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Landkreis Augsburg

23.09.2013

60,61 Prozent wollen Hansjörg Durz in Berlin

Bundestag: Nach 26 Jahren hat der Wahlkreis Augsburg-Land einen neuen Abgeordneten
Bild: Marcus Merk

Der CSU-Kandidat aus Neusäß gewinnt mit herausragendem Ergebnis. Die ersten Glückwünsche kommen von seinem Vorgänger Eduard Oswald, den Mitbewerbern und von begeisterten Parteifreunden

Seit über einer Stunde signalisieren die Meldungen aus dem Wahlkreis Augsburg-Land (der auch 16 Kommunen im Landkreis Aichach-Friedberg umfasst), dass Hansjörg Durz eine beeindruckend hohe Zustimmung erhalten hat. Doch der CSU-Kandidat will öffentlich nicht zu früh jubeln. Selbst als Neusäß, wo Durz seit 2008 Bürgermeister ist, als erste Stadt im Wahlkreis um 19.23 Uhr komplett ausgezählt hat und 67,53 Prozent der Erststimmen für ihn meldet, wartet er noch einige Minuten ab.

Dann betritt, nach Landrat Martin Sailer und Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, ein zurückhaltender Sieger an der Seite seines Vorgängers Eduard Oswald die Wahlzentrale, wo ihn zahlreiche Parteifreunde und politische Mitbewerber mit Applaus begrüßen. Keine Jubelpose ist zu sehen, nur ein sehr verhaltenes Lächeln. Durz wirkt von seinem beeindruckenden Ergebnis eher ein wenig benommen.

Er spricht von den sehr anstrengenden Wochen des Wahlkampfs, von der „unwahrscheinlichen Zustimmung“ der Bürger, die er gespürt habe, von der großen Unterstützung in den CSU-Ortsverbänden, bei Freunden – und natürlich durch seine Familie. Ausdrücklich dankt Durz auch Eduard Oswald, der ja „ein bisschen daran schuld ist, dass ich hier kandidiere“.

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Oswald zeigt sich „unheimlich stolz“ auf das Abschneiden von Durz und das beeindruckende Ergebnis der CSU. Man werde jetzt eine starke Landesgruppe in Berlin haben. Als für ihn vor vier Jahren feststand, dass er 2013 nicht mehr kandidieren werde, habe er sich mit den CSU-Kreisvorsitzenden Martin Sailer (Augsburg-Land) und Peter Tomaschko (Aichach-Friedberg) auf die Suche nach einem Nachfolger gemacht – und ihn bald in dem erfolgreichen Neusässer Bürgermeister und Kreisrat Hansjörg Durz gefunden.

Das sehr gute Wahlergebnis für Durz hatte sich abgezeichnet, seit um 18.21 Uhr die erste Zahl in der Wahlzentrale im Augsburger Landratsamt einging – aus einem Stimmbezirk in Fischach: 67,54 Prozent der Erststimmen für Durz. Fünf Minuten später legte ein Stimmbezirk aus Neusäß, der Heimatstadt von Durz, noch einige Punkte drauf: 75,79 Prozent. Auch als ab 18.48 Uhr die ersten Gemeinden – Heretsried, Scherstetten, Ustersbach – ihre Endergebnisse abliefern, um 19.05 Uhr auch Hollenbach als erste im Wittelsbacher Land, wird das starke Durz- und CSU-Ergebnis immer stabiler.

Mit dessen kommunalpolitischen Leistungen erklärt auch der scheidende Aichacher Landtagsabgeordnete Reinhard Pachner (CSU) den überzeugenden Wahlerfolg. Viele Wähler waren wohl beeindruckt vom Einsatz als Bürgermeister einer Stadt mit über 20000 Einwohnern. Und noch etwas führt Pachner an: „Die Sympathie, die vom Menschen Durz ausgegangen ist, hat viele angesprochen.“

Auch Landrat Martin Sailer hat das beobachtet, deshalb sei ihm um den Wahlerfolg nicht bange gewesen, gibt er zu Protokoll. Er hatte Durz auf 54 bis 58 Prozent der Stimmen geschätzt, die gut 60 Prozent nennt Sailer „sensationell“. Dazu habe sicher auch das insgesamt gute Abschneiden der CSU bei dieser Bundestagswahl beigetragen, doch viel davon gehe auf das Konto des Kandidaten.

Der sieht die große Zustimmung auch als Zeichen, „dass meine Arbeit für Neusäß anerkannt wird“. Seine kommunalpolitischen Erfahrungen will er künftig auch in die Arbeit im Bundestag einbringen. „Ich werde die Auswirkungen der Bundespolitik für die Kommunen aufzeigen und diese Positionen auch in Berlin vertreten.“

Um 19.50 Uhr knallt ein Sektkorken im Wahlkampfzentrum. Der Stil des Kandidaten ist das nicht. Durz bekennt, er sei jemand, „der sich eher im Stillen freut“. Das konnte er gestern Abend nicht umsetzen. Vom Landratsamt ging es mit den Parteifreunden noch zum Feiern auf das Neusässer Volksfest.

Schon morgen wird Durz zum ersten Mal als „Bundespolitiker“ nach Berlin fliegen, zum Treffen der alten und der neuen CDU/CSU-Fraktion. Sein Vorgänger ist schon vor ihm da. Eduard Oswald, der noch bis zur konstituierenden Sitzung des 18. Bundestags als einer der vier Bundestagsvizepräsidenten fungiert, hat schon heute Termine in der Hauptstadt. "Kommentar

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