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Gesundheit
25.12.2021

Die Kur ist wieder da: Das sind Deutschlands beliebteste Badeorte

Die Kur ist wieder zurück. Die Krankenkassen bezahlen ab 2022 diese als Vorsorgeleistung.
Foto: Maridav, Adobe Stock

Neuer Schwung für eine alte Idee: Ab 2022 wird die Badekur wieder Kassenleistung. Einige Kurorte sind sogar Unesco-Welterbe. Welche Orte besonders attraktiv sind.

Wer etwas für seine Gesundheit tun möchte, dem bezahlen die Krankenkassen ab 2022 wieder eine Kur zur Vorsorge: Die Kosten für medizinische Anwendungen werden übernommen, auch Zuschüsse zu Unterkunft und Verpflegung sind möglich - so steht es im gerade verabschiedeten „Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung“. Die rund 350 deutschen Kur- und Heilbäder punkten aber nicht nur mit ihrem Wissen in Sachen Gesundheit, sie bieten auch Rad- und Wanderurlaubern sowie Familien alles, was einen erholsamen Urlaub ausmacht. In der Region fährt man deswegen nach Bad Wörishofen, nach Bad Grönenbach oder nach Oberstaufen. Wir stellen sieben beliebte Bäder zwischen Alpen und Ostsee vor für alle, die es weiter wegzieht.

Baden-Baden: Kurtradition seit der Römerzeit

Gemeinsam mit Bad Kissingen und Bad Ems ist Baden-Baden einer der elf europäischen Kurorte, die jüngst von der Unesco als „bedeutende Kurstädte Europas“ ausgezeichnet wurden und sich nun mit dem Titel Welterbe schmücken können. Die Bädertradition von Baden-Baden beruht auf heilsamem Thermalwasser aus etwa 2000 Metern Tiefe, in dem bereits die Römer Linderung bei Gelenkbeschwerden suchten. Im 19. Jahrhundert flanierten Dostojewski, Zar Nikolaus, Queen Victoria und Bismarck durch die weitläufigen Parkanlagen zum Kurhaus mit seiner markanten Säulenfront. Welterbe-Spaziergänge und Stadtführungen führen zu prächtigen Villen, verträumten Altstadtgassen und auf den Michaelsberg. Neben dem Friedrichsbad und den Caracalla-Thermen tragen die Spielbank sowie das Theater- und Konzerthaus zum Ruf des traditionellen Kurorts bei.

Ein Kurgast in der Europatherme im bayerischen Bad Füssing.
Foto: Armin Weigel, dpa

Bad Füssing: Europas größte Thermenlandschaft

Erfolgsgrundlage des niederbayerischen Heilbads ist Europas weitläufigste Thermenlandschaft: Drei Thermen und 23 Hotels mit eigenem Thermalwasseranschluss bieten 100 verschiedene Therapie-, Bade- und Entspannungsbecken mit zusammen 12.000 Quadratmetern Wasserfläche. Das bis zu 56 Grad heiße Thermalwasser hilft unter anderem bei Arthritis, Wirbelsäulenleiden, Osteoporose und Stoffwechselkrankheiten. Dazu gibt es ein 460 Kilometer umfassendes Rad- und Wanderwegenetz und einen Bewegungs- und Barfuß-Parcours, in dem an verschiedenen Stationen Kraft, Ausdauer und Koordination trainiert werden können.

Bad Elster: Sprudelbad in der Königskabine

Im Dreiländereck Sachsen, Bayern und Böhmen gelegen, ist Bad Elster Mineralheilbad und zugleich eines der ältesten Moorheilbäder Deutschlands. Von Herz- und Kreislauferkrankungen über Rheuma und Arthrosen bis hin zu Harnwegserkrankungen reicht das Wirkungsspektrum. Zur Anwendung kommen Moor- und Wannenbäder sowie Trinkkuren. Das Zentrum des sächsischen Staatsbads ist von der Gründerzeit geprägt. Im weitläufigen, rund 30 Hektar großen Kurpark mit sechs verschiedenen Parkbereichen liegt das historische Albert-Bad: Kunstvolle Jugendstil-Ornamente und ein Kohlensäuresprudelbad in der Königskabine machen den Besuch zum Erlebnis. In der Soletherme, die von einer Solequelle im Elstertal gespeist wird, schweben die Besucher und Besucherinnen im Salzsee oder genießen ein Licht- und Klangbad.

Bad Nauheim: Heilsame Quellen im Taunus

Als Kneippheilbad oder Kneippkurort dürfen sich Orte bezeichnen, in denen Wasserkuren nach Sebastian Kneipp – in diesem Jahr wird der 200. Geburtstag des gern als Wasserdoktor bezeichneten Priesters gefeiert – durchgeführt werden. Seit 2011 trägt auch Bad Nauheim diesen Titel, wobei das Heilbad schon seit Jahrhunderten für seine Quellen bekannt ist. Ziel der Kneipp-Methode ist es, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Ein Bummel durch die historischen Kuranlagen mit Parks und dem Sprudelhof-Ensemble sowie zahlreiche Themenwanderwege durch Taunus und Wetterau sorgen für zusätzliche Erholungsmomente.

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Norderney: Heilung durch die Kraft des Meeres

Norderney ist eine der sieben Ostfriesischen Inseln an der Nordseeküste und befindet sich mitten im Wattenmeer, das seit 2009 Unesco-Weltnaturerbe ist. Da ist es naheliegend, dass die Insel mit Thalasso ganz auf die Kraft des Meeres setzt: Angesichts des Meeresklimas wird jeder Strandspaziergang und jedes Bad in der Brandung zur heilsamen Anwendung. Dazu laden drei „Thalasso-Plattformen“ aus Holz als Aussichtspunkte zum Durchatmen ein, zehn „Thalasso-Kurwege“ führen zum Teil direkt am Meer entlang. Meerwasser, Algen, Salz und Schlick kommen im „Badehaus“ zum Wohl der Urlauber und Urlauberinnen zum Einsatz.

Die deutschen Küstenorte sind beliebte Reiseziele, aber auch traditionsreiche Kurorte finden sich im Norden.
Foto: Carsten Rehder, dpa

St. Peter-Ording: Durchatmen am Nordseestrand

Typisch für das Nordseeheil- und Schwefelbad St. Peter-Ording sind auf Stelzen gebaute Häuser: 13 der bis zu 100 Jahre alten Pfahlbauten, die heute Cafés und Restaurants beherbergen, sind entlang des zwölf Kilometer langen Sandstrands erhalten. Die natürlichen Heilmittel Meerwasser, Schwefelsole und Schlick helfen unter anderem bei Atemwegs- und Hauterkrankungen sowie rheumatischen Beschwerden. Das Meerwasser- und Erlebnisbad Dünen-Therme bietet neben zahlreichen Becken auch drei Rutschen. Interessant für Familien: Das Nationalparkhaus vermittelt Infos rund um den Nationalpark Wattenmeer, auf der Halbinsel Eiderstedt starten Wattwanderungen, und im Westküstenpark leben tierische Nordseeküstenbewohner wie Seehunde.

Thalasso-Anwendung auf Norderney: Fürs Wohlbefinden kommt die Kraft der Natur zum Einsatz.
Foto: Nicolas Chibac, dpa

Usedom: Kaiserlich baden auf der Ostseeinsel

Mit rund 3,9 Millionen Übernachtungen behaupteten die drei benachbarten „Kaiserbäder“ Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin im Vor-Corona-Jahr 2019 die Spitzenplätze in Mecklenburg-Vorpommern. Die lange Tradition der Seebäder auf der Ostseeinsel Usedom zeigt sich an vielen prächtigen Villen im Stil der Bäderarchitektur, die mit allerlei Türmchen, Balkonen und Stuck verziert sind – schon zur Kaiserzeit war eine Sommerfrische an der Ostsee sehr in Mode. Sehenswert: Die Seebrücke Heringsdorf ist mit 508 Metern die längste ihrer Art Deutschlands. Zur Erholung tragen neben Spaziergängen entlang der zwölf Kilometer langen Strandpromenade, die bis zum polnischen Swinemünde führt, Thalasso-Behandlungen und ein Besuch der Ostseetherme bei.

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