Für die einen ist Urlaub auf Teneriffa vor allem Erholung: stundenlang am Strand liegen, abschalten, nichts tun müssen. Andere nutzen die Insel als Sportrevier und sammeln auf dem Rad oder zu Fuß Kilometer um Kilometer. Und dann gibt es viele, die irgendwo dazwischenliegen: Familien und Urlauber, die zwischendurch einfach mal eine schöne Wanderung machen möchten, ohne gleich eine große Tour daraus zu machen.
Genau dafür eignet sich Teneriffa perfekt. Über die Insel verteilt warten einfache Strecken im Norden, Süden, Osten und im Inselinneren, und jede fühlt sich ein bisschen anders an: schwarzer Vulkanboden, geheimnisvoller Wald, karge Höhenlandschaften oder Wege entlang der Küste mit Blick aufs Meer. Hier sind fünf Wanderwege, die auch für Einsteiger gut geeignet sind.
Die schönsten Wanderungen auf Teneriffa: 1. Zwischen Erjos und Monte del Agua – weiter Blick über die Landschaft
Eine unvergleichliche Aussicht bietet der Aussichtsbalkon mit Blick auf den Monte del Agua nahe Erjos im Westen von Teneriffa. Dorthin führen mehrere Wege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, nachzulesen bei Tenerife ON, der offiziellen App des Cabildo de Tenerife, also des Inselrats.
Für Anfänger eignet sich demzufolge besonders der selbstgeführte Wanderweg ab der Plaza Nueva in Erjos: Erst geht es durch den Ort und über Felder, später in wilderer Landschaft etwas steiler bergauf. Am Ziel wartet die Plattform mit Blick über Baumwipfel und Kakteen bis zur Bergspitze. Hin und zurück sind es knapp drei Kilometer, insgesamt dauert die Tour etwa eine Stunde.
Etwas anspruchsvoller ist die Runde von Tenerife ON mit einer Dauer von über vier Stunden und einer Länge von mehr als neun Kilometern. Neben der Aussichtsplattform gehören dazu auch der Lorbeerwald, ein Blick auf Teneriffas höchsten Berg, den Teide, sowie die Teiche, die sogenannten Charcas de Erjos.
2. Alto de Guamaso – Wanderung über den Wolken
Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Ob das stimmt, kann man ganz einfach am Wanderweg Alto de Guamaso austesten, verrät webtenerife.de, die offizielle Tourismuswebsite von Teneriffa. Start- und Endpunkt der Tour ist El Portillo, der Wendepunkt liegt an der Landstraße TF-24 etwa bei Kilometer 42,3.
In rund drei Stunden führt die etwa sechs Kilometer lange Route auf 2019 bis 2086 Höhenmetern um einen markanten Vulkankegel herum bis zum Krater. Besonders spannend ist jedoch der Blick hinunter ins Valle de La Orotava: Das Tal ist häufig von Wolken bedeckt, sodass man sich fühlt, als würde man über den Wolken laufen.
Der Wanderweg in Zentralteneriffa im Gebiet des Teide-Nationalparks hat laut der Touristenwebsite noch mehr Besonderheiten. Er verläuft in einem Übergangsraum zwischen Hochgebirgsbuschland und Kiefernwald. Außerdem lassen sich immer wieder Vulkanbomben entdecken – also Gesteinsbrocken, die bei früheren Ausbrüchen weggeschleudert wurden.
Wer ein Fernglas und eine Vogelbestimmungs-App dabei hat, entdeckt mit etwas Glück auch einheimische Arten wie Kanaren-Zilpzalp, Kanarenpieper, Brillengrasmücke, Teydefink und Kanarenmeise. Und wer aufmerksam ist, findet mit Glück auch den Kanaren-Streckfuß: Eine Raupe, die durch die langen Haare gut zu erkennen ist.
3. Bosque Encantado – durch den Zauberwald von Teneriffa wandern
Bei einer Wanderung im Anaga-Gebirge, ganz im Norden der Insel, kann es magisch werden: Dort liegt nämlich der Zauberwald „Bosque Encantado“. Vor allem für und mit Kindern ist das ein idealer Weg, rät Angela Misslbeck, Autorin eines Reiseblogs, der sich an Familien und Alleinerziehende richtet. Aber nicht nur Kinder können an der Vorstellung Spaß haben. Wer würde sich nicht gern durch einen Zauberwald mit Lorbeer- und Papierbäumen, langen, hängenden Flechten und hohen Farnen bis zum Gipfel eines kleinen Berges, dem Chinobre, schlagen? Und sich dort zu einem verdienten Picknick mit Blick über die gebirgige Nordostküste bis zum Teide niederlassen?
Start- und Endpunkt ist laut dem Blog der Parkplatz und die Bushaltestelle „Bosque Encantado / La Ensillada“ an der TF-123, östlich von Bailadero und rund 25 Kilometer von der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife entfernt. Der Pico de Chinobre, also der Gipfel des Berges, markiert die Mitte des Rundgangs. Den Abzweig vom Wanderweg nach rechts Richtung Chinobre kann man leicht verpassen, warnt der Reiseblog.
Ein Beitrag auf Komoot, einer Navigations-App und Plattform für Outdoor-Aktivitäten, hat die Route getrackt: Sie dauert knapp über zwei Stunden und ist 6,6 Kilometer lang. Die Wege sind gut ausgebaut, und die Steigung ist nicht zu hoch – insgesamt legt man nämlich nur rund 220 Höhenmeter zurück.
4. Ecomuseo de la Piedra – ab ans Meer bei dieser Wanderung auf Teneriffa
Neben Vulkanlandschaften und Wanderwegen fliegt man nach Teneriffa natürlich auch wegen des Meeres. Warum also nicht an der Küste entlangwandern und dabei den berühmten Arco de Tajao, den Sandbogen bei San Miguel de Tajao, besuchen?
Der Online-Wanderroutenplaner Sunhikes empfiehlt dafür eine Route im Südosten der Insel entlang einer spektakulären Küstenlandschaft. Passend zum Namen ist das Ecomuseo de la Piedra gleichzeitig ein Freilichtmuseum: Auf mehr als vier Kilometern stehen zahlreiche Informationstafeln zur vulkanischen Entstehungsgeschichte der Region sowie zur historischen Nutzung von Gestein und heimischen Pflanzen.
Die Runde dauert je nach Tempo etwa zwischen eineinhalb und etwas mehr als zwei Stunden. Den Arco de Tajao kann man auch über Abkürzungen erreichen. Sunhikes weist darauf hin, dass der Hauptpfad zwischen vielen Trampelpfaden stellenweise nicht leicht zu erkennen ist – verlaufen könne man sich aber nicht.
Sicherheitshinweise für Wanderer
Auch leichte Wanderungen sind nie völlig risikofrei und können Gefahren mit sich bringen.
Informieren Sie sich vor der Wanderung, rät die offizielle Tourismuswebsite: Die zuständige Verwaltungsstelle, in deren Zuständigkeitsbereich die Wanderroute jeweils liegt, teilt auf Nachfrage mit, ob der Wanderweg wegen widriger Witterung nicht empfehlenswert ist oder ganz beziehungsweise teilweise gesperrt wurde.
Holen Sie im Ernst- oder Notfall Hilfe, rät zudem die Website vom kanarischen Rettungs- und Notfalldienst: Auch auf Teneriffa ist die 112 die Nummer für den Notruf.
Zusätzlich gibt es die Smartphone-App FRESS112. Sie ergänzt den Notruf, indem sie über GPS zusätzliche Standortdaten direkt an die Leitstelle übermittelt. Der größte Vorteil ist die schnelle, moderne Kontaktaufnahme mit Rettungsdiensten. Nutzer können in Echtzeit wichtige Informationen weitergeben, per normalem Anruf, per Instant Messaging oder Chat sowie durch das Senden von Fotos und Videos. Gleichzeitig werden der Standort auf einer Karte und relevante Gesundheitsdaten mitgesendet.
5. Sámara – das schwarze Land auf Teneriffa auf einer Wanderung entdecken
Beim Rundweg am erloschenen Vulkan Sámara im südöstlichen, zentralen Teide-Nationalpark wandert man durch schwarze Ebenen und über dunkel gefärbte, pyroklastische Sedimente aus Lapilli und Schlacken, also vulkanischen Auswurfprodukten. Das erklärt die offizielle Tourismuswebsite von Teneriffa. Vereinzelt ragen wie Krieger kanarische Pinien empor, die in der Lage sind, die kargen Vulkanböden zu besiedeln.
Auf der rund fünf Kilometer langen Route, die etwa drei Stunden dauert, kann man zudem zur Spitze des Sámara aufsteigen. Von dort eröffnen sich spektakuläre Panoramablicke auf mehrere Vulkankegel, Kiefernwälder sowie auf die Berge Teide und Pico Viejo. Unterwegs kann man außerdem blühende Flora wie Ginster, Klebrigen Drüsenginster und Skabiose sowie Tiere wie Turmfalken und die Kanareneidechse entdecken.
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