Weiter mit Tracking durch Dritte

Besuchen Sie unsere Website mit personalisierter Werbung und Werbetracking durch Dritte. Details und Informationen zu Cookies, Verarbeitungszwecken sowie Ihrer jederzeitigen Widerrufsmöglichkeit finden Sie in der Datenschutzerklärung und in den Privatsphäre-Einstellungen.

Weiter mit dem PUR-Abo

Nutzen Sie unser Angebot ohne Werbetracking durch Dritte für 4,99 Euro/Monat. Kunden mit einem bestehenden Abo (Tageszeitung, e-Paper oder PLUS) zahlen nur 0,99 Euro/Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des PUR-Abos finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Zum Angebot Bereits PUR-Abonnent? Hier anmelden

Tracking durch Dritte: Zur Finanzierung unseres journalistischen Angebots spielen wir Ihnen Werbung aus, die von Drittanbietern kommt. Zu diesem Zweck setzen diese Dienste Tracking-Technologien ein. Hierbei werden auf Ihrem Gerät Cookies gespeichert und ausgelesen oder Informationen wie die Gerätekennung abgerufen, um Anzeigen und Inhalte über verschiedene Websites hinweg basierend auf einem Profil und der Nutzungshistorie personalisiert auszuspielen.

Verarbeitungszwecke:
Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen

Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Gerätekennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.

Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen

Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.

▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌ ▉▌▌▉▍▉▌▌▉▍▉▍▉▍ ;▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌
Newsticker
Selenskyj stellt Landsleute auf harten Winter ein
  1. Startseite
  2. Reise
  3. Ägypten: „Gold, lauter Gold“: Wie das Grab Tutanchamuns gefunden wurde

Ägypten
02.11.2022

„Gold, lauter Gold“: Wie das Grab Tutanchamuns gefunden wurde

Ein Foto aus dem Jahr 2004 zeigt das Grab des Tutanchamun mit Sarkophag.
Foto: François Guénet, Akg-images/epd/dpa

Vor 100 Jahren, am 4. November, hat Howard Carter das Grab von Tutanchamun entdeckt. In Luxor kommt man dem berühmten Architekten ganz nahe.

Wo könnte er nur hin sein? Ist er in aller Früh mit dem Esel den Weg hinauf ins Tal der Könige geritten, um die kühlen Morgenstunden für Grabungen auszunützen? Ist er gar wegen einer spektakulären Nachricht davon geeilt? Aber hätte Howard Carter in diesem Fall wirklich seine hölzerne Kamera in der Ecke des Esszimmers zurückgelassen? Alles nur ein Gedankenspiel … Doch das Bett des berühmten Archäologen und Tutanchamun-Entdeckers sieht aus, als wäre er erst vor wenigen Minuten aus den Federn gesprungen.

Verknittert das Laken, das Kopfkissen zerknautscht. Kein Wunder, dass das Kopfkino sofort anspringt. Kaum tritt man über die Schwelle des Carter-Hauses, schon beginnt eine Zeitreise in das Ägypten des frühen 20. Jahrhunderts. Unerwartet nahe kommt man hier Howard Carter, dieser Legende unter den Archäologen. An diesem Schreibtisch dokumentierte er also den Fund seines Lebens, der einen beispiellosen Ägyptenhype auslöste. Ach, und da hängt ja sogar noch sein grauer Filzhut ...

Macht sich Ägypten zum Jahrestag selbst das größte Geschenk?

Vor 100 Jahren, am 4. November, entdeckte Howard Carter im Tal der Könige das Grab des Pharaos Tutanchamun – durch einen geradezu unglaublichen Zufall. Dabei hatte dieser Tag mit einem denkbar schlechtem Omen begonnen. Wie könnte es auch anders sein, wenn man ein Pharaonengrab findet? Aber dazu später. Vorher schnell ein Abstecher in die Gegenwart. Nach Kairo. Noch ist die Geheimniskrämerei groß und auch die in der Regel bestens informierten Touristenführer können nur Zeichen deuten. Auf den Tag genau 100 Jahre nach der Entdeckung des berühmtesten Pharaonengrabes der Welt, könnte sich Ägypten mit der Eröffnung des Neuen Ägyptischen Museums, dem Grand Egyptian Museum (GEM) selbst das größte Geschenk machen.

Howard Carter und ein Arbeiter vor dem Sarkophag Tutanchamuns. In seinem Haus bei Luxor hat er den Fund dokumentiert.
Foto: Wegner

Die Eröffnung des spektakulären Museumsbaus gleich in der Nähe der Pyramiden wurde immer wieder verschoben, nun würde alles passen, wird in der Hauptstadt spekuliert. Der Jahrestag am 4. November, der Klimagipfel in Ägypten ab 5. November. Beeindruckender könnte man den internationalen Delegationen das historische Erbe Ägyptens nicht präsentieren. Die Ausmaße des Museumspalasts mit einer Gebäudelänge von mehr als einem Kilometer würden jedem Pharao Respekt abverlangen. 50.000 Exponate aus den unterschiedlichen Epochen der Ägyptischen Reiche werden zu sehen sein, 30.000 davon wurden zuvor nie gezeigt. Ist es endlich eröffnet, wird das GEM das größte archäologische Museum der Welt sein. Herz der Ausstellung: die 5000 Exponate aus dem Grab Tutanchamuns, die erstmals vollständig gezeigt werden können. Höhepunkt natürlich die berühmte Totenmaske. Was für eine Ironie der Geschichte: Tutanchamun war zwar der unbedeutendste Pharao in der Geschichte Ägyptens, doch seine Grabbeigaben sind der größte Schatz des Landes. Seine ungeheure posthume Karriere hat Tutanchamun dem banalen Umstand zu verdanken, dass sein Grab als einziges nie von Grabräubern entdeckt worden ist. Der Kindkönig, der mit neun den Thron bestieg und bis zu seinem frühen Tod wohl nur eine Marionette der Priester war, steht wie kein anderer Pharao für den Stolz und den Mythos Ägyptens, zieht Millionen Touristen ins Land.

Das Arbeitszimmer des Archäologen Howard Carter
Foto: Doris Wegner

Und doch geht es im Haus von Howard Carter ruhig zu, das etwas abseits der klassischen Touristen-Rennstrecke zwischen dem Tal der Könige und den berühmten Ausgrabungsstätten von Luxor liegt. Seit einigen Jahren kann das dunkelbraune Haus im ägyptischen Stil besichtigt werden. Alles wirkt berührend authentisch. Carters Schreibtisch mit den Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem Tal der Könige, das Esszimmer mit den verstaubten und vergilbten Büchern, darunter „Die Geschichte Ägyptens“. Und schließlich das Gästezimmer für Lord Carnarvon mit dem fein gemachten Bett und den alten Lederkoffern. Alles noch da. Carters Hut dürfen sich Fans manchmal aufsetzen, gegen ein kleines Trinkgeld für den Aufseher, versteht sich. Auf dem Esstisch Briefe in fast zarter Schrift. Leider nicht zu entziffern. Jahrelang ließ ihn die fixe Idee von einem geheimnisvollen, vergessenen Pharao nicht los, der wohl schon in der Antike aus den Listen der Pharaonen gestrichen wurde. Auch sein Grab war in den antiken Verzeichnissen im Tal der Könige nicht genannt.

Howard Carter jedoch war während seiner langjährigen Arbeit für andere Archäologen immer wieder auf rätselhafte Hinweise auf einen Kindpharao gestoßen ... Lord Carnarvon, ein englischer Dandy mit ausgeprägtem Ägyptenspleen, finanzierte schließlich die Ausgrabungen im Tal der Könige. Ein bescheidenes Archäologenleben führte der Brite in seinem „Carter Castle“, wie das Haus scherzhaft von Lord Carnavon genannt wurde. Ohne Strom und fließend Wasser, aber mit einem Koch, einem Hund, einem Esel und einem Vogel, der dem Archäologen sehr ans Herz gewachsen war.

Das Grab Tutanchamuns wurde durch ein Missgeschick entdeckt

Nun aber zum bösen Omen. Dass der geliebte Vogel Carters ausgerechnet am Morgen des 4. November von einer Kobra gefressen wurde, habe viel zur Legendenbildung rund um den berühmten Fluch des Pharao beigetragen, erzählt Abdulnaby Helmy, Brille, schmales Gesicht, schelmisches Lächeln. „Die Kobra gilt in der ägyptischen Mythologie als Beschützerin der Toten“, erklärt der Ägyptologe. Kaum sei das Tierdrama passiert, geschah das nächste Missgeschick, das aber in die Geschichtsbücher eingehen sollte.

Gegen zehn Uhr habe Ali, ein Bub, der die Grabungsmannschaft täglich mit Wasser versorgte, die gesamte Tagesration auf einer Anhöhe verschüttet, erzählt Helmy. Das Rinnsal sei den Hang hinuntergeflossen, habe gerölligen Schutt weggespült und in der Tiefe Treppen erkennbar gemacht. 16 Stufen, die zu einer versiegelten Tür führten, direkt unter dem Grab vom Ramses V. Ein Königsgrab an dieser Stelle? „Das hatte niemand vermutet“, erzählt Helmy. War dies tatsächlich das Grab Tutanchamuns? Carter bewältigte eine unfassbare Geduldsprobe. Er ließ die Stufen wieder zuschütten, benachrichtigte Lord Carnarvon von seinem Fund und wartete geschlagene 19 Tage, bis sein Finanzier aus England eintrifft. Bis dahin bange Fragen.

Video: AFP

Warum war das Siegel zerbrochen? Werden Grabräuber schneller gewesen sein? Am 23. November bohrte Carter vorsichtig ein Loch in die wieder freigelegte Tür. Auf die bange Frage Lord Carnarvons, was er sehe, habe Carter geantwortet: „Gold, lauter Gold!“ Der Archäologen-Traum war in Erfüllung gegangen. Carter fand das bis heute einzige vollständig erhaltene Pharaonengrab in der Geschichte Ägyptens. Sein erster Eindruck: vergoldete Leoparden, Streitwagen, Hocker und Truhen – alles auf einem unordentlichen Haufen. Es sollte Monate dauern, bis er sich zur Grabkammer und dem Sarkophag des jungen Königs vorarbeitete.

Der spektakuläre Grabschatz löste einst eine regelrechte Ägytomanie aus

Die Vielzahl der spektakulären Grabbeigaben lösten einst den ersten Medienhype und eine regelrechte Ägyptomanie aus, die nie ganz abebbte. Jeder kennt die berühmte blau-goldene Totenmaske des Tutanchamun. In den 80er Jahren tingelte eine Ausstellung mit einer Auswahl der Grabbeigaben durch Europa, danach standen die Menschen in der sengenden Sonne im Tal der Könige Schlange, um nur einmal einen Fuß in das Grab setzen zu können. Und noch immer wollen die meisten, die das staubtrockene Gräbertal besuchen, die spektakuläre Entdeckungsgeschichte von Tutanchamun nachspüren, obwohl es das kleinste und unscheinbarste ist und es darin im Vergleich zu den anderen Gräbern kaum Malereien und Schriften zu sehen gibt, es nicht wie andere zig Meter tief in den Fels gehauen wurde. Um die Besucherströme zu entzerren, wurde neben dem Carter-Haus eine Replik angelegt.

Die Hüte von Howard Carter hängen noch immer in seinem Haus.
Foto: Doris Wegner

Zurück nach Kairo zum Grand Egyptian Museum. Dort werden die Besucherinnen und Besucher künftig zwei Möglichkeiten haben, sich Tutanchamun zu nähern. Sie werden sein Leben biographisch vom Leben bis zum Tod oder aus Sicht eines Archäologen vom Tod bis zur Geburt nachvollziehen können, erklärt Claudia Luxbacher, Pressesprecherin des Ateliers Brückner in Stuttgart, das 2016 den Auftrag für die Präsentation des Grabschatzes Tutanchamuns erhielt.

Erstmals werden sämtliche Objekte aus dem Grab Tutanchamuns zu sehen sein

Zwei parallel verlaufende Flügel, je rund 180 Meter lang und bis zu 16 Meter hoch, bilden die sogenannte Tutanch-amun Galerie. Dort werden nach der Eröffnung sämtliche Objekte aus dem Grab Tutanchamuns zu sehen sein, exakt 5400 Artefakte – darunter etwa 3000, die noch nie zu sehen waren. Ein goldener Himmel wird über den Neugierigen schweben. Diese unterschiedlichen Parcours sollen helfen, die erwartete Besucherzahl von 15.000 Menschen am Tag ohne Gedränge zu allen Objekten oder – für die ganz eiligen Reisegruppen – nur zu den Höhepunkten zu leiten. Auf immensen 7500 Quadratmetern. Das Leben Tutanchamuns werde dennoch „als stimmige, räumlich eindrucksvolle Erzählung erlebbar“, so Claudia Luxbacher. Die Idee der Ausstellungsmacher: Die Besucher begleiten den sagenumwobenen Gottkönig durch sein Leben und über den Tod hinaus bis zum Leben im Jenseits. Zuletzt (oder zuerst) erreichen sie sein Grab in Form eines abstrakten, medial bespielten Modells in Originalgröße.

Viel neuer Ruhm also für Tutanch-amun, von dem die Welt vielleicht nie erfahren hätte, wenn Howard Carter weniger hartnäckig gewesen wäre. Dabei hat ein Ägyptenkenner dem Archäologen einstmals ein denkbar schlechtes Zeugnis ausgestellt: „Ein gutmütiger Kerl, dessen Interesse sich ganz auf Malerei und Naturwissenschaften konzentriert. Es hat keinen Sinn, ihn zum Ausgräber auszubilden“.

*

Dem Jungen Ali, der de facto das Grab entdeckt hat, wurde kein Ruhm zuteil. Er habe ein ganz normales Leben geführt und sei sehr alt geworden. Seine Familie soll zu den bekannten Schatzsuchern Ägyptens zählen.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.