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Krieg in der Ukaine
15.03.2022

Energiepreise: Sozialverband fordert volle Rentenerhöhung ohne Dämpfungsfaktor

Trotz Energiepreisexplosion soll die Rente dieses Jahr weniger stark steigen.
Foto: Lino Mirgeler, dpa (Symbolbild)

Exklusiv Erstmals will die Bundesregierung die Rentenerhöhung wieder mit dem "Nachholfaktor" dämpfen. VdK-Sozialverbandschefin Verena Bentele warnt vor den Folgen.

Der Sozialverband VdK fordert von der Bundesregierung angesichts der explodierenden Energiepreiskosten ein volle Rentenerhöhung ohne die angekündigte Dämpfung durch den sogenannten Nachholfaktor. „Der VdK fordert, den Nachholfaktor nicht wie geplant wiedereinzuführen, denn er reduziert die Rentensteigerungen in diesem Jahr, die die Menschen zum Ausgleich der Preissteigerungen aber dringend brauchen“, sagte Verbands-Präsidentin Verena Bentele unserer Redaktion.

Rentengeneration profitiert nicht von geplanten Entlastungen

„Ältere Menschen mit geringen Renten und Erwerbsminderungsrentner profitieren von den geplanten Maßnahmen wie der Pendlerpauschale oder dem erhöhten Arbeitnehmerpauschbetrag in keiner Weise“, betonte die VdK-Chefin. „Die Regierung muss daher dringend nachbessern, denn diese Menschen leiden ganz besonders unter den hohen Sprit- und Lebensmittelpreisen.“

VdK-Präsidentin Verena Bentele.
Foto: Britta Pedersen, dpa

Die Bundesregierung müsse deshalb darauf verzichten, den 2018 ausgesetzten Nachholfaktor nun wieder zu aktivieren, wie es Sozialminister Hubertus Heil zu Jahresbeginn angekündigt hatte. Laut Schätzungen könnten die Renten im Juli 2022 damit um etwa 0,8 Prozentpunkte weniger steigen.

VdK fordert mehr Hilfen bei stark steigenden Energiepreisen

„Um mehr Menschen mit geringen oder keinem Einkommen zu entlasten, sollte die Regierung zudem die Verbrauchsteuern für Strom senken und mehr Schutzmaßnahmen gegen drohende Energiesperren einführen“, forderte Bentele. „Die Möglichkeit die Rechnung in Raten zu begleichen oder Energieschulden zu stunden, muss verpflichtend eingeführt werden“, sagte die VdK-Präsidentin. „Haushalte mit geringem Einkommen sollten zudem Zuschüsse bekommen, wenn sie energiesparende Elektrogroßgeräte anschaffen“, fügte sie hinzu.

„Zudem müssen alle, die seit der Zeit vor dem Stichtag 2019 Erwerbsminderungsrenten beziehen, endlich jenen gleichgestellt werden, die ab 2019 diese neu erhalten und von den seitdem geltenden Verbesserungen profitieren“, forderte Bentele.

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