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Landkreis Augsburg

22.05.2020

24-Jähriger verfolgt Schulmädchen mit dem Auto

Ein 24-Jähriger steht als Angeklagter vor dem Augsburger Amtsgericht. Er soll im südlichen Kreis Augsburg ein Schulmädchen verfolgt haben.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Eltern läuft es beim Gedanken eiskalt den Rücken hinunter: Ein Fremder verfolgt die Kinder und belästigt sie. Passiert ist das im südlichen Kreis Augsburg.

Ein 24-Jähriger Lagerist war zwischen September und Dezember mehreren Mädchen und jungen Frauen mit dem Auto hinterhergefahren. Eltern zeigten den Mann an – jetzt musste er sich am Amtsgericht Augsburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, zunächst langsam hinter seinen Opfern hinterhergefahren zu sein. Als er auf gleicher Höhe war, schaltete er die Innenbeleuchtung seines Wagens an, um auf sich und sein Geschlechtsteil aufmerksam zu machen. Angeblich wollte er die Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen elf und 24 Jahren nur erschrecken. Die Polizei entdeckte noch etwas anderes.

Angeklagter hatte Kinderpornos auf dem Handy

Der Mann hatte fünf kinderpornografische Bilder von Mädchen im Alter zwischen fünf und 13 Jahren auf seinem Handy. Vor Gericht sagte der 24-Jährige, er habe die Mädchen auf den Bildern für älter gehalten und könne sich an vier Bilder nicht mehr erinnern. Ein Bild habe ihm eine Bekannte gesendet. Er sei im Internet in einem Chat aktiv gewesen, in dem Nacktbilder verschickt wurden. Nach dem Fund der Bilder wurde er im Dezember 2019 verhaftet. Seitdem saß er in Gablingen in Untersuchungshaft.

24-Jähriger verfolgt Schulmädchen: Angeklagter in Untersuchungshaft

In den Monaten im Gefängnis sei dem 24-Jährigen die Schwere der Straftaten bewusst geworden, sagte Rechtsanwalt Werner Ruisinger, der den Mann verteidigte. Sein Mandant räume die Vorwürfe ein. Er wolle außerdem eine Therapie machen. Ruisinger legte ein Schreiben eines Heilpraktikers vor, das einen Therapiebeginn im Juni bestätigte.

 

Ein Gutachter sagte vor Gericht, dass es typisch für Exhibitionisten sei, Kinder als Opfer zu wählen. Diese würden mehr erschrecken und die Täter ein Machtgefühl spüren. Der Gutachter hatte den Angeklagten in der Untersuchungshaft mehrmals besucht. Er attestierte ihm, nicht pädophil zu sein. Eine leichte pädophile Nebenströmung sei aber möglich, so der Gutachter. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Angeklagte einmal gewalttätig wird, liege bei null.

Nach Vorfall im Landkreis Augsburg: Mann muss zur Therapie

Das Verfahren bezüglich der vier kinderpornografischen Bilder, an die sich der Angeklagte nicht erinnern konnte, wurde auf Antrag der Staatsanwältin eingestellt. Das Schöffengericht verurteilte den Lageristen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit dreijähriger Bewährungszeit. Der 24-Jährige muss auch 600 Euro Strafe zahlen und regelmäßig Nachweise seiner Therapie dem Gericht vorlegen.

Hier lesen Sie mehr über einen Exhibitionisten, der von der Polizei bei Zusmarshausen geschnappt wurde.

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