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Militärparade in Moskau
09.05.2022

"Tag des Sieges": Putin würdigt russische Soldaten in der Ukraine

Ganz im Zeichen des Ukraine-Krieges: Russland begeht am 9. Mai mit dem "Tag des Sieges" über Nazi-Deutschland seinen wichtigsten Feiertag – traditionell mit großen Militärparaden.
Foto: Dmitri Lovetsky, dpa

Mitten im Ukraine-Krieg feiert Russland eine Militärparade zum Gedenken an den Sieg über Nazideutschland. Den nächsten Sieg hat Putin dabei schon im Blick – und ehrt die russischen Soldaten, die in der Ukraine kämpfen.

Noch steckt Russland tief im Angriffskrieg gegen die Ukraine – und trotzdem feiert das Land den "Tag des Sieges" mit landesweit 28 Militärparaden. Gewidmet sind sie eigentlich dem Sieg über Hitler-Deutschland im Mai 1945. 77 Jahre später steht die Parade aber im Zeichen eines ganz anderen Krieges: dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine.

„Wir müssen alles tun, damit sich die Schrecken des Krieges nicht wiederholen“, sagte Präsident Wladimir Putin zum Auftakt seiner Rede auf dem Roten Platz. Vergeblich hätte Russland den Westen aufgefordert, das russische Volk in der Ukraine anzuerkennen und zu schützen. Aber: „Die Nato-Länder haben nicht auf uns gehört“, so Putin. Bei seiner Rede sprach Putin immer noch von einer Militäroperation im Donbass, an der der Westen schuld sei. Dabei kritisierte er auch deutlich die Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine.

Putin-Rede bei Militärparade: „Ruhm unseren Streitkräften. Für Russland. Für Sieg.“

„Ihr kämpft für das Vaterland. Dafür, dass keiner die Lehren des Zweiten Weltkriegs vergisst“, sagte Putin vor einer Schweigeminute, mit der er den gefallenen Soldaten gedachte. Dann beendete Putin seine Rede mit den Worten: „Ruhm unseren Streitkräften. Für Russland. Für Sieg.“

Putin-Rede auf dem Roten Platz: Keine Generalmobilmachung oder Großoffensive angekündigt

Experten und Kreml-Kritiker erwarteten, dass Putin in seiner Rede eine Generalmobilmachung oder eine Großoffensive ankündigen könnte. Seine 10-minütige Rede widmete er aber eher den gefallenen russischen Soldaten in der Ukraine – das war bisher zum ersten Mal der Fall. Zwar verglich er die Operation weiterhin mit dem Zweiten Weltkrieg, allerdings sprach er nicht mehr von einer „Entnazifizierung“ oder „Entmilitarisierung“.

Militärparade in Moskau: Putin will Kriegsmoral der Russen stärken

Moskau ist gepflastert mit roten Fahnen. Ob auf Brücken, öffentlichen Plätzen oder Gebäuden: Überall in der russischen Hauptstadt wehen sie. Auf manchen von ihnen ist "Pobeda" zu lesen; das bedeutet "Sieg". Dieses Jahr geht es dem Kreml nicht nur wie traditionell bei der Parade um den Sieg 1945. Nazis schimpfte der russische Präsident die ukrainische Regierung. Er wolle die Ukrainer vom Nazismus befreien, der erneut sein Haupt erhoben habe, so der Präsident wiederholt in seinen vorigen Reden zum Krieg in der Ukraine. In Glückwunschtelegrammen an ehemalige Sowjetrepubliken schrieb er, es sei die heilige Pflicht, den Nazismus erneut zu bekämpfen.

Video: AFP

"Russland ist hier für immer. Daran sollte keiner zweifeln. Es wird keine Rückkehr zum Bisherigen geben. Wir werden vereint sein. Deshalb: Alles Gute zum Tag des Sieges!" erklärte Andrej Turtschak, Generalsekretär der Kreml-Partei "Geeintes Russland" bei seinem Besuch in von Russland unter Kontrolle gebrachten Gebieten.

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Zwar kann Putin heute keinen Sieg über die Ukraine und ihr nach seinen Ansichten "faschistisches Regime" verkünden. Doch er will die Schlagkraft Russlands beweisen: Raketen und Panzer rollen durch die Straßen Moskaus, 11.000 Soldaten marschieren über den Roten Platz. Präsentiert werden außerdem Kampfroboter, neue Kriegsmaschinerie und Waffensysteme, die in der Ukraine im Einsatz sind – bejubelt von zehntausenden Russen, die sich die Parade anschauen.

Die Luftshow hat die russische Führung abgesagt. "Der Luftteil findet wegen des Wetters nicht statt", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass am Montag. Eigentlich sollten 77 Flugzeuge und Hubschrauber an der Militärparade teilnehmen. Die Kampfflugzeuge sollten ein "Z" am Himmel bilden – das russische Zeichen für die "Spezialoperation", wie der Kreml den Krieg nennt. (mit dpa)

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