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Mexiko: Claudia Sheinbaum ist Favoritin bei der Präsidentschaftswahl

Porträt

Die Frau, die Mexiko regieren will

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    Alles spricht dafür, dass Claudia Sheinbaum am 2. Juni von den Mexikanerinnen und Mexikanern zur Präsidentin gewählt wird.
    Alles spricht dafür, dass Claudia Sheinbaum am 2. Juni von den Mexikanerinnen und Mexikanern zur Präsidentin gewählt wird. Foto: Luis Barron, dpa (Archivbild)

    Kaum ein Porträt über Claudia Sheinbaum kommt ohne die Bemerkung aus, dass die Vita der haushohen Favoritin auf den Sieg bei den mexikanischen Präsidentschaftswahlen am 2. Juni Parallelen zum Werdegang Angela Merkels aufweist. Auch dieses nicht. Tatsächlich hat die 61-Jährige – wie die frühere deutschen Kanzlerin – Physik studiert und als Physikerin gearbeitet. Sheinbaum und Merkel stehen beide in dem Ruf, einen scharfen Verstand zu haben, sind aber auch für mitunter spröde Auftritte bekannt. 

    Mit gleicher Berechtigung könnte man jedoch die unübersehbaren Unterschiede der beiden Politikerinnen herausarbeiten. Schließlich schloss sich Sheinbaum als Studentin nicht nur einer marxistischen Gruppe an der Universität an, sie folgt bis heute absolut loyal der des amtierenden mexikanischen Präsidenten López Obrador, den eine Mehrheit im Land glühend verehrt, während ihn andere für einen gefährlichen Linkspopulisten halten, der der Wirtschaft des Landes schweren Schaden zufügt und der Drogenmafia nicht Herr wird.

    Claudia Sheinbaum wird nicht zuletzt durch Obradors Fürsprache getragen

    Es dürfte nicht zuletzt die Fürsprache Obradors sein, der nicht mehr antreten darf, die Sheinbaum wohl als erste Frau in der Geschichte Mexikos in den Präsidentenpalast tragen wird. Gleichzeitig gilt als ihr politisches Kapital, dass sie bereits über ein im Vergleich zu ihrer Konkurrentin, der indigenen Kandidatin Xóchitl Gálvez, großes Maß an Regierungserfahrung auf verschiedenen Posten verfügt. Im Jahr des Erdbebens von 2017 allerdings schien ihre Karriere in Gefahr. Sie geriet als Bürgermeisterin eines Stadtteils von Mexiko City nach dem Einsturz einer Schule mit vielen Toten und Verletzten in die Kritik – es gab verheerende Baumängel.

    Dennoch wurde sie 2018 zur Chefin des Bundesdistrikts Mexiko-Stadt gewählt – eines der wichtigsten Ämter im Land. Sheinbaum, deren Eltern ebenfalls wissenschaftlich tätig waren, setzte systematisch Programme zur Verbesserung der Luftqualität und zum Kampf gegen die allgegenwärtige Umweltverschmutzung durch – mit beträchtlichem Erfolg.

    Keine allzu große Rolle spielt bisher der Umstand, dass Claudia Sheinbaum, die in zweiter Ehe verheiratet ist und zwei Kinder hat, jüdischer Herkunft ist. Zur Enttäuschung der jüdischen Gemeinde hat sie sich auch zum aktuellen Nahost-Konflikt nicht geäußert.

    Ihre ausgezeichneten Wahlchancen schmälert das nicht.

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