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UN-Dürrebericht
11.05.2022

UN-Bericht: Zahl an Dürren seit 2000 um 29 Prozent gestiegen

Ein neuer UN-Bericht sorgt für Unbehagen: Dürren nehmen weltweit zu. Auch in Europa. Die Folgen für Menschen und Wirtschaft könnten schwer wiegen.
Foto: Mstyslav Chernov, AP/dpa

Ein neuer UN-Bericht unterstreicht erneut die rasende Ausbreitung von Dürren. Das hat katastrophale Folgen. Auch für Europa.

Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl und Dauer von Dürreperioden global gesehen um 29 Prozent gestiegen. Das geht aus dem UN-Dürrebericht hervor, der am Mittwoch auf der 15. Weltbodenkonferenz im westafrikanischen Abidjan, Hauptstadt der Elfenbeinküste, vorgestellt wurde. Der wirtschaftliche Schaden durch Dürren wird in dem Bericht allein für die Jahre von 1998 bis 2017 mit rund 124 Milliarden Dollar (117 Milliarden Euro) beziffert.

Der Bericht sei ein "Weckruf für die Europäer"

"Land trocknet aus, fruchtbarer Boden verwandelt sich in Staub", warnte Ibrahim Thiaw, Exekutiv-Sekretär des internationalen Abkommens zum Schutz der Böden (UNCCD). "Dürren gehören zu den größten Bedrohungen einer nachhaltigen Entwicklung."

Ausgetrocknet durch viel Sonne und wenig Regen ist das Elbufer vor der historischen Altstadtkulisse Dresdens. Das könnte künftig schlimmer werden und schadet Wirtschaft und Menschen.
Foto: Robert Michael, dpa

Doch während dramatischer Mangel an Wasser, Verlust fruchtbaren Landes und anhaltende Trockenheit bislang vor allem unterentwickelte Länder wie etwa im Sahel getroffen hätten, seien zunehmend auch andere Regionen betroffen. Thiaw hatte bereits am Vortag die zunehmenden Dürren auch in Europa als "Weckruf für die Europäer" bezeichnet. "Kein Land ist immun gegen Dürre", betonte er.

Bis zu 5,7 Milliarden Menschen leben bis 2050 mit Wassermangel

Allein in diesem Jahr sind nach UN-Angaben nahezu 160 Millionen Kinder schwerer und anhaltender Dürre ausgesetzt, mehr als 2,3 Milliarden Menschen weltweit sind unzureichend mit Wasser versorgt. Bis zum Jahr 2040 könnte nach UN-Schätzungen jedes vierte Kind weltweit von Wassermangel betroffen sein.

Eine Entwarnung ist nicht in Sicht: Im Jahr 2050 könnten mehr als drei Viertel der Weltbevölkerung von Dürre betroffen sein. Dem Bericht zufolge dürften dann zwischen 4,8 und 5,7 Milliarden Menschen in Gebieten leben, in denen mindestens für einen Monat im Jahr Wassermangel herrscht. Derzeit gilt das für 3,6 Milliarden Menschen. (dpa)

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