Wenn Markus Söder wieder allzu vollmundig die mindestens vorparadiesischen Zustände im Freistaat lobt, hat ihm so mancher schon eine gute Reise in die unendlichen Weiten ferner Galaxien gewünscht – Starwars-Tasse inklusive. Und was wurde 2018 gelacht, als der bayerische Ministerpräsident die Raumfahrt-Strategie „Bavaria One“ mit bescheidenem Logo (sein Konterfei) vorstellte.
Ein paar Jahre später hat „Söderchens Mondfahrt“ immer noch ihren Charme, allerdings müssen auch die härtesten Kritiker konstatieren: Falsch lag Söder mit seinen Ambitionen nicht. Im Gegenteil. Man mag über den sehr content-fähigen Kollateralnutzen dieser mit viel Show inszenierten Industriepolitik streiten, aber Zahlen lügen nicht. Die Weltraumindustrie, die New-Space Startups werden in Bayern immer bedeutender, sei es, weil sie Autozulieferern neue Horizonte weisen, sei es, weil moderne Landesverteidigung ohne Satelliten kaum denkbar ist. Die Staatsregierung hat hier die Zeichen der Zeit früh genug erkannt. Tut sie auch nicht immer.
Industriearbeitsplätze braucht das Land
Sagen wir so: Die Startrampe ist errichtet. Ob und wie weit die weiß-blaue Rakete fliegt, hängt auch davon ab, wie viel konjunkturellen Treibstoff es von der nicht gerade explosiven Bundesregierung gibt. Die globalen Weltraummarkt-Prognosen reichen in die Billionen Euro. Wäre gut, wenn daraus sehr viel mehr Industriearbeitsplätze entstünden, als zuletzt verloren gingen.
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