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Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai: Die freie Presse muss gestärkt werden – auch in Deutschland

Kommentar

Kritik vonseiten der Politik wird immer maßloser: Die freie Presse muss gestärkt werden

Daniel Wirsching
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    Am 3. Mai ist Internationaler Tag der Pressefreiheit – und diese gehört gestärkt. Auch in Deutschland.
    Am 3. Mai ist Internationaler Tag der Pressefreiheit – und diese gehört gestärkt. Auch in Deutschland. Foto: Fabian Sommer, dpa

    Wo finden Menschen noch wirklich zueinander? Im Sonntagsgottesdienst? Am Stammtisch? Auf Tiktok, Facebook, X? Anders formuliert: Wo gibt es jenen dringend nötigen gesellschaftlichen Dialog?

    Es gibt ihn in und mithilfe von Medien. Wie kürzlich vor den Kommunalwahlen in Bayern und der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Allein unsere Redaktionen boten Dutzende Diskussionsveranstaltungen an, die Tausende besuchten. Deren Interesse an der Wahlberichterstattung führte an den Tagen rund um die Wahl- und Stichwahltermine auch zu Rekordabrufzahlen der digitalen Angebote unserer Mediengruppe.

    Seriöse Medien sind Stützen unserer Demokratie und Gesellschaft

    Ein Beispiel nur, das zeigt: Seriöse Medien sind Stützen unserer Demokratie und Gesellschaft. Weil sie den gesellschaftlichen Dialog organisieren und gewährleisten. Es ist eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Eine, deren Bedeutung massiv zunehmen wird.

    Je mehr sich unsere Welt ausdifferenziert, desto weniger Verbindendes gibt es. Und desto weniger Organisationen, die Menschen ins Gespräch miteinander zu bringen vermögen. In Gesprächen, in denen man andere Meinungen als die eigenen und neue Argumente kennenlernt – und so ein Verständnis füreinander entwickelt.

    Gesellschaft und Demokratie leiden dort, wo seriösen Medien die Arbeit erschwert wird

    Vielleicht mehr denn je braucht es einen solchen Dialog. Kirchen etwa oder Parteien haben jedoch mit großen Herausforderungen zu kämpfen. Noch bringen sie Menschen zusammen. Bloß: Das Ausmaß, in dem ihnen das gelingt, und ihre Bindungskräfte schwinden. Die Schlagwörter lauten: Kirchenkrise und Politikverdrossenheit. Sie lauten: Filterblasen, Vereinzelung, Polarisierung.

    Wenn aber derart viel zerfällt, was zusammenhält, dann kann das zur Gefahr für Gesellschaft und Demokratie werden. Wie in den USA unter Trump; wie in Ungarn unter Orbán. Gesellschaft und Demokratie leiden dort und überall besonders, wo seriösen Medien die Arbeit erschwert und Journalisten zu Feinden erklärt werden.

    An diesem 3. Mai ist Internationaler Tag der Pressefreiheit – und die freie Presse gehört gestärkt. In den USA, in Ungarn, hierzulande. Sie ist es schließlich, die Informationen und Meinungen vermittelt – und die zwischen den Menschen vermittelt. Seriöse Medienhäuser stehen mit ihren Journalistinnen und Journalisten dafür ein, die Mitte zu wahren, durch Recherchen und Einordnungen, die auf dem Grundsatz basieren, „die andere Seite zu hören“. Sie liefern die Fakten, auf die sich vertrauensvoll aufbauen lässt. „Alternative“ oder „soziale“ Medien tun das Gegenteil. Sie stärken die Ränder, spalten die Gesellschaft, unterhöhlen die Demokratie.

    Die Kritik an seriösen Medien wird vonseiten der Politik pauschaler und maßloser

    Statt allerdings, um nur das zu nennen, die marktbeherrschenden Digitalgiganten endlich wirksam zu regulieren, können diese weitgehend ungebremst, intransparent und nach rein ökonomischen Logiken den öffentlichen Diskurs beeinflussen, lenken, verzerren. Und statt gegen diese fortgesetzte Verantwortungslosigkeit entschieden vorzugehen, werden auch in Deutschland seriöse Medien geschwächt. Dass sie trotz anderslautender Beteuerungen nicht nennenswert gefördert werden, ist das eine. Das andere ist, dass Kritik an ihnen vonseiten der Politik pauschaler und maßloser wird.

    Die Pressefreiheit ist ein gefährdetes Gut. Die gute Nachricht ist: Jede und jeder kann sie stützen. Durch den Besuch einer Diskussionsveranstaltung, den Austausch mit Journalisten und nicht zuletzt durch die Bereitschaft, Qualitätsjournalismus mitzufinanzieren. Etwa durch ein Abonnement.

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