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Klosterlechfeld

17.03.2019

64,5 Zentimeter reichen zum perfekten Familienglück

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Andi Jahn bei seinem zweiten Versuch, der ihm den Sieg brachte.

Der Klosterlechfelder Andi Jahn hebt den 250 Kilogramm schweren Lechfeld-Stein zur Siegeshöhe. Und auch seine Mutter geht bei einem Wettbewerb als Siegerin hervor. 

Der Duft von Grillhähnchen strömt vom Feuerwehrhaus hinaus auf die Bahnhofstraße. Die Gerätehalle ist bis in alle Ecken mit Bierzeltgarnituren bestückt und de Besucher stärken sich mit den knusprigen Gockeln, deren Schärfe den Durst auf das süffige Augustiner-Starkbier erst so richtig schön macht. Es ist wieder Starkbierzeit in Klosterlechfeld.

Doch während bei solchem Anlass auf dem Münchner Nockherberg die großen Politiker derbleckt und in den Nachbarorten Untermeitingen und Kleinaitingen die Dorfereignisse auf die Schippe genommen werden, werden hier schwere Steine gehoben. Der siebte Feuerstein-Cup des Steinhebervereins Lechfeld wird ausgetragen und da braucht es kein weiteres Rahmenprogramm.

Je sechs Bewerber in den Kategorien Amateure und Profis 

Rudi Henkel heizte mit seiner Musikanlage die Stimmung an, die vor dem Beginn des Wettbewerbs durch das Eintreffen der siegestrunkenen FCA-Fans noch einen zusätzlichen Schub erhielt, bis der Vorsitzende Manuel Friedrich den Feuerstein-Cup eröffnete. Jeder Besucher hatte die Möglichkeit, sich zum Steinheben anzumelden. Doch weil das nicht so einfach ist, traten nur je sechs Bewerber in den Kategorien Amateure und Profis an. Deshalb wurde auf eine Unterscheidung in Gewichtsklassen verzichtet und jeweils eine offene Klasse angesetzt.

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Auch die sechs Amateure waren keine absoluten Laien, sondern haben durchaus schon viele Steine gehoben. Da sie aber nicht oder nicht mehr aktive Wettkämpfer sind, durften sie mit einem Einstiegsgewicht von 125 Kilogramm anfangen. Die Qualifikationshöhe von einem halben Meter war für alle auch mit 150 Kilogramm noch kein Problem. So kam es zum Endkampf mit dem „Damenstein“, der schon 175 kg oder 350 Pfund wiegt. Denn bei dieser urbayerischen Sportart gilt das Pfund als Maßeinheit.

Jeder gelungene Versuch wird belohnt

In zwei Versuchen ging es nun darum, den Stein möglichst hoch bis zur Obergrenze von einem Meter zu heben. Die elektronische Messung war für die Zuschauer auf der Anzeigetafel deutlich sichtbar und jeder gelungene Versuch wurde mit tosendem Applaus und der „Can-Can-Melodie“ belohnt. Moderator Michael Riedel feuerte die Athleten an und heizte die Stimmung im Saal zwischendurch mit etlichen „Prosits der Gemütlichkeit“ zusätzlich an.

Bei der Profiklasse waren nur zwei Lokalmatadoren aus Klosterlechfeld dabei, nämlich der 56-jährige Oldie Wolfgang Hiller und die neue Nummer eins, Andreas Jahn. Die anderen Bewerber kamen aus Oberbayern von Maisach bis Wasserburg und mit dem Salzburger Hannes Költinger hatte der Wettkampf sogar internationales Flair.

Den ersten Versuch „versemmelt

Die Qualifikationshöhen von 200 und 225 Kilogramm waren für alle nur ein Aufwärmprogramm. Im Endkampf mit dem 500 Pfund schweren Lechfeld-Stein ging es um Millimeter, die über den Sieg entschieden. Philipp Junge aus Attl bei Wasserburg führte nach dem ersten Durchgang mit 63,5 cm. Martin Krätz aus Hausen folgte mit 59,5 cm und Wolfgang Hiller lag mit 59,1 cm dicht dahinter. Andi Jahn hatte den ersten Versuch „versemmelt“, doch beim zweiten trieb er die Marke unter tosender Anfeuerung seiner Fans bis auf 64,5 cm hoch. Der Maisacher Hüne Alex von Laack kam ihm bis auf drei Millimeter nahe und musste sich mit Platz zwei begnügen.

Den dritten Platz belegte Philipp Junge mit der Höhe aus dem ersten Durchgang vor Martin Krätz, der sich auf 62,3 cm steigerte. Wolfgang Hiller konnte nicht mehr nachlegen und wurde Fünfter vor dem Salzburger Hannes Költinger, der den Stein auf 43,9 cm hob.

Für alle Teilnehmer gab es keine Pokale, sondern einen nahrhaften Geschenkskorb. Pikanterweise zog Rosemarie Riedl anschließend aus dem Korb der richtigen Siegertipps die Mutter des Siegers, Claudia Jahn, als Gewinnerin des Tippwettbewerbs. Das Familienglück war somit perfekt.

Die Platzierungen der Amateurklasse

Der Sieg ging an den Klosterlechfelder Florian Nerlinger mit 72,8 cm vor Manuel Zawitzki aus Augsburg mit 53,3 cm. Auch den dritten Platz auf dem Stockerl eroberte mit Andreas Scherer ein Klosterlechfelder mit 49,3 cm vor den beiden Untermeitingern Christopher Hiller mit 47,4 cm und David Baur mit 41,1 cm. Den sechsten Platz belegte der Vorjahresssieger Philipp Stengelin aus Klosterlechfeld mit 29,4 cm. Die Siegerehrung nahm Bürgermeister Rudolf Schneider vor und Claudia Hartwig wurde unter den richtigen Siegertipps als Gewinnerin einer großen Animator-Starkbierflasche ausgelost.

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