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Corona-Pandemie
19.05.2022

Warum Lauterbach für den Herbst Impfstoffe im Überfluss kauft

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach: Lieber zu viel Impfstoff, als zu wenig.
Foto: Annette Riedl, dpa

Gesundheitsminister Karl Lauterbach stellt erste Details der Impfstrategie für den Herbst vor: Der Bund steckt hunderte Millionen in neuentwickelte Impfstoffe.

Auch wenn es um eine mögliche neue Corona-Welle im Herbst geht, will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach seiner Devise treu bleiben: Lieber Impfstoff im Überfluss bestellen als langes Warten auf Impftermine riskieren. „Eine Lehre aus der Pandemie ist, nie werden wir wieder zu wenig Impfstoff haben“, betont der SPD-Politiker mit Blick auf die Impfstrategie für die kalte Jahreszeit.

830 Millionen Euro für neuen Moderna-Kombi-Impfstoff

Nach dem Sommer sollen zusätzlich zu den bisherigen Mitteln zwei neue Impfstoffe bereitstehen. Sie sollen frei nach Wahl für einen ersten oder zweiten Booster und wenn nötig auch für den Erstschutz angeboten werden: Der Bund stellt 830 Millionen Euro für den Kauf des neu angepassten Präparats von Moderna zur Verfügung, das als Kombination sowohl gegen die neuen Omikron-Varianten als auch gegen den ursprünglichen Wuhan-Typ entwickelt wurde. Moderna plant bislang, die Neuentwicklung im August auf den Markt zu bringen.

Video: AFP

Lauterbach verspricht freie Impfstoff-Wahl

Lauterbach plant Bestellungen in der Größenordnung von 40 Millionen Impfdosen. Ebenso will der Bund den neuen Biontech-Impfstoff beschaffen, der gezielt gegen die Omikron-Variante angepasst wurde. Daneben stehen die bisherigen Impfstoffe zur Verfügung, die zumindest gegen schwere Omikron-Verläufe schützen sollen.

Wenn alle Mittel auf dem Markt seien, „gäbe es die Möglichkeit, die unterschiedlichen Vakzine auch individuell zu wählen“. Ziel sei, gegen jede im Herbst mögliche Variante den passenden Impfstoff zu haben, sagt Lauterbach, der auch die Rückkehr alter Varianten für möglich hält.

Bund steckt hunderte Millionen in Erhalt der Impfzentren

Lauterbach räumt ein, dass am Ende der Bund durchaus viel mehr Impfstoff bestellt haben könnte, als am Ende benötigt wird: „Ich muss so viel Impfstoff haben, dass zur Not mit einem Impfstoff alle geimpft werden könnten“, betont er. „Wenn also neue Varianten kommen und neue Impfstoffe, dann muss man neuen Impfstoff beschaffen, derweil auch ein Teil des alten Impfstoffes verfällt“, sagt er.

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Der Bund finanziere zudem die Weiterführung der Impfzentren mit maximal 100 Millionen Euro im Monat, auch, wenn dort zurzeit wenig Nachfrage herrscht. „Wir gehen fest davon aus, dass wir im Herbst gut vorbereitet sein werden.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

19.05.2022

Streusalz-Dilemma... Kauft die Stadt 50.000 Tonnen und der Winter wird hart, dann "war ja klar dass das nicht reicht"... kauft die Stadt 50.000 Tonnen und nach einem milden Winter sind 20.000 Tonnen übrig, dann "war ja klar, dass man mal wieder zuviel kauft"... In der Regel sind es die gleichen Leute die dann rumkritteln...

Genau so ist es auch bei der Impfstoffbeschaffung. Zuerst wurde gemault, es seit zu wenig und zu spät da, jetzt soll genau dieses verhindert werden, dann passt es wieder nicht.

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19.05.2022

Der Unterschied zum Impfstoff: Streusalz ist (wenn es trocken gelagert wird) theoretisch unbegrenzt haltbar.

Und als kleine Kostenrelation: Durchschnittlich werden in Deutschland in durchschnittlichen Wintern nach Angaben des Bundesumweltamtes 1,5 Mio Tonnen Streusalz ausgebracht. Bei 200 EUR pro Tonne sind das 300 Mio EUR (in einem harten Winter kann es auch doppelt so viel sein).

Egal ob Impstoff oder Streusalz: Geplant wird mit den durchschnittlichen Werten, um ein möglichst ausgeglichenes Kosten-Nutzen-Risiko zu erhalten. Bei der Impfstoffbeschaffung in Deutschland läuft das aber - dank unserer Coronaministers - völlig aus dem Ruder:

677 Mio Impfdosen für den Zeitraum 2021 bis 2023 bestellt, davon 172 Mio bis April 2022 verimpft. Zusätzlich sollen für über 800 Mio EUR weitere beschafft werden. Zusammen mit Test usw. geht es bereits um mehrere Milliarden EUR, aber für die Leute an der "Front" (bessere Bezahlung, Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für Gesundheitspersonal) bleibt offensichtlich nichts übrig: https://www.hasepost.de/lauterbach-erhaelt-weitere-millionen-fuer-impfstoff-beschaffung-308522/

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20.05.2022

Streusalz wirkt immer gegen Schnee und Eis, da deren Strukturen auch gleich bleiben.

Viren wandeln sich, sie mutieren. Aus dem Grund war die WIkrung der bisherigen Impfstoffe etwa auf Omicron kaum noch gegeben. Wer zuviel alten Impfstoff auf Vorrat kauft, ohne zu wissen ob un welche Mutation kommt, kann am Ende zwimlich viel weg werfen.

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21.05.2022

Das Problem ist das gleiche: Es sind immer die gleichen Gscheithaferl die es besser wussten. Hinterher versteht sich.

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19.05.2022

Das sind größtenteils alte Impfstoffe - spätestens im Herbst veraltet. Man Mensch weiß, welche Variante im Herbst oder Winter vorherrscht.

Hat auch nur ein einziges Präparat schon eine vollständige und reguläre Zulassung? Auf jeden Fall sollten erst einmal alle Politiker geimpft werden.

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18.05.2022

Da ist jemand im Kaufrausch! Mit Stand April wurden in Deutschland von insgesamt 677 Mio Dosen 172 Dosen verimpft. Jetzt sollen für über 800 Mio Euro weitere Dosen dazukommen? Gleichzeitig verhindert Lauterbach eine systematische Untersuchung des Immunitätsstatus der deutschen Bevölkerung, kümmert sich nicht um andere Themen seines Ressorts und lässt sich im Gesundheitsausschuss des Bundestages kaum blicken.

Der Mann ist überfordert und eines Ministeramtes nicht würdig!

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18.05.2022

"Warum Lauterbach für den Herbst Impfstoffe im Überfluss kauft" Antwort: Weil eres nicht bezahlen muß sondern der Steuerzahler.

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18.05.2022

Nein, weil er klug vorausdenkt. Lieber zuviel Impfstoff als zuviel Tote. Aber dazu muss man natürlich über den Tellerrand kucken...

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19.05.2022

@Hans Ludwig M.: ganz richtig, in meinen Augen. Endlich mal eine dezente Ausgabe für uns Deutsche und nicht eine zuzm Anheizen des aktuellen Krieges und der unsinnigen Sanktionen gegenüber Russland.

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19.05.2022

@Hans und Wolfgang: Also ist es klug einfach ins blaue hinein solche Ausgaben zu tätigen, oder wie darf man solche Aussagen verstehen? Als er die letzte große Charge bestellt hatte, war bereits klar, dass sich nicht ganz Deutschland impfen lassen möchte. Aber er wollte seine Impfpflicht durchbringen. Er hat mit seinen Maßnahmen tausende Betriebe in den Ruin gestürzt. Und jetzt will er nicht mal bei der Evaluierung der Maßnahmen mithelfen, weil es keine ausreichenden Daten gibt? Warum dann so viel Impfstoff bestellen? Es hat doch bereits jeder Corona durchlebt - egal ob ungeimpft oder geimpft. Die Pharma verdient sich einen Arsch voll Geld damit... und WIR müssen es finanzieren. Mittlerweile habe ich in die Politik nicht nur kein Vertrauen mehr, sondern unterstelle böse Absichten...

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