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Wir dürfen beim Energie-Embargo nicht auf Zeit spielen

Kommentar Von Michael Stifter
05.04.2022

Ein Importstopp für russisches Gas birgt große Risiken und wird Putins Krieg nicht sofort beenden. Das darf aber kein Alibi dafür sein, auch bei Öl und Kohle zu taktieren.

"Wenn ein Embargo diesen Krieg stoppen würde, dann würden wir das unverzüglich tun", sagt Bundesaußenministerin Annalena Baerbock. Stiehlt sich Deutschland damit aus der Verantwortung? Machen wir es uns zu leicht und sind nur nicht bereit, den bitteren Preis für einen Importstopp russischer Energie zu bezahlen? Nein, ganz so einfach ist die Sache nicht.

Tatsächlich ist es die Aufgabe der Regierung, Kosten und Nutzen ihres Handelns gegeneinander abzuwägen. Das klingt unfassbar zynisch, wenn unser Geld in die Kassen eines verbrecherischen Regimes fließt und diese Politik in letzter Konsequenz auch Menschenleben kostet. Aber Baerbock hat wohl recht, dass sich Wladimir Putin selbst mit den härtesten Sanktionen nicht von heute auf morgen von seinem mörderischen Krieg abbringen lassen wird. Wem wäre also mit einem nicht zu Ende gedachten Embargo akut geholfen?

Deutschland ist moralisch verpflichtet, an seine Grenzen zu gehen

Diese Frage müssen wir stellen, sie darf aber nicht zum Alibi werden. Denn selbstverständlich ist Deutschland moralisch dazu verpflichtet, an seine Grenzen zu gehen und die Geschäfte mit Putins Wirtschaft so schnell wie möglich einzustellen. Bei Öl und Kohle ist das deutlich leichter zu stemmen als bei Gas. Deshalb darf die Regierung hier nicht auf Zeit spielen.

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06.04.2022

Zitat. "Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen ...". Ich gehe gedanlklich gerade die Ministerriege durch und ich sehe keinen, der nich schon meineidig geworden ist.

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06.04.2022

Herr Stifter, dass Ihr Kommentar ins Schwarze trifft, sieht man daran, wie die russischen Internettrolle gegen jeden Artikel zum Thema Energieembargo sofort fieberhaft in die Tastatur hauen.
Darum: Daumen hoch!

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06.04.2022

Da nach Clausewitz der Krieg nur die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln ist sollte man sich schon gut überlegen wie schnell man sich an genau diese Grenze manövriert.
Ich befürchte leider, dass Putin auf Dauer aber nicht anders aufzuhalten ist.
Der "Bunkerselbstmörder" hatte wenigstens keinen "roten Knopf".

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06.04.2022

Das "Taktieren " hat für uns einen sehr geringen Spielraum möchte man sagen. Das ist eher eine binäre Entscheidung, an oder aus was die Energieträger und deren Bezug betrifft. Wir haben kaum Einfluss seit der Ukraine Krise, weder international noch in der EU. Die BRD wird demontiert. Polen und die Ukraine sind dabei ganz vorne dabei. Das Erwachen wird bitter. Vielen EU Mitgliedsstaaten war die deutsche Dominanz sowieso ein Ärgernis. Die schauen gerne zu.

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05.04.2022

Laut Welt hat Herr Medwedew (dieser Putin-Platzhalter) heute auf Twitter verkündet;
„ Das „blutige und von falschen Mythen geprägte Bewusstsein“ mancher Ukrainer zu verändern, sei das wichtigste Ziel. Es wäre nicht verwunderlich, wenn die Ukraine das gleiche Schicksal erleiden würde wie das Dritte Reich, schrieb er: „Das ist der Weg für so eine Ukraine.“ Aber der Zusammenbruch könne den Weg für „ein offenes Eurasien von Lissabon bis Wladiwostok“ öffnen.“

Da träumen einige im Kreml davon, dass russische Panzer ohne Hoheitszeichen bis nach Portugal rollen. Da scheint einigen im Kreml schon vor langer Zeit der Sauerstoff im Hirn ausgegangen zu sein. Vielleicht zu lange am Gashahn geschnuppert.

Wer das aber nicht Ernst nimmt, wird das nächste Opfer. Aber die, die hier noch relativieren, würden im Fall sicher sehr schnell ihre Begeisterung für Putins Partei des mit Russland einigen Europa wechseln und urplötzlich eine völlig neue Moral verbreiten. Nur die Freiheit wäre ihnen völlig egal. Es gibt aber östlich von Wolfgangs und Freunde noch Völker, die wissen, was russische Besatzung heißt und sich wehren. Die schwatzen und schwurbeln auch nicht dauernd von „moralischen Verpflichtungen“ sondern handeln in der realen Welt

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05.04.2022

>> den Weg für „ein offenes Eurasien von Lissabon bis Wladiwostok“ öffnen.“ <<

Ich habe mich heute auch gefragt, was die den rauchen...

Wobei die beiden schon sehr gut von der deutschen Linken gelernt haben, die zuletzt bei abweichenden Meinungen schnell einen "Nazi" gesehen hat.

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05.04.2022

Russland sollte nicht auf Zeit spielen und den Energiehahn sofort abdrehen, damit einige Hyperventilierende wieder ruhig durchatmen und das Hirn wieder mit Sauerstoff versorgen können.

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05.04.2022

Es wird von Leuten, welche wenig Ahnung haben, nur immer von Energie-Embargo gegen Rußland gesprochen. Wir dürfen uns nicht in etwas hineintreiben lassen, weder von den USA, noch vom Rest Europas!!. Deutsche Firmen haben langfristige Verträge mit Gazprom (ist eine AG) und gehört nicht dem Staat. Wenn wir kann Gas mehr abnehmen, müssen wir es trotzdem bezahlen. Dies treibt den Preis in astronomische Höhen und kann vom normalen Bürger nicht mehr bezahlt werden. Firmen mach zu, die Arbeitslosigkeit steigt und die Inflation ist enorm!!. Man kann auch eine Volkswirtschaft ruinieren.

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05.04.2022

Es ist eigentlich eine prägnante einfache Frage:

Wollen wir beim Wirtschaftskrieg gegen Russland auch Kamikaze-Angriffen machen - ja oder nein?

Volksabstimmung!

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05.04.2022

Von mir aus kann unsere Bundesregierung die Lieferungen gerne stoppen. Aber bitte nicht ohne BEZAHLBARE Alternative. Die Herrschaften mit 15 KiloEuro im Monat können viel fordern. Wir müssen es bezahlen.

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05.04.2022

Wieder ein tolle neue Ermahnung zu moralischen Handeln, aber die Verantwortlichen in der Regierung sind verpflichtet verantwortungsbewusst zu handeln und sich nicht von Emotionen verleiten zu lassen, unkalkulierbare Risiken ad hoc einzugehen. daher in Sachen Kohleembargo das vorsichtige Vorgehen. Da geht es nicht darum Mal schnell den Mobilfunkanbieter zu wechseln- die unterbrechungslose Lieferung von Kohle muss zur Versorgung der Kraftwerke zuvor sicher gestellt werden. Und auch bei der Ölversorgung und Versorgung mit Erdölprodukten müssen die Randbedingungen stimmen, eine Industrieland wie DEU kann sich eine längerfristige Zwangsbewirtschaftung nicht leisten wie Unterbrechung von Lieferketten und Transportketten. Aber wenn der Verfasser ruhiger schlafen will kann er ja schon Mal den Strom abschalten, die Heizung ausser Betreib nehmen und das Auto abmelden.

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05.04.2022

Ich glaube, Herr Grimm weiß selbst nicht, was er uns eigentlich sagen will, deswegen wählt er ein kerniges sowohl als auch. Damit liegt er immer richtig.

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