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Krieg im Nahen Osten: Legt Trump es auf eine neue Eskalation mit dem Iran an?

Krieg im Nahen Osten

Legt Trump es auf eine neue Eskalation mit dem Iran an?

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    Öltanker liegen in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas, Iran, vor Anker.
    Öltanker liegen in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas, Iran, vor Anker. Foto: Amirhosein Khorgooi, dpa

    So tief standen die Zustimmungswerte des Präsidenten noch in keiner seiner beiden Amtszeiten. In einer neuen Umfrage von Washington Post und ABC zeigen sich mehr als sechs von zehn Amerikanern (62 Prozent) unzufrieden mit der Arbeit Donald Trumps. Als Mühlstein um seinen Hals erweist sich dabei vor allem der Iran-Krieg. Knapp zwei von drei Befragten (66 Prozent) halten den Umgang des Commander-in-Chief mit dem Iran für falsch. Damit wird dieser Krieg schneller unpopulär als jeder andere Konflikt zuvor und gerät sechs Monate vor den Zwischenwahlen zur Belastung für Trump.

    Besonders verärgert sind die Amerikaner über die hohen Lebenshaltungskosten, die die Blockade der Straße von Hormus zusätzlich anheizt. Vor diesem Hintergrund hat Trump auf seinem privaten Kanal „Truth Social“ nun das „Projekt Freiheit“ angekündigt. „Der Präsident will Aktion sehen“, erklärte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses gegenüber Axios. Doch die scheint die Lage im Nahen Osten nur weiter zu verschlechtern. US-Zerstörer seien durch die Straße von Hormus in den Persischen Golf eingefahren, teilte das für Nahost zuständige Regionalkommando Centcom mit. Zwei Handelsschiffe unter US-Flagge hätten das Seegebiet verlassen können. Unabhängige Bestätigungen gab es zunächst nicht. Die iranischen Streitkräfte hatten zuvor für sich in Anspruch genommen, US-Marineschiffe am Einlaufen in die Straße von Hormus gehindert zu haben.

    Iran droht den USA mit Gegenwehr

    Aus dem Iran gab es zudem Berichte, wonach zwei iranische Raketen ein US-Kriegsschiff getroffen hätten. Die USA dementierten diese Angaben und betonten, kein Marineschiff sei getroffen worden. Die iranische Militärführung hatte den USA nach Trumps Ankündigung, Schiffen zur Hilfe zu kommen, mit Gegenwehr gedroht. „Wir warnen davor, dass jede ausländische Streitmacht, insbesondere die aggressive amerikanische Armee, angegriffen wird, sollte sie beabsichtigen, sich der Straße von Hormus zu nähern und in diese einzudringen“, sagte der Kommandeur der zentralen Militärführung, Ali Abdollahi Aliabadi, laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.

    Dabei hatte Trump seine Plan ohnehin schon abgespeckt. Eskorten für zivile Frachter durch Kriegsschiffe der US-Navy sind ausdrücklich nicht mehr vorgesehen. Stattdessen stehen Marineschiffe lediglich „in der Nähe“ bereit, flankiert von Militärflugzeugen. Die Unterstützung durch das US-Militär umfasst Lenkwaffenzerstörer, Drohnen, mehr als 100 Flugzeuge sowie 15.000 Soldaten.

    Vertrauen der Märkte in Trump ist gering

    „Projekt Freiheit“ ist im Kern eine Koordinierungsstelle, um den Verkehr durch die Meerenge in Gang zu bringen. Dort sollen willige Reeder Informationen über die sichersten Navigationsrouten sowie über Orte erhalten, an denen Iran Seeminen verlegt hat. Der Präsident begründete seine Initiative damit, dass Länder „aus der ganzen Welt“ die USA gebeten hätten zu helfen, ihre in der Straße von Hormus festsitzenden Schiffe zu befreien. Im selben Atemzug warnte Trump, wer den Prozess störe, müsse „leider mit einer gewaltsamen Antwort“ rechnen.

    Angesichts der direkten Drohungen aus Iran halten Experten wie Kostas Karathanos die Aussicht auf eine Öffnung der Meerenge für gering. Der griechische Schiffseigner sagte dem Wall Street Journal, auf dieser Grundlage werde kaum eine Reederei eine Durchfahrt riskieren. „Der Vorschlag ist, gelinde gesagt, vage.“ Derzeit sitzen rund 1.000 Handelsschiffe mit etwa 20.000 Seeleuten im Golf fest.

    Will Trump den Krieg wieder anheizen?

    Beobachter halten es zudem für möglich, dass Trump mit dem „Projekt Freiheit“ der Wiederaufnahme der Kämpfe den Boden bereiten will: Eine Reaktion des Irans zu provozieren, „könnte die überzeugendste Rechtfertigung für die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten liefern“, schrieb Hamidreza Azizi, derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit, auf X.

    Ob das am Montag begonnene „Projekt Freiheit“ mehr als ein innenpolitisches Signal an verärgerte Wähler ist, mit dem Trump Handlungsfähigkeit demonstrieren will, werden die kommenden Tage zeigen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg weiter.

    Wie brenzlig die Lage für die internationale Schifffahrt in der Region bleibt, machte ein weiterer Vorfall deutlich. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten einen iranischen Angriff mit zwei Drohnen auf einen Tanker des staatlichen Energiekonzerns ADNOC. Verletzte seien nicht gemeldet worden, teilte das Außenministerium mit und mahnte, die Straße von Hormus dürfe nicht als politisches oder wirtschaftliches Druckmittel missbraucht werden. (mit dpa)

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