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Königsbrunn

05.09.2019

900 Stunden Arbeit fürs neue Gartler-Zentrum

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2 Bilder
So soll das neue Vereinsheim aussehen, das auf einem ehemaligen Sportfeld an der Egerländer Straße errichtet wird.
Bild: Gartenbauverein

Der Königsbrunner Gartenbauverein arbeitet an den Planungen und der Finanzierung. Welche Ideen das Projektteam für Nachwuchsarbeit und Vorzeigeobjekte hat.

Der Königsbrunner Gartenbauverein wünscht sich ein neues Zuhause für den Verein. Das Haus soll mehr Platz für die Gerätschaften und eine moderne Obstpresse bieten, dazu Schaugärten für die Bürger und Räumlichkeiten für Seminare. Und einen großen Wunsch möchten sich die Gartler mit dem Gelände erfüllen: Sie wollen endlich eine vernünftige Jugendarbeit betreiben können, sagt Roland Neider, der die Leitung für das Bauprojekt inne hat.

All diese Ziele waren im bisherigen Vereinsheim am Feuerwehrhaus nicht zu erreichen, weil der Platz hinten und vorne nicht reicht. Daher hat sich der Verein zu der großen Investition entschlossen: 393000 Euro soll die Fertighalle aus Betonteilen mit Seminarraum, Platz für eine neue Bandpresse und Lagerräumen kosten. Die Stadt hat den Baugrund an der Egerländer Straße zur Verfügung gestellt und gibt einen Zuschuss zu den Baukosten. Dazu versucht man, über eine Leader-Förderung weitere Gelder einzusammeln. Den Rest will der Verein über Spenden, Eigenleistung und das Vereinsvermögen aufbringen. Roland Neider hat als Projektleiter schon viel gelernt – vor allem, dass bei solchen Projekten der Teufel im Detail steckt.

Dazu gehört zum Beispiel der Name, sagt Neider: „Wir bauen ein Obst- und Gartenbauzentrum, kein Vereinsheim. Denn Vereinsheime werden nicht gefördert.“ Dass der Kampf um Fördergelder und Genehmigungen so schwierig werden könnte, konnte er sich vorher auch nicht vorstellen. Für die Leader-Förderung muss er zum Beispiel einen Katalog von 36 Punkten abarbeiten, um die Förderwürdigkeit des Projekts nachzuweisen: „Ich war Polizist und habe in meinem ganzen Berufsleben Vorgänge anhand von Gesetzen begründet. Aber einige Hürden hätte ich ohne Hilfe nicht geschafft.“ Er ist dankbar für die Unterstützung von Benjamin Früchtl vom Begegnungsland Lech-Wertach. Auch Bürgermeister Franz Feigl, Stadtrat Helmut Schuler und die Mitarbeiter der Verwaltung hätten den Verein bestens unterstützt. 480 Arbeitsstunden hat Neider selbst in den vergangenen Monaten in das Projekt investiert, seine engsten Mitstreiter in der Projektleitung, Klaus Weissinger und Roland Schwab, ebenfalls mehr als 400 Stunden.

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Königsbrunner Saft soll nur noch in Glasflaschen fließen

Doch die Aussicht auf die Möglichkeiten des neuen Heims sind es Ihnen wert. Mit der neuen Bandpresse wollen die Gartler auch in Sachen Umweltschutz eine neue Richtung einschlagen: Sie wollen ihren Saft nur noch in Glasflaschen abfüllen. „Wir hatten im vergangenen Jahr Probleme mit einem Pilz, der einen Teil der Verpackungen befallen hat. Als wir den Saft aussortiert haben, hat man erst so richtig gesehen, wie viel Plastikmüll wir eigentlich produzieren. Man muss kein Grüner sein, um zu sehen, dass das so nicht weiter gehen kann.“ Die gekauften Plastikbeutel würden aufgebraucht, danach wird auf ein Glasflaschensystem mit Pfand umgestellt.

Denn der Umweltschutz ist einer der Aspekte, den die Gartler künftig verstärkt an Kinder und Jugendliche weitergeben wollen. Verständnis wecken für die Herkunft und den Wert von Lebensmitteln bei den Kindergartenkindern, ist eines der Ziele. Jugendliche sollen die Möglichkeit bekommen, selbst etwas zu gestalten und zu pflegen. Möglich wäre auch noch eine Mutter-Kind-Gruppe. Das Interesse bei den Kitas der Stadt sei groß, sagt Neider. In den nächsten Monaten will er die Schulen ansprechen: „Es wäre toll, wenn sich Klassen als Paten für Hoch-, Blumen- oder Strauchbeete fänden. Da braucht es natürlich Lehrer, die mitziehen.“ Denkbar wäre auch, Teile der Außenwand von Jugendlichen künstlerisch gestalten zu lassen.

Kleiner Reihenhausgarten soll Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen

Grundsätzlich soll das Obst- und Gartenbauzentrum für alle offen stehen und ein Anziehungspunkt werden, sagt Neider: „Ich wäre froh, wenn wir so selten wie möglich absperren müssen.“ Auf dem Freigelände soll ein Reihenhausgarten gestaltet werden, sodass sich Häuslebauer Anregungen für das eigene kleine Grundstück holen können. Zudem schwebt Roland Neider eine Streuobst- und Blumenwiese vor: „Die Uni Augsburg hat ein Projekt, bei dem alte heimische Apfelsorten nachgezüchtet werden. Es wäre toll, wenn wir Bäume von diesem Projekt bekommen können.“

Die Finanzierung kommt langsam voran. Von den Verantwortlichen für die Leader-Gelder kamen zuletzt positive Signale, dass es mit der Hilfe klappt. Zudem werben Neider und seine Mitstreiter um Spenden von Unternehmen und Bürgern. Ab einer Spende von 100 Euro erhalten die Spender einen Klinkerstein mit Namensplakette, aus denen am Ende ein Brunnen auf dem Vereinsgelände gemauert wird. Neider und seine Kollegen können langsam mit der Ausschreibung der Gewerke anfangen: „Mit etwas Glück und guter Witterung könnte noch im Dezember die Bodenplatte betoniert werden“, sagt Neider. Ziel ist es, im kommenden Jahr schon im neuen Obst- und Gartenbauzentrum in die Mostsaison starten zu können.

Details zu der Spendenaktion erfahren Sie auf der Homepage des Vereins unter www.gbv-koenigsbrunn.de/zentrum

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