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Tirol
08.09.2022

Auf Entdeckungstour in den Hohen Tauern: Das geht auch mit Kindern

Wer weiß, wo sich Gämsen, Murmeltiere und Co. besonders gerne aufhalten? Der Ranger hat uns im Nationalpark Hohe Tauern das Spektiv eingestellt.
Foto: Sandra Baumberger

Im größten Nationalpark der Alpen gibt es neben der spektakulären Bergkulisse von Großglockner und Co. auch die Big Five zu bestaunen. Dazu gehören ganz besondere Affen.

Kurz kommt der Verdacht auf, dass das doch nicht mit rechten Dingen zugehen kann: Kaum hat Ranger Simon Zeiner im Nationalpark Hohe Tauern sein Spektiv aufgebaut, haben wir auch schon was zu gucken: Direkt gegenüber des Wildtierbeobachtungsturms Oberhaus liegt ein stattlicher Rothirsch in einer kleinen Höhle. Und zwar so regungslos, dass man ihn glatt für ausgestopft halten könnte. „Den habt ihr doch extra für die Touris da hingestellt“, witzelt einer. Doch dann wendet der 16-Ender majestätisch den Kopf – und Simon Zeiner ist über jeden Zweifel erhaben.

Ranger Simon zeigt, wie man an einem Horn das Alter eines Steinbocks bestimmen kann.
Foto: Sandra Baumberger

Er hat uns durch den Oberhauser Zirbenwald im Defereggental geführt, den größten geschlossenen Zirbenwald der Ostalpen. Und auch da gab es schon jede Menge zu sehen: unten den Erlsbach, einen mal fast gemächlich und dann wieder wild schäumenden Gebirgsbach, und rechts und links davon die überwältigende Bergkulisse der Ostalpen. Und natürlich jede Menge Zirben. Bis zu 1000 Jahre können sie alt werden und dabei Temperaturen bis zu minus 40 Grad trotzen, erklärt Ranger Simon, und auch, wie man die Zirbe von der übrigen Kiefernverwandtschaft unterscheiden kann: Ihre Nadeln stehen immer zu fünft in Büscheln zusammen, bei der Kiefer sind es nur zwei.

Die giftigste Pflanze im Alpenraum? Da halten die Kinder lieber Abstand

Er erzählt, dass sich eine Zirbe schon mal 40 Jahre Zeit lassen kann, bevor sie die für Schnäpse und Liköre begehrten Zapfen bildet. Auf die darin enthaltenen Samen hat sich ein Vogel spezialisiert, der irritierenderweise Tannenhäher heißt, obwohl er mit Tannen eher wenig zu schaffen hat. Die Tiroler, erklärt der Ranger, nennen ihn deshalb viel treffender und auch lautmalerischer „Zirbengratsche“ oder auch „Gärtner des Waldes“, weil er für die Vermehrung der Zirben sorgt.

Die Kinder begeistert Simon mit den „Pfnotschelen“, den Blüten des Aufgeblasenen Leimkrauts, die so lustig „pfnotscheln“, wenn man sie auf den Handrücken ditscht. Und dann sind da der Eisenhut und der Frauenmantel, die beide auf ihre Weise faszinierend sind: der Eisenhut, weil er die giftigste Pflanze im Alpenraum ist und nicht von ungefähr im Volksmund auch Witwen- und Schwiegermutterkraut genannt wird: Frauen, die ihren unliebsamen Ehemann loswerden wollten, sollen Teile der Pflanze unter deren Leintuch gelegt oder ihre Kleidung damit eingerieben haben. Über den Schweiß haben die Opfer das Gift dann aufgenommen und schnell das Zeitliche gesegnet. Die Kinder halten daraufhin lieber ein bisschen mehr Abstand zu den leuchtend blauen Blüten, die bis gerade eben das Bergidyll perfekt gemacht haben.

Der Eisenhut ist die giftigste Pflanze im Alpenraum – und richtig schön.
Foto: Sandra Baumberger

Aber zum Glück gibt es ja auch den harmlosen Frauenmantel. Simon deutet auf einen Tropfen, der auf einem der flauschigen Blätter zu sehen ist. „Das ist kein Regen oder Tau“, erklärt er. „Den sogenannten Guttationstropfen bildet die Pflanze selber. Den haben die Kaiserinnen früher getrunken, weil’s ewige Jugend verspricht.“ Ob es wirklich Zufall ist, dass er einer der jüngsten Ranger des Nationalparks ist? Simon grinst nur breit und führt uns weiter durch den Zirbenwald.

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Für Flachlandtiroler kann diese Bezeichnung übrigens durchaus irreführend sein: In Erwartung einer schattigen Wanderung haben einige trotz der sommerlichen Hitze auf Käppis und Sonnenmilch verzichtet. Aber so ein Wald auf 1759 Metern Höhe ist halt bei weitem nicht überall so dicht, wie man das aus tieferen Lagen gewöhnt ist. Schön ist er – wie man auch vom Wildtierbeobachtungsturm gut sehen kann – freilich trotzdem: Der kubische Twister ist mit 22 Metern etwas höher als die höchsten Zirben, sodass man sich fühlt, als würde man mitten in ihren Baumkronen stehen. Nicht zu vergessen der eingangs erwähnte Rothirsch, der in seiner Höhle ausharrt, als würde er darauf warten, dass alle ihn nicht nur durch das Spektiv sehen, sondern – was gar nicht so leicht ist – auch selbst mit dem Fernglas finden.

Zu Kreuzotter und Bartgeier: Mit einem Ranger durch den Nationalpark Hohe Tauern

Mit dem sucht der Ranger immer wieder den Himmel ab. Schließlich gibt es hier auch Bartgeier und Steinadler, die sich an diesem Tag allerdings nicht blicken lassen. Dafür entdeckt eines der Kinder am Wegesrand einen Kreuzotter. Tot zwar, aber trotzdem so faszinierend, dass sich die anfangs ob der Wanderei noch skeptische Zehnjährige sogar zu einem Lob hinreißen lässt: „Das ist ja viel cooler, als ich’s mir vorgestellt hab’.“

Möglicherweise würde sie das auch über das zweitägige Waldwildniscamp sagen, das in einer Hütte des Nationalparks nicht weit vom Beobachtungsturm für Kinder zwischen zehn und 14 Jahren angeboten wird. Das Plumpsklo schreckt sie jedenfalls schon mal nicht, und die Hütte wirkt richtig gemütlich. Wir machen hier eine Brotzeitpause und müssen dabei dankenswerterweise nicht auf das sogenannte „Jägerbrot“ zurückgreifen, den Blütenboden der Silberdistel. „Ich hab’s mal probiert, aber allzu gut schmeckt’s nicht“, findet Simon.

Die Umbalfälle sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.
Foto: Sandra Baumberger

Am nächsten Tag stellt er sein Spektiv am Fuße des Großglockners im Kalser Ködnitztal auf. Während sich der höchste Berg Österreichs hinter einer dicken Wolke versteckt, lassen sich wie bestellt mehrere Murmeltiere beobachten. Ausgestopft sind die ganz bestimmt nicht, aber vielleicht ja dressiert? Immerhin will uns der Ranger nach Möglichkeit die „Big Five“ der Hohen Tauern präsentieren, nämlich Murmeltiere, Bartgeier, Steinadler, Steinbock und Gams. Vor Ort überrascht er dann aber auch noch mit Katzen, Bären und – kein Witz – sogar Affen. Die schwingen sich hier allerdings nicht von Baum zu Baum, sondern wuseln durchs Gras. Es handelt sich nämlich um junge Murmeltiere, deren Eltern Bären (Männchen) und Katzen (Weibchen) sind, wie Simon erklärt und dabei glaubhaft versichert, dass er uns keinen Bären aufbinden will. Außerdem lassen sich ein Gamsrudel, ein Turmfalke, ein Reh mit Kitz und ein weißer Rehbock sehen. Tierisch was los also, wobei das erfreulicherweise wirklich nur für die Wildtier-Safari gilt. Denn irgendwie scheint Osttirol trotz seiner spektakulären Landschaft ein Geheimtipp und damit ideal für den Familienurlaub zu sein. Überlaufen ist es hier jedenfalls nirgends.

Auch die Steinböcke, deren Alter wir dank des Rangers nun anhand ihrer Hörner bestimmen könnten, kraxeln an diesem Tag offenbar lieber anderswo herum. Bartgeier und Steinadler machen sich ebenfalls weiter rar. Doch der Blick auf den Großglockner, den die Wolke jetzt doch noch freigibt, ist dafür Entschädigung genug. Außerdem wurde vor kurzem direkt am Parkplatz ja auch noch das Großglocknerpanorama gebaut, das nicht nur einen tollen Ausblick bietet, sondern auch jede Menge Infos über die Big Five.

Auch im Nationalparkhaus in Matrei gibt es einiges zu entdecken

Die Chance, sie in freier Wildbahn zu entdecken, hat theoretisch jeder: entweder direkt vom Parkplatz oder von einem der Wanderwege aus, deren Spektrum von kinderleicht bis zur anspruchsvollen Klettertour reicht. Dank leihbarer Zuggeräte und eines barrierefreien Lehrwegs können auch Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer in die faszinierende Bergwelt eintauchen.

An diesem Nachmittag ist das beinahe wörtlich zu verstehen: Plötzlich regnet es in Strömen. Wie gut, dass es unten in Matrei – übrigens dem idealen Ausgangspunkt, um die Region zu erkunden – das Nationalparkhaus gibt. Die interaktive Ausstellung, die kostenlos zugänglich ist, stellt die Lebensräume des größten Schutzgebiets der Alpen vor und wartet mit beeindruckenden Zahlen auf: Wer hätte schon gedacht, dass der Nationalpark mit seinen 1856 Quadratkilometern mehr als viermal so groß ist wie das Stadtgebiet von Wien? Oder dass es hier rund 4300 Kilometer Wege für Wanderer und Bergsteiger gibt? Und mehr als 300 Berggipfel, die echte Dreitausender sind?

Der Natur-Kraft-Weg als Wasserschaupfad am rauschenden Gletscherbach mit Wasserfall-Regenbögen

Sogar einen Steinbock bekommt man im Nationalparkhaus aus nächster Nähe zu Gesicht. Er ist zwar nun wirklich ausgestopft, riecht aber immerhin täuschend echt. Und durchs „Fernglas“ schauen kann man hier auch: Zu sehen sind 360°-Videos von den Nationalpark-Hotspots. Die Kinder öffnen Klappen und Schubladen, drehen am Info-Rad und erwecken das 3D-Relief der Hohen Tauern per Knopfdruck zum Leben. Auf einer Schautafel sind die Umbalfälle am Großvenediger zu sehen, die man sich auch im Original nicht entgehen lassen sollte.

Die Isel, ein Gletscherbach, stürzt hier bei Prägraten über viele Stufen donnernd ins Tal. Auf dem Natur-Kraft-Weg, dem ersten Wasserschaupfad Europas, kann man den Bach ein Stück auf seinem tosenden Weg begleiten – und von Ranger Simon unter anderem erfahren, warum das Wasser so milchig aussieht: Es enthält das Gesteinsmehl, zu dem der Gletscher, der Umbalkees, die Steine unter sich zermahlen hat. Gletschermilch nennt man das. An heißen Sommertagen ist das Wasserschauspiel nachmittags am beeindruckendsten, wenn das meiste Schmelzwasser in den Umbalfällen ankommt. Die Gischt bildet dann im Sonnenlicht lauter kleine Regenbögen und sorgt für angenehme Abkühlung.

Apropos: Eine gewisse Coolness oder zumindest Schwindelfreiheit erfordern die Plattformen schon, die bis zu 30 Meter in die Schlucht hineinragen und über ihr zu schweben scheinen. Wer sich aber auf den Gitterboden wagt, dem bieten sich einzigartige Ausblicke auf die Stromschnellen. Und auch der Blick nach oben wird hier endlich belohnt: Simon hat weit über den Gipfeln einen Bartgeier ausgemacht. Die schwarze Silhouette lässt nur erahnen, wie riesig der Vogel sein muss, der mit einer Flügelspannweite von fast drei Metern zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt gehört. Fehlen also nur noch ein leibhaftiger Steinbock und ein Steinadler, um die Big Five komplett zu machen. „Das machen wir extra fürs Marketing“, sagt Ranger Simon mit einem breiten Grinsen. „Wir wollen ja, dass die Leute einen Grund haben, wiederzukommen.“

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