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Porträt
18.04.2022

Katrin Eigendorf gibt Kriegsopfern eine Stimme

Katrin Eigendorf steht bei einem Fototermin vor der Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises 2021 auf der Bühne im Funkhaus.
Foto: Rolf Vennenbernd, dpa

Die TV-Journalistin Katrin Eigendorf berichtet seit vielen Jahren aus den Kriegsregionen der Welt. Um wen sie sich am meisten Sorgen macht.

Wenn Ende Mai die Gewinner des renommierten Grimme-Preises verkündet werden, darf sich eine der Nominierten schon jetzt große Chancen ausrechnen: Katrin Eigendorf. Seit vielen Jahren berichtet die TV-Journalistin für das deutsche Publikum aus den Krisenregionen der Welt. Sie sprach in Afghanistan mit den Taliban, berichtete vom Tschetschenienkrieg und vom Arabischen Frühling und leitete mehrere Jahre das ZDF–Studio in Moskau.

Katrin Eigendorf kennt die russische Politik

Seit der russische Präsident Wladimir Putin die Ukraine mit einem brutalen Krieg überzogen hat, versucht die 60-Jährige die Ereignisse direkt aus dem Konfliktgebiet heraus einzuordnen. Und trotz aller Krisenerfahrung merkt man ihr an, dass bisweilen auch sie, der Profi, um Worte ringt. Zuletzt war sie in Butscha – jener Kleinstadt, die zum Sinnbild der russischen Gräueltaten an Zivilisten geworden war. Eigendorf erklärt, berichtet, versucht, über das notwendige Maß an Sachlichkeit aber auch die Empathie nicht zu vergessen. Sie ist mit diesem Stil das Gesicht des öffentlich-rechtlichen Senders geworden, das viele Zuschauerinnen und Zuschauer durch diese schwierigen Wochen begleitet.

Katrin Eigendorf hat mehrere Jahre in Russland gelebt.
Foto: Rolf Vennenbernd, dpa

Das Medium Magazin zeichnete sie für ihre Arbeit aus

Mit der russischen Politik ist Eigendorf bestens vertraut. Sie hat mehrere Jahre in Russland gelebt, hat über die pro-europäischen Proteste auf dem Maidan in Kiew berichtet. Nach dem Abitur in Krefeld war ihr früh klar, wohin der eigene Weg führen sollte: in den Journalismus. Eigendorf studierte am „Institut francais de presse“ in Paris, absolvierte ihr Volontariat beim WDR, ging in den 90er Jahren für die ARD als Korrespondentin nach Paris, ehe sie zunächst für RTL später für das ZDF nach Russland wechselte. Von Anfang an habe sie sich immer die Frage gestellt: „Wo ist es jetzt spannend? Wo bewegt sich die Welt?“, erzählte sie dem Deutschlandfunk. Die Zeitschrift Medium Magazin zeichnete sie für ihre Arbeit in der Kategorie „Reportage national“ als Journalistin des Jahres 2021 (1. Platz) aus. Die Begründung der Jury: „Sie gibt denen eine Stimme, die sonst nicht gehört werden, schaut da hin, wo andere wegsehen, macht komplexe Probleme verständlich – kurz, sie hat all das, was eine außergewöhnliche Reporterin braucht.“

Am meisten Sorgen macht sich Eigendorf um die Kinder

Immer mit im Gepäck hatte Katrin Eigendorf ihre beiden Kinder und ihren Mann Jörg Eigendorf, inzwischen Konzernsprecher der Deutschen Bank. Einfach war das nicht. Ihr Sohn Philip Julius kam mit einer schweren Behinderung zur Welt, er war pflegebedürftig. Mit nur 17 Jahren starb er. Eigendorf gründete die Stiftung „Philip Julius e.V.“, die Familien mit schwerstbehinderten Kindern unterstützen will. Eigendorfs inzwischen erwachsene Tochter baute sich unter dem Namen Aly Ryan eine Karriere als Popsängerin auf. 2019 nahm sie beim ESC-Vorentscheid teil.

Wohl auch aus ihrer eigenen Erfahrung heraus antwortet Katrin Eigendorf auf die Frage, um wen sie sich in der Ukraine am meisten sorge: um die Kinder.

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Die Diskussion ist geschlossen.

19.04.2022

Kann den Hype um die Frau nicht nachvollziehen, ich schalte das ZDF immer ab wenn die "berichtet"!

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