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Eingeklemmter Nerv: Kribbelnde Finger? Was hinter dem Karpaltunnelsyndrom steckt

Eingeklemmter Nerv

Kribbelnde Finger? Was hinter dem Karpaltunnelsyndrom steckt

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    Schmerzen und Kribbeln in den Fingerspitzen und der Hand sind oft auf ein Karpaltunnelsymdrom zurückzuführen.
    Schmerzen und Kribbeln in den Fingerspitzen und der Hand sind oft auf ein Karpaltunnelsymdrom zurückzuführen. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn/dpa

    Es passiert zum Beispiel beim Fahrrad- oder Autofahren, beim Telefonieren, beim Arbeiten am Rechner. Oder auch nachts, wenn man mal aufwacht: Die Finger kribbeln, fühlen sich pelzig an, sind taub oder schmerzen.

    Dass die Hand gelegentlich einschläft, ist normal. Passiert das jedoch ständig, kann ein Karpaltunnelsyndrom dahinterstecken. Drei Fragen und Antworten dazu.

    Was ist das Karpaltunnelsyndrom?

    Karpaltunnel - so heißt der Durchgang zwischen Hand und Unterarm, durch den verschiedene Nerven laufen, wie Handchirurg Michael Fendler von der Helios Manus Klinik in Krefeld erklärt. Dazu gehört auch der sogenannte Mittelnerv. Er gibt Signale an die Hand und die Finger weiter.

    Hat er allerdings nicht genug Platz, weil er gequetscht oder eingeklemmt wird, kommen die Nervensignale dort nicht mehr richtig an. Ursache können übermäßige Beanspruchungen des Handgelenks sein.

    Dann entstehen ein Kribbeln, Taubheitsgefühle und Schmerzen in der Hand, vor allem in Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Der kleine Finger bleibt dabei verschont: Er wird von einem anderen Nerv versorgt. Der Schmerz kann sich bis in den Arm ausbreiten. Fendler zufolge treten die Symptome oft auch nachts auf, da viele Menschen die Hände beim Schlafen anwinkeln.

    Schreitet die Erkrankung voran, wird vor allem der Daumen kraftloser, die Muskulatur in seinem Ballen bildet sich zurück. Handarbeiten und das Aufdrehen einer Flasche sind dann eine Herausforderung. Spätestens dann ist Zeit, sich ärztliche Hilfe zu suchen. Denn: Wird der Mittelnerv über lange Zeit gequetscht, hat keine Gelegenheit mehr, sich zu erholen - die Finger bleiben dann dauerhaft gefühllos.

    Wer hat ein erhöhtes Risiko, ein Karpaltunnelsyndrom zu entwickeln?

    Handchirurg Fendler zufolge sind Betroffene meist zwischen 40 und 70 Jahre alt, Frauen bekommen diese Krankheit häufiger als Männer. Überdurchschnittlich oft betroffen sind auch Menschen, die regelmäßig Maschinen mit starker Vibration bedienen, Presslufthammer zum Beispiel. Risikofaktoren sind auch Vorerkrankungen wie Rheuma und Diabetes. Und auch hormonelle Veränderungen im Zuge einer Schwangerschaft oder der Wechseljahre können das Syndrom begünstigen.

    Wie werden Betroffene das ständige Kribbeln wieder los?

    Ist die Erkrankung nicht zu weit fortgeschritten, kann bereits eine Handgelenkschiene Linderung bringen, so Michael Fendler. Betroffene tragen sie nachts, um das Handgelenk ruhigzustellen.

    Zusätzlich sollten Betroffene darauf achten, ihre Handgelenke nicht zu überlasten. Wer viel am Rechner arbeitet, sollte den Schreibtischstuhl also so einstellen, dass die Unterarme auf einer Linie mit der Tastatur liegen. Auch eine Handballenauflage am Maus-Pad kann das Gelenk beim Arbeiten entlasten, rät Fendler. Was ebenfalls hilft: Bei langen Telefonaten zwischendurch die Hände wechseln.

    Generell sinnvoll: kleine Pause in den Alltag einbauen, in denen man das Handgelenk dehnt und ausschüttelt.

    Zusätzlich können Kortison-Spritzen vorübergehend Linderung bringen. Ist die Erkrankung schon fortgeschritten, lässt sich eine Operation oft nicht umgehen. Der Arzt oder die Ärztin durchtrennt dann das Karpalband über dem Karpaltunnel, wodurch sich der Druck auf den Mittelnerv verringert. Außerdem wird Gewebe entfernt, das den Nerv einengt.

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