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Zu alt zum Auswandern? Diese Länder haben eine Altersgrenze für Einwanderer

Auswandern

Zu alt zum Auswandern? Diese Länder haben eine Altersgrenze für Einwanderer

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    Die Koffer werden gepackt, die Wohnung ist gekündigt: Auswandern ist für viele ein Traum, doch je nach Land entscheiden Alters- und Punktesysteme über die Einwanderung.
    Die Koffer werden gepackt, die Wohnung ist gekündigt: Auswandern ist für viele ein Traum, doch je nach Land entscheiden Alters- und Punktesysteme über die Einwanderung. Foto: AnnaStills, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Ein neues Land, Sonne statt Regen, vielleicht ein besserer Job: Auswandern ist für viele Menschen in Deutschland längst zu einer realistischen Option im Lebensentwurf geworden. Dabei gibt es jedoch eine unsichtbare Hürde, die nur selten ausgesprochen wird: das Alter. Denn wer auswandern will, trifft nicht nur auf Bürokratie- und Sprachbarrieren, sondern muss sich womöglich auch mit einem System auseinandersetzen, das nach Lebensjahren sortiert.

    Wie das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) berichtet, können sich rund 21 Prozent der Menschen in Deutschland vorstellen, das Land zu verlassen. Besonders häufig befinden sich darunter jüngere Personen mit einer Einwanderungsgeschichte. Migration ist damit kein Randphänomen, sondern avanciert vielmehr zur konkreten Wunschvorstellung, die stark vom Erwerbsleben geprägt ist, meldet auch das Handelsblatt. Doch haben manche Länder eine Altersgrenze für Einwanderer?

    In welche Länder zieht es deutsche Auswanderer am häufigsten?

    Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) macht deutlich: Die Entscheidung, auszuwandern, basiert weniger auf einer Unzufriedenheit mit dem eigenen Land, sondern vielmehr auf der Entscheidung für neue Chancen, berufliche Entwicklung oder persönliche Erfahrungen. Im Schnitt seien Auswanderer etwa Mitte 30, also mitten im Arbeitsleben.

    Wie das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung schreibt, führt die Schweiz die Rangliste der beliebtesten Auswanderungsländer in Europa an, gefolgt von Österreich und Spanien.

    Die zehn beliebtesten Auswanderungsziele deutscher Staatsbürger in Europa im Jahr 2024 waren demnach:

    PlatzLandDeutsche mit Wohnsitz im europäischen Ausland
    1Schweiz323.574
    2Österreich232.739
    3Spanien128.049
    4Frankreich91.100
    5Niederlande85.176
    6Belgien40.987
    7Italien35.104
    8Schweden33.395
    9Dänemark28.179
    10Norwegen26.469

    Gründe für eine Auswanderung innerhalb Europas sind vor allem geografische Nähe, wirtschaftliche Verflechtung und die vergleichsweise geringe Hürde. Denn wie das Bundesministerium des Innern (BMI) erklärt, gilt innerhalb der EU die Freizügigkeit. Bürger können sich ohne Visum in anderen Mitgliedstaaten niederlassen, dort arbeiten und leben. Formale Altersgrenzen gibt es dabei nicht.

    Die bpb wirft zudem einen Blick außerhalb Europas. Dabei verschiebt sich die Platzierung laut einer Auswertung aus dem Jahr 2022. Obgleich die Schweiz und Österreich noch immer die ersten Plätze einnehmen, befinden sich die USA auf dem dritten Platz. Auch Großbritannien, die Türkei und Polen sind hier unter den Top 10 zu finden.

    Gibt es beim Auswandern überhaupt Altersgrenzen?

    Innerhalb Europas ist der Umzug grundsätzlich in jedem Alter möglich – zumindest rechtlich. Entscheidend ist hier nicht das Geburtsjahr, sondern die wirtschaftliche Unabhängigkeit oder Beschäftigung. Anders sieht es außerhalb der EU aus. Dort gibt es selten direkte Altersverbote, aber indirekte Mechanismen.

    Viele Einwanderungsländer arbeiten mit Punktesystemen. Dabei werden Faktoren wie Qualifikation, Sprache, Berufserfahrung und eben auch das Alter bewertet, so der Mediendienst Integration. Je jünger Bewerber sind, desto mehr Punkte erhalten sie. Mit zunehmendem Alter sinken die Chancen deutlich, auch wenn es kein offizielles Verbot gibt.

    Einwanderung außerhalb Europas: Gibt es eine Altersgrenze in Kanada, Australien und Neuseeland?

    Die Zeitschrift Capital beschreibt im Fall Kanada, dass die Einwanderungspolitik besonders streng ist und ein Umzug am besten vor der Rente erfolgen sollte. Hintergrund ist, dass diese Systeme vor allem auf Arbeitsmigration ausgelegt sind. Laut der kanadischen Regierung gilt hier das bereits erwähnte Punktesystem, welches das Alter als wichtigen Einflussfaktor beschreibt. So gibt es ab dem Alter von 20 bis 29 Jahren die meisten Punkte, während ab 30 Jahren die Punktzahl schrittweise jedes Jahr sinkt.

    Ähnliche Modelle gelten in Australien und Neuseeland. Migration wird dort primär als Beitrag zum Arbeitsmarkt verstanden – nicht als spätes Lebensprojekt. So berichtet die Plattform visapath.de, dass in Australien eine Altersgrenze von 55 Jahren gilt.

    Auswandern im Alter: Welche Länder eignen sich?

    Ältere Menschen ziehen eher in Länder, die gezielt Ruheständler ansprechen, etwa Portugal oder Spanien, informiert t-online.de. Dort steht weniger die Arbeitsmarktintegration im Vordergrund als Lebensqualität oder steuerliche Rahmenbedingungen.

    Rechtlich gibt es keine starre Altersgrenze für deutsche Auswanderer, besonders innerhalb der EU ist sie praktisch nicht existent. Doch außerhalb Europas entsteht durch Punktesysteme und arbeitsmarktbasierte Einwanderungspolitik eine indirekte Alterslogik. So ergibt sich ein widersprüchliches Bild: Auswandern ist in jedem Alter möglich – aber nicht in jedem Land gleich realistisch.

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