Neben dem Prager Fernsehturm gilt das einstige InterConti an der Jugendstilbrücke Čechův most als hässlichstes Gebäude der Stadt: Lupenreiner Brutalismus auf neun Stockwerken, mit Stahlbeton, Metallfassaden – und als Kontrast facettenreiche Kubismus-Häuser als Nachbarn. Zu ČSSR-Zeiten, 1974 fertiggestellt, galt es als architektonisches Juwel, in welches das erste Luxushotel im Land einzog.
Fünf Jahre lang wurde das Hotel umgebaut
Seit letztem Sommer ist das edle Fairmont Golden Prague neuer Gastgeber: Die fünfjährige Komplettsanierung und dem Stil angepasste Neubauten wie das Spa mit dem in der kalten Jahreszeit beheizten Outdoor-Pool und Jacuzzi, übrigens der einzige Hotel-Pool dieser Art in Prag, verschlangen rund 500 Millionen Euro.
„Prag hat nur noch eine Handvoll Gebäude im Stil des Brutalismus“, sagt Marek Tichy, Chefarchitekt der Fairmont-Renovierung. „Wir wollten nicht nur die wuchtig, schnörkellose Brutalismus-Fassade retten, sondern auch in der Innenarchitektur an die 1970er Jahre erinnern und versuchten, ein Generationsstatement als Gesamtkunstwerk zu schaffen.“
In Prag gibt es nur noch wenig im Stil des Brutalismus
Belegt durch eine Reihe von Zitaten aus den 1970er Jahren: etwa 20 original Kronleuchter aus dem InterConti, Leder- und Plüschsofas, Holzvertäfelungen, Glaskunst, wie die 17 Tonnen schwere Glaswand im Spa oder der rekonstruierte Kaminplatz. Braun- und Goldtöne nehmen zudem die Außengrundfarbe auf: Lobby und Dienstkleidung des Personals ist beige-braun, wie auch die Zimmer mit klassischen Fünf-Sterne-Annehmlichkeiten wie King-Size-Betten, Marmorbad, Turn-Down-Service. Der Vorgängerbau des heutigen Fairmont hieß übrigens Haus zum Schiff, in dem einst Franz Kafka wohnte.
Fairmont Golden Prague, Pařížská 30, Prag, Tel. +420 296 631 111, prague@fairmont.com, www.fairmont.com, DZ ab 300 €
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