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Kommentar zur Patriot-Entscheidung: Deutschland setzt eigene Luftverteidigung aufs Spiel

Kommentar

Deutschland schwächt die eigene Luftverteidigung für die Ukraine

Christian Grimm
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    Deutschland stellt der Ukraine zwei weitere Patriot-Luftabwehrsysteme zur Verfügung. Die entstehende Lücke soll bald durch die USA geschlossen werden.
    Deutschland stellt der Ukraine zwei weitere Patriot-Luftabwehrsysteme zur Verfügung. Die entstehende Lücke soll bald durch die USA geschlossen werden. Foto: Jens Büttner, dpa (Archivbild)

    Russland bombardiert ukrainische Städte mit enormer Brutalität. Bei einem der jüngsten Angriffe auf Kiew mit Raketen und Drohnen starben laut ukrainischen Angaben 31 Menschen. Das ist Terror aus der Luft.

    Deutschland ist der wichtigste Unterstützer der ukrainischen Luftabwehr, hat den Flugabwehrpanzer Gepard und die Raketensysteme Iris-T und Patriot zur Verfügung gestellt. Deutschland tut mehr als andere Staaten und schwächt dabei sogar den Schutz der eigenen Städte. Zwei weitere Patriot-Batterien werden in den nächsten Wochen an die Ukraine geliefert, damit die Menschen in ihren Städten Russlands Militär nicht schutzlos ausgeliefert sind.

    Wann kommt der Patriot-Ersatz aus den USA?

    Auch die Sicherheit Deutschlands ist seit der Invasion der Ukraine bedroht, aber die Gefahr für die Angegriffenen ist ungleich größer. Deshalb ist es richtig und notwendig, dass die Bundeswehr zwei Patriot-Einheiten abtritt. Die USA haben zugesagt, Berlin prioritär zu beliefern, um die beiden Systeme zu ersetzen. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat darüber bei seinem jüngsten Besuch in Washington vor wenigen Wochen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Pete Hegseth gesprochen.

    Eigentlich ist es ein Deal nach dem Geschmack von US-Präsident Donald Trump. Die Europäer stehen für die Sicherheit der Ukraine ein und kaufen dafür für Milliarden Dollar Kriegsgerät Made in USA. Doch wegen Trumps Bewunderung für Wladimir Putin können sich die Verbündeten nie sicher sein, was Zusagen und Abmachungen mit dem Präsidenten wert sind. Hinzu kommt, dass gerade eine ganze Reihe von Ländern Patriot-Systeme in den Vereinigten Staaten bestellen. Die Warteschlange ist lang.

    Es ist gut, dass Deutschland mit dem System Iris-T über eine vergleichbare Raketenabwehr aus eigener Produktion verfügt. Der Bundeswehr gehen ab diesem Jahr bis 2027 die ersten Einheiten zu. Verteidigungsminister Pistorius sollte gleich nachbestellen, das Geld dafür ist da. Selbst wenn der Krieg in der Ukraine in den nächsten Monaten endet, was den Menschen dort zu wünschen ist, braucht das Land eine starke Flugabwehr. Deutschland muss sich darauf einstellen, noch mehr zu liefern und gleichzeitig die eigene Sicherheit gegen Angriffe von oben zu erhöhen. Die Verteidigung gegen Raketen und Drohnen ist bei der Bundeswehr nach dem Ende des Kalten Krieges schrittweise geschliffen worden. Diese Fehlentscheidung muss schnell korrigiert werden. Wenn die Szenarien richtig sind, dann kauft die Ukraine den Europäern Zeit für die Aufrüstung.

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