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16.07.2010

38-Jähriger droht Nachbarn: "Ich steche euch ab!"

38-Jähriger droht Nachbarn: "Ich steche euch ab!"

Schwabmünchen Mittlerweile ist der 38-Jährige aus der Wohnung ausgezogen. Es herrscht wieder Ruhe im Haus. Das war nicht immer so: Der Angeklagte geriet in der Vergangenheit immer wieder in Streitereien mit seinen Nachbarn. Vor allem störte die Bewohner seine lautstarke Musik.

Nun stand er vor dem Schwabmünchner Amtsgericht. Und wollte es nicht einsehen, dass er sich jetzt wegen Bedrohung in zwei Fällen verantworten musste und nicht etwa die Leute von gegenüber, die ihm "von Anfang an nur Ärger" verursacht hätten. Weil er aber gar zu sehr seine Hände in Unschuld zu waschen versuchte, machte ihm die Richterin klar: "Kein Streit rechtfertigt, einen anderen zu beleidigen oder gar zu bedrohen." Der 38-Jährige soll im Mai des vergangenen Jahres eine in dem Haus wohnende Frau sowie einen Mann mit den Worten bedroht haben : "Ich steche euch ab! Das werdet ihr schon noch sehen!" Schuld sei nur der Alkohol gewesen, erklärte er. "Da war ich halt auch betrunken." Er räumte das Gesagte allerdings unumwunden ein: "Ja, ich habe das so gesagt."

Einspruch gegen Strafbefehl eingelegt

Gegen den Strafbefehl hatte der bislang nicht mit dem Gesetz in Konflikt geratene Mann Einspruch eingelegt. Aufgrund seiner wirtschaftlichen Verhältnisse, aber auch weil er sich letztlich reumütig zeigte, passte Susanne Hillebrand die Höhe eines Tagessatzes seinen finanziellen Verhältnissen an. Wie von Staatsanwalt Christoph Prinke beantragt, verurteilte sie den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 25 Euro (500 Euro). Am liebsten wäre er ja freigesprochen worden. Denn nach seiner Ansicht hätten ihm immer andere "irgend was in die Quere gelegt". Das versuchte der Mann anhand einiger Beispiele dem Gericht deutlich zu machen.

38-Jähriger droht Nachbarn: "Ich steche euch ab!"

So sei einmal ein an ihn adressierter Brief im Müll gelandet. Worauf ihm das Arbeitsamt Geld kürzte, weil er sich nicht gemeldet hätte. Ein anderes Mal sei ihm die Wohnungstüre eingetreten worden. Und dann war auch noch die Sache mit seinem Tisch und der Bank. "Plötzlich waren die aus meiner Wohnung weg." Bei aller Einsicht: Immer wieder wurde das nachbarliche Hickhack aufs Tapet gebracht. "Der darf alles zu mir sagen. Der hat mir im Winter sogar die Heizung abgestellt. Da hab ich in meiner Wohnung gehockt und gefroren", beschwerte sich der Angeklagte.

Auch wenn man im Recht ist: So geht das nicht!

"Wenn Ihr Nachbar etwas Strafrechtliches tut, dann können Sie das zur Anzeige bringen", machte der Staatsanwalt deutlich. Gleichzeitig führte er dem Angeklagten eindringlich vor Augen: "Auch wenn Sie sich aufgrund des Vorgeschehens im Recht fühlten: So geht das nicht, dass Sie zwei Menschen derart bedrohen!" Das sah auch Richterin Susanne Hillebrand so. Da der 38-Jährige aber geständig war und nunmehr der Streit beendet sei, verzichtete sie auf die beiden Zeugen. Das Urteil ist rechtskräftig.

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