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49-Euro-Ticket: Wie der Preis stabil bleiben könnte

Verkehr

Wie der Preis für das Deutschlandticket stabil bleiben könnte

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    Für monatlich 49 Euro mit Bussen und Bahnen durchs ganze Land gilt wohl nur noch in diesem Jahr - danach dürfte das Deutschlandticket teurer werden.
    Für monatlich 49 Euro mit Bussen und Bahnen durchs ganze Land gilt wohl nur noch in diesem Jahr - danach dürfte das Deutschlandticket teurer werden. Foto: Bernd Wüstneck, dpa

    Millionen Pendlerinnen und Pendler sparen sich durch das Deutschlandticket eine Menge Geld. Fraglich ist allerdings, wie lange der eine Fahrschein für alles, der als 49-Euro-Ticket in den Markt eingeführt wurde, so günstig bleiben kann. Die Bundesregierung geht davon aus, dass der Preis im kommenden Jahr steigen wird, von fünf bis zehn Euro ist hinter den Kulissen die Rede. Für den Bahnbeauftragten Michael Theurer gibt es vor allem einen Schlüssel, um die Kosten mittelfristig stabil zu halten: mehr Kundinnen und Kunden.

    „Der entscheidende Hebel, um die Finanzierung langfristig sicherzustellen, ist, noch mehr Menschen dauerhaft von der Nutzung des Deutschlandtickets zu überzeugen“, sagt der FDP-Politiker im Gespräch mit unserer Redaktion. Er sieht dabei auch die Länder in die Pflicht, die Vorteile des Fahrscheins zu betonen, anstatt über die Kosten zu lamentieren und damit das „Jahrhundertprojekt“ zu zerreden. Aus München bekommt die Bundesregierung allerdings Gegenwind.

    Bayern ist nicht gut auf die Bundesregierung zu sprechen

    Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter ist jedenfalls nicht gut auf die Ampel-Koalition zu sprechen. „Der Bund verspricht pro Jahr 1,5 Milliarden Euro, zahlt diese bisher aber nicht und überlässt es anderen, wie das Ticket finanziert werden soll“, sagt der CSU-Politiker unserer Redaktion. „Die Wahrheit ist: Durch den politisch gewollten günstigen Preis des Deutschlandtickets fehlt dem System nun massiv Geld. Hätten wir die Mittel in die Infrastruktur und das Angebot investiert, hätten wir jetzt nicht die dauernde Preisdiskussion“, kritisierte Bernreiter.

    Theurer hält dagegen: „Der gebetsmühlenhafte Ruf der Länder nach mehr Geld vom Bund täuscht über die Tatsache hinweg, dass die Länder grundsätzlich für die Finanzierung des Nahverkehrs verantwortlich sind. Ich appelliere an die Länder und Verkehrsverbünde, stattdessen vor Ort mehr Werbung für das Deutschlandticket zu machen und vor allem mehr Arbeitgeber für Jobtickets zu begeistern.“

    Allein im Raum München fast eine Million Deutschlandtickets

    Bei den Menschen im Freistaat kommt das Angebot jedenfalls gut an. Das zeigen Zahlen des Münchner Verkehrsverbundes MVV, der rund 10.000 Quadratkilometer Fläche mit mehr als 3,6 Millionen Einwohnern abdeckt. Er gehört damit zu den größten Nahverkehrsanbietern in Deutschland. In den Bussen und Bahnen des MVV sind inzwischen bis zu einer Million Fahrgäste mit dem Deutschlandticket unterwegs.

    Das staatlich angeschobene Angebot hat bisherige teurere Abos des Verkehrsverbundes verdrängt. Das spürt der MVV auch in der Bilanz: In Summe führe die Entwicklung 2024 zu einem Verlust von rund 300 Millionen Euro, bestätigte der Verkehrsverbund auf Anfrage unserer Redaktion.

    Theurer hält das Ticket trotz allem nach wie vor für revolutionär. „Inzwischen nutzen jeden Monat nach Angaben der Verkehrsunternehmen rund elfeinhalb Millionen Menschen das Deutschlandticket. Damit ist es gelungen, viele Menschen zum Umstieg von der Straße in den ÖPNV zu bewegen“, betont er. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Regierung mit etwa 16 Millionen Nutzern kalkuliert hatte.

    Wie viel teurer wird das Deutschlandticket?

    Nach Informationen unserer Redaktion könnte das beliebte Ticket sogar um mehr als zehn Euro teurer werden. Offiziell bestätigen will das bislang allerdings niemand. Bayerns Verkehrsminister Bernreiter sagt nur soviel: „Das Geld wird heuer auf alle Fälle verbraucht sein, sodass ehrlicherweise in 2025 mit einem deutlichen Preisanstieg gerechnet werden muss.“

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    2 Kommentare
    Alfred Wengenmaier

    Alternativ könnte in Bayern auch ein Bayernticket eingeführt werden das preislich interessant wäre. Überlegenswert wäre das allemal.

    Sebastian Günther

    Ich persönlich nutze das Bayernticket und könnte auch eine Preiserhöhung problemlos wegstecken. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass es Menschen gibt, für die 10,-€ oder 15,-€ mehr im Monat zum Problem werden. Was mich frustriert bei der Diskussion: Für das Deutschlandticket investiert der Bund 1,5 Milliarden Euro. Also für eine Maßnahme die den Nahverkehr maximal vereinfacht und allen sozialen Schichten zugute kommt. Das Dienstwagenprivileg schlägt mit mindestens 3 Milliarden Euro zu Buche (siehe z.B. Handelblatt), ist aber nur für ohnehin gut situierte Bürger von Bedeutung. Dieser Aspekt kommt viel zu kurz, auch in der Berichterstattung.

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