen wenn Sie Vorort mit anpacken.. die freuen sich bestimmt wenn sie kommen..

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08.04.2022

Mußte der Besuch wirklich sein? Die Ukrainer habens doch schon schwer genug. :-)

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08.04.2022

"Sie fuhren unter russischem Beschuss nach Kiew "

Sehr geehrter Herr Krökel, bitte belegen Sie, dass die Herrschaften unter Beschuss waren. Das sind doch Neuigkeiten, die die Öffentlichkeit unter Darlegung der Fakten erfahren muss, nicht wahr?

Vielen Dank!

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08.04.2022

Die Ukraine hat genug Zeichen der "Solidarität" erhalten. Worte und Gesten, nicht mehr. Diese gab es auch reichlich vor Kriegsbeginn seitens EU, Nato Ammi und anderen, so dass die Ukrainer Minsk 2 in die Tonne traten, Russland mit der Ankündigung eines Nato Beitritt und der Idee Atomwaffen zu stationierenund reizte und dachten, die starke Truppe der Vorbezeichneten steht hinter ihnen, wenn man keiner russischen Forderung nachgibt.

Die Überraschung war dann aber groß, als die Russen kamen. Denn mit einem Mal waren alle weg! Aber zum Glück gibt es jetzt wieder starke Gesten und schöne Worte...

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08.04.2022

"Die Überraschung war dann aber groß, als die Russen kamen." Die Russen kamen nicht, die Russen haben die Ukraine überfallen und sind verantwortlich für 10.000 von Toten unzähligen Verwundeten und eine unermesslich Zerstörung.
Wollen Sie das verharmlosen und sagen, hätten sie halt nachgegeben, selber Schuld?

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09.04.2022

@ Johann

Sie haben den Post missverstanden. Die Ukraine wurde von uns verschaukelt und in falscher Sicherheit gewogen. Das ist die Quintessenz. Große Worte, wenig Handlung, das prägte das jüngste Verhalten hier im Westen. Und hören Sie mir auf mit den unzureichenden und lächerlichen Hilfen. Das nützt in der Ukraine sehr wenig. Hätte man gleich zu Anfang so stark reagiert, wie man es der Ukraine zuvor suggeriert hätte, wäre das Drama möglicherweise ausgeblieben.

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09.04.2022

Für die Ukraine gab es mehrere Jahre Minsk 2 mit Leben zu erfüllen. Wie stolz hat der UA Präsident, dass er das Minsk 2 Abkommen in der vorliegenden Form nicht akzeptiert- mehr laut und deutlich in den letzten Monaten verkündet. Auch als die USA bereits vor einem Krieg warnten. Nein Kiew hat noch einen drauf gesetzt und ein Komitee zur Rückführung der Krim zur UA gegründet und Frau Baerbock hat applaudiert. Verständlich, dass die westl Unterstützer während der Kampfhandlungen nicht nach Kiew gereist sind. Kiew hat sich einfach darauf verlassen, dass der Westen sie direkt beim Krieg unterstützt, was eine Fehlbeurteilung war.

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