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US-Wahl 2024
12.06.2022

US-Wahl: Tritt Donald Trump zur Präsidentschaftswahl 2024 an?

Donald Trump könnte auch zur US-Wahl 2024 antreten.
Foto: Jacquelyn Martin, dpa (Archivbild)

Donald Trump hält seine Geschichte von der manipulierten US-Wahl 2020 aufrecht. Doch wird er auch bei der US-Wahl 2024 antreten?

Seit Januar 2021 ist Donald Trump nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Es gab aber wohl kaum einen US-Präsidenten in der Geschichte, der sich mit einem derart großen Knall aus dem Amt verabschiedet hat. Der Sturm auf das Kapitol hat einen riesigen Schrecken und vor allem Spuren in den USA hinterlassen, welche noch immer deutlich sind.

Und der Verursacher Trump? Um den ist es nicht leise geworden. Da stellt sich die Frage: Wird der Republikaner bei den Präsidentschaftswahlen 2024 noch einmal antreten?

Trump und die Geschichte von der gefälschten US-Wahl 2020

Trump hatte seinen Anhängern schon im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2020 immer wieder davon erzählt, dass die Wahl manipuliert werden würde. Als sein demokratischer Konkurrent Joe Biden dann eine knappe Mehrheit erringen konnte, nannte Trump die Wahl endgültig gefälscht und forderte seine Anhänger auf, gegen diese zu demonstrieren. Daraus resultierte der Sturm auf das Kapitol, welcher die Demokratie der USA in den Grundfesten erschütterte. Dieser wurde von einigen Politikern als Putschversuch bezeichnet.

Von seiner Behauptung, die mittlerweile größtenteils widerlegt werden konnte, rückt Trump noch immer nicht ab. Er bezeichnet die Wahl noch immer als manipuliert und spricht oft von einer "gestohlenen Wahl". Das ist mit Blick auf die US-Wahlen 2024 durchaus wichtig, denn auf dieser Basis würde Trump wohl seine Kandidatur aufbauen. Auch eine Rückkehr zu Twitter würde ihm in die Karten spielen.

Video: dpa

Aktuelle News: Will Trump bei der US-Wahl 2024 antreten?

Offiziell verkündet hat Trump eine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen Ende 2024 noch nicht. Das wäre aber auch unüblich, da die Wahl noch ein ganzes Stück hin ist. Der 75-Jährige hat aber bereits bei mehreren Veranstaltungen angedeutet, dass er durchaus vorhat, noch einmal Präsident der USA zu sein.

Trump ist in der Öffentlichkeit weiterhin sehr präsent. Er gibt viele Interviews. Er polarisiert und erschreckt, wie bei seinem Lob für das Vorgehen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Zudem tritt er oftmals bei Veranstaltungen auf. So auch im Februar in Conroe, einer Kleinstadt in Texas. Damals kamen zehntausende Fans, einige mit Shirts mit einer vielsagenden Aufschrift: Trump 2024.

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Tatsächlich versucht der Ex-Präsident derzeit vieles, um den Eindruck zu erwecken, als hätte er die Nominierung der Republikaner für die Präsidentschaftswahlen schon in der Tasche. Er zeigt sich als Publikumsmagnet, ist angriffslustig wie eh und je und hat außerdem eine wichtige Rolle in der Partei.

Video: dpa Exklusiv

Einfluss von Trump: Königsmacher für Kongresswahl 2022 in den USA und "Truth Social"

Trump ist auch nach seiner Abwahl der populärste Politiker rechts der Mitte. Laut dem Portal FiveThirtyEight begeistert er knapp 40 Prozent der Amerikaner. Außerdem überzeugt er 60 Prozent der konservativen Wähler. Innerhalb der Republikaner kommt derzeit kein potenzieller Kandidat ansatzweise an ihn heran.

Daher gilt Trump auch als Königsmacher für die Kongresswahl im November 2022. Nur die Kandidaten, die er stützt, dürften gute Chancen haben. Im Gegenzug müssen diese den Gedanken der manipulierten Wahl aussprechen. Mehr als 120 Kandidatinnen und Kandidaten stützt Trump derzeit.

Seinen Einfluss unter den Wählerinnen und Wählern versucht er unterdessen auch durch seinen neu geschaffenen Social-Media-Kanal "Truth Social". Bei Twitter und Facebook wurde Trump nach dem Sturm auf das Kapitol gesperrt, die Plattform ist seine Antwort darauf. Dass die App direkt auf Platz eins des amerikanischen App-Stores landete, das zeigt seine anhaltende Popularität. Die Plattform ist allerdings viel Kritik ausgesetzt, weil auf ihr oftmals nachweislich falsche Behauptungen und auch Verschwörungstheorien als "Truths" geteilt werden.

Bald könnte sich die Kommunikation Trumps aber wieder verändert, denn Elon Musk kündigte an, dass er den Ex-Präsidenten wieder bei Twitter freischalten wird, sobald er den Kurznachrichtendienst erworben hat.

Wie wären die Chancen von Trump bei den US-Wahlen 2024?

Aktuelle Prognosen des "Harvard Center for American Studies" dürften Trump Mut für eine Kandidatur 2024 machen: Derzeit würden 47 Prozent Trump wählen, wenn die Präsidentschaftswahlen 2024 jetzt stattfinden würden –nur 41 Prozent würden Biden ihre Stimme geben. 12 Prozent der Wähler gelten als unentschlossen. In einem hypothetischen Duell mit der Vizekanzlerin Kamala Harris läge Trump sogar mit 49 Prozent gegen 38 Prozent vorn.

Bis zur US-Wahl im November 2024 ist es aber noch eine ganze Weile hin. Bis zu diesem Zeitpunkt könnten Trump auch noch Ermittlungen gegen ihn zum Verhängnis werden. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss prüft derzeit, ob sich Trump im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol einer Straftat schuldig gemacht hat. Ein Abschlussbericht wird vor den Parlamentswahlen im November erwartet. Ob Trump auf seinem Weg zur Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahl 2024 von solch einem Bericht aufgehalten werden kann? Fraglich.

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