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Ausflugstipp
21.04.2022

Kochel am See: Kunstausflug ins Blaue Land

Zwei Frauen sitzen am Kochelsee und betrachten die tief stehende Sonne über den Bergen.
Foto: Felix Hörhager, dpa

Die Gegend hat schon viele Kreative begeistert: Ein Spaziergang in schöner Natur am See und ein Besuch im Franz-Marc-Museum in Kochel.

Und ganz am Schluss erhalten der See und die Berge die Hauptrolle: Wer irgendwann den zweiten Stock im Franz-Marc Museum erreicht hat, landet in dieser Aussichtskanzel. Vier Stühle, Sitzplätze wie in einer großen Glasvitrine, zu Füßen der eisblaue Kochelsee dahinter die bewaldeten Berge. Hier muss man sich einfach hinsetzen und innehalten, denn das ist der Moment, in dem man versteht, was Franz Marc, seine Frau und all seine Künstlerkollegen an dieser Gegend fasziniert hat. Blaue Berge, blaues Land, blauer See, blauer Reiter.

Das Franz Marc-Museum in Kochel am See.
Foto: Thomas Kujat/Tourist Information Kochel/dpa

Ein kurzer, relativ steiler Anstieg führt am Ortsausgang von Kochel hinauf zum Franz-Marc-Museum, das 2008 einen modernen Anbau erhalten hat. Schon auf dem Weg begleiten Skulpturen von Per Kirkeby und Tony Cragg die Besucherinnen und Besucher.

Viele Werke von Franz Marc sind rund um den Kochelsee entstanden

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Werke von Franz Marc. Seine berühmten Tierbilder etwa: Der „Eselsfries“, die „Gazellen“, „Springendes Pferd“ und dazu zahlreiche Ölskizzen, die rund um den Kochelsee entstanden sind und die künstlerische Entwicklung des expressionischen Künstlers nachvollziehbar machen. An den Wänden Postkarten, die sich die Ehepaare Klee und Marc geschrieben haben, Einladungen mit kleinen Illustrationen, die ganz unverstellt vom Leben der Künstler erzählen.

In der Sammlung aber auch zu sehen: August Mackes berühmte „Große Promenade“ und Improvisationen von Kandinsky, Werke von Gabriele Münter. Im zweiten Obergeschoss zieht Anselm Kiefers großes Gemälde „Unter der Linde an der Heide“ die Blicke unweigerlich auf sich.

Durch Kochel führt ein Kunstspaziergang

Über 100 Werke Marcs umfasst die Sammlung, Skizzenbuchblätter mit Bleistiftzeichungen und vieles mehr. Nachdem Franz Marc 1916 im Ersten Weltkrieg gefallen war, freundete sich seine Witwe Maria Marc mit dem Galeristenehepaar Etta und Otto Stangl an, die in München in ihren Schauräumen zeitgenössische, abstrakte Malerei präsentierten. Das Paar beriet die Witwe beim Verkauf der Werke ihres Mannes und bemühte sich zudem die Gemälde in den deutschen Museen langfristig unterzubringen.

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Irgendwann entstand der Plan, ein eigenes Museum für den Künstler zu konzipieren – und zwar in der Landschaft, in der Marc gelebt hatte und wo seine Hauptwerke entstanden sind. Wer einige Orte selbst besuchen möchte, kann einem gut 4,5 Kilometer langen Kunstspazierweg durch Kochel folgen. Direkt am Parkplatz des heutigen Trimini ist übrigens Marcs „Frau in Winterlandschaft auf grüner Bank“ entstanden.

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