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Wie stark ist Iran wirklich? Neue Geheimdienstanalysen offenbaren Details

Krieg

Iran bleibt militärisch laut Geheimdienstanalysen deutlich stärker als von der US-Regierung behauptet.

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    Der Iran soll noch immer über den größten Teil seines Raketenarsenals verfügen.
    Der Iran soll noch immer über den größten Teil seines Raketenarsenals verfügen. Foto: Sepahnews/ZUMA Press Wire/dpa

    Einen Namen hat die nächste Phase des Kriegs in Iran schon. „Operation Sledgehammer“ soll der Schlag heißen, falls der Waffenstillstand kippt. Eine Entscheidung darüber will Donald Trump nach dem Gipfel mit Chinas Präsident Xi Jinping in Peking treffen. Das Thema steht dort ganz oben auf der Agenda. Vor der Abreise kündigte der US-Präsident an, nach seiner Rückkehr werde er mit „einer großen Gruppe von Generälen“ über die nächsten Schritte beraten. Der Fernsehsender NBC zitiert einen hohen Trump-Mitarbeiter mit den Worten: „Der Status quo wird so nicht bleiben.“

    Welche Optionen die Militärs ihrem „Commander in Chief“ überhaupt anbieten können, bleibt allerdings offen. Die Generäle wissen, dass die Lage sehr viel ernster ist, als das rosige Bild glauben macht, das Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth der Öffentlichkeit verkaufen. Das beginnt bei Irans verbliebener Stärke, reicht über bedenklich schwindende Munitionsvorräte bis hin zu erstaunlich präzisen Gegenschlägen Teherans. Auch nach 13.000 amerikanischen Angriffen bleibt das Regime ein gefährlicher Gegner.

    Geheimdienstanalysen belegen, wie ernst die Lage ist

    Wie ernst die Lage ist, das belegen Geheimdienstanalysen, aus denen die New York Times zitiert. Demnach hat Iran Zugriff auf 30 seiner 33 Raketenstellungen entlang der Straße von Hormus. Von dort aus kann Teheran amerikanische Kriegsschiffe und Öltanker in der Meerenge bedrohen. Auch landesweit ist das Bild beunruhigend. Die Mullahs verfügen weiter über 70 Prozent der mobilen Abschussrampen und 70 Prozent des Raketenarsenals aus Vorkriegszeiten. Rund 90 Prozent der unterirdischen Lager- und Startanlagen seien „teilweise oder vollständig einsatzbereit“.

    Die Pentagon-Planer hätten wegen knapper bunkerbrechender Bomben darauf verzichtet, die Anlagen vollständig zu zerstören. Stattdessen versiegelten sie nur die Eingänge – mit gemischtem Erfolg. Mobile Abschussrampen im Inneren der Stellungen können die Raketen abfeuern oder an andere Orte verlegen.

    Trump wetterte gegen Medien, die Zahlen veröffentlichten

    Die Washington Post hatte vergangene Woche ähnliche Zahlen veröffentlicht. Trump wetterte dagegen und beschwerte sich auf seinem PR-Kanal „Truth Social“, es sei „virtueller Verrat“, von einer wiedererstarkten iranischen Armee zu sprechen. Pentagon-Sprecher Joel Valdez kanzelte die New York Times und andere Medien als „PR-Agenten des iranischen Regimes“ ab.

    Selbst wenn Geheimdienstschätzungen mit Unsicherheiten behaftet sind, dürften die Kapazitäten Irans weit größer sein als von Donald Trump behauptet. Neu veröffentlichte Satellitenaufnahmen bestätigen frühere Berichte, wonach die iranischen Streitkräfte mit überraschend präzisen Schlägen große Schäden auf den amerikanischen Militärstützpunkten in der Region anrichteten.

    Munitionslager rapide gelehrt

    Am härtesten traf es die Kasernen der Fünften Flotte in Bahrain sowie Camp Buehring und Camp Arifjan in Kuwait. Unterkünfte für Soldaten wurden ganz oder teilweise zerstört. Drohnen drangen wiederholt in die unzureichend geschützten US-Basen ein. Schützenhilfe kam offenbar aus Peking. Ein an Iran verkaufter Spionagesatellit namens TEE-01B lieferte den Revolutionsgarden hochauflösende Bilder kurz vor und nach den Schlägen.

    Besonders große Sorge bereiten den Generälen die rapide geleerten Munitionslager. In der ersten Phase des Krieges verschoss das US-Militär rund 1.100 weitreichende Tarnkappen-Marschflugkörper – fast den gesamten verbliebenen Bestand. Mehr als 1.000 Tomahawks schlugen in iranische Ziele ein, das Zehnfache der Jahresproduktion. Hinzu kommen 1.300 Patriot-Abfangraketen, mehr als das Doppelte dessen, was Lockheed Martin jährlich herstellt.

    Generalstabschef Dan Caine wand sich bei einer Anhörung im Kongress vor einer klaren Antwort nach den Lagerbeständen. „Wir verfügen über ausreichend Munition für die Aufgaben, mit denen wir derzeit betraut sind“, erklärte er. Welche Optionen für die „Operation Sledgehammer“ bleiben, ist derzeit ebenso unklar wie die Frage, ob bereits bestellte, von Europa bezahlte Waffen an die Ukraine geliefert werden können.

    Zweifel an der Kostenrechnung des Pentagons

    Auch die Kostenrechnung des Pentagons nährt die Zweifel. Der für die Pentagon-Zahlen zuständige Jay Hurst bezifferte die Kriegskosten am Dienstag im Kongress auf rund 29 Milliarden Dollar – vier Milliarden Dollar mehr als zwei Wochen zuvor. Grund seien „aktualisierte Reparatur- und Ersatzkosten“ sowie „allgemeine Betriebskosten.“

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