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Warum die Booster-Strategie der Regierung richtig ist

Fabian Kluge
Kommentar Von Fabian Kluge
23.12.2021

Die Omikron-Welle lässt sich wohl nicht mehr aufhalten, höchstens eindämmen. Ermöglichen sollen das Booster-Impfungen. Die Regierung hat kaum eine andere Wahl.

Kaum ist die vierte Welle einigermaßen gebrochen, steht Deutschland schon die fünfte bevor. Verhindern lässt sich die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante wohl nicht mehr, höchstens eindämmen. Dass die Regierung und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nun voll auf Booster-Impfungen setzen und bis Ende Januar nahezu allen Bürgerinnen und Bürgern die Auffrischungsimpfung ermöglichen wollen, ist die richtige Strategie.

Zwar sind die Daten über die neue Omikron-Variante noch immer unvollständig, aber schon jetzt lassen sich daraus einige Punkte ableiten: Bis die Impfstoffe von Biontech und Moderna an die neue Mutation angepasst sind, ist Omikron längst über das Land hinweggefegt. Auf die Updates zu warten, wäre also falsch. Zudem zeigt sich: Zweifachgeimpfte sind wohl nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante geschützt, Drittgeimpfte hingegen schon. Das erklärt beispielsweise den großen Omikron-Ausbruch in Norwegen, wo noch nicht einmal ein Viertel der Bevölkerung geboostert ist.

So erreicht Deutschland auch das zweite ehrgeizige Impfziel

Schon einmal hat die neue Koalition ein Impfziel ausgegeben: 30 Millionen Impfdosen bis Jahresende. Das Vorhaben wird offenbar erreicht, aktuell wurden 28 Millionen Impfungen verabreicht. Die Regierung muss nun schnell alle notwendigen Vorkehrungen treffen, damit auch weitere Stellen wie Apotheken ihren Beitrag zur Impfkampagne leisten können. Dann ist auch das nächste Impfziel realistisch.

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23.12.2021

"Zweifachgeimpfte sind wohl nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante geschützt, Drittgeimpfte hingegen schon. Das erklärt beispielsweise den großen Omikron-Ausbruch in Norwegen, wo noch nicht einmal ein Viertel der Bevölkerung geboostert ist."

Die Frage ist, geht es um Transmissionsschutz bzw. Schutz vor symptomischer Infektion oder geht es um den Schutz vor schweren Verläufen und Tod? Auch Zweifachgeimpfte und auch Genesene (insbesondere diejenigen mit Impfung) haben immer noch einen recht zuverlässig Schutz vor schweren Verläufen - wobei hier aber auch eine Abhängigkeit vom Alter bzw. Abstand zur Impfung besteht:
https://www.mdr.de/wissen/covid-corona-omikron-ausbreitung-drei-mal-schneller-als-delta-biontech-impfung-schwerer-verlauf-100.html

Der Ausbruch in Norwegen hat ja auch gezeigt, dass die meisten Infizierten "normale" Erkältungssymptome zeigten und dass (bisher) keiner hospitalisiert wurde. Auf einer Skala von 0 (keine Symptome) bis 5 (singnifikante Symptome) gaben die meisten ein mittleres Niveau an: https://www.eurosurveillance.org/content/10.2807/1560-7917.ES.2021.26.50.2101147

Keine Ahnung, ob das Transmissionsrisiko durch einen Booster wirklich nennenswert gesenkt wird - auch wenn das derzeit Mainstream ist. Aber man hat das ja bei Delta auch behauptet und der Unterschied einer Übertragung in Haushalten war dann zwischen Geimpften und Ungeimpften auch nicht mehr so groß, wie eine große Studie aus UK zeigte: https://www.imperial.ac.uk/news/231557/covid-vaccines-effective-household-transmission-delta/
Interessant ist, dass in Dänemark, knapp 80 % der Omikronfälle auf vollständig Geimpfte, 11 % auf Geboosterte, knapp 2 % auf Einfachgeimpfte und knapp 9 % auf Nichtgeimpfte fallen: https://www.ssi.dk/-/media/cdn/files/covid19/omikron/statusrapport/rapport-omikronvarianten-21122021-14tk.pdf?la=da



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24.12.2021

Aktuelles Praxisbeispiel von den Färöer-Inseln: Bei einer Versammlung Anfang Dezember von 33 dreifach Geimpften im Gesundheitswesen, hatten sich 21 mit der Omikronvariante angesteckt. Alle mit überwiegend leichten bis mäßigen Symptomen.

https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.12.22.21268021v1?fbclid=IwAR0nd_MtVPSIW1CdfSPZpuMWNYSTAy1yyExyDOMRshjTLZuWIjgr16HmVEg

Meiner Meinung nach wurde der Transmissionsschutz in den Studien bzw für die Politik schöngerechnet (Risikominimierung gegenüber eines potentiell schweren Verlaufes steht außer Frage) - damit fehlt aber die wichtigste Voraussetzung für eine allgemeine Impfpflicht.

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