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Bahn

06.05.2019

96 Prozent der Züge sind pünktlich - doch es bleiben Probleme

Inzwischen ist der allergrößte Teil der BRB-Züge pünktlich.
Bild: Norbert Staub

Plus Die neuesten Zahlen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft stellen dem Nahverkehr in der Region ein gutes Zeugnis aus. Doch es bleiben Probleme.

Keine Ausfälle mehr und Züge, die pünktlich fahren – das wünschen sich die Bahnpendler in der Region. Diesem Ziel ist man nach den neuesten Zahlen der Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des Freistaats den Regional-Verkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, ein gutes Stück näher gekommen.

Laut den BEG-Zahlen waren im April bei der Ostallgäu-Lechfeld-Bahn (Strecken zwischen Landsberg und Augsburg sowie Füssen und Augsburg) 96 Prozent aller Züge pünktlich. Damit liegen die Zahlen deutlich über den bayerischen Durchschnitt, so die BEG. Wobei allerdings pünktlich nach dieser Definition bedeutet, dass der Zug nicht mehr als fünf Minuten Verspätung hat.

Viele Bahn-Pendler waren verärgert

Um den Jahreswechsel hatte dieser Wert noch bei rund 80 Prozent gelegen, was viele Bahnpendler verärgert hatte. Hinzu kamen damals noch Zugausfälle zwischen Bobingen und Augsburg, wo zeitweise rund 20 Prozent der Verbindungen gestrichen worden waren. Am Ende wurde es der Aufsichtsbehörde BEG zu viel: Sie zitierte Anfang Februar die Bosse der Bayerischen Regiobahn (BRB), die die Züge der Ostallgäu-Lechfeld-Bahn betreibt, zu einem Krisengespräch nach München, wo man sich auf ein Maßnahmenpaket einigte, um der Probleme Herr zu werden.

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Und das scheint geholfen zu haben: Im Februar waren schon über 90 Prozent der BRB-Züge pünktlich, im März 94 Prozent und im April dann 96 Prozent. „Die Entwicklung bei der Ostallgäu-Lechfeld-Bahn befindet sich mittlerweile auf dem richtigen Weg. Wir erwarten nun, dass die BRB die aktuell gute Pünktlichkeit dauerhaft stabilisiert und außerdem weiterhin konsequent an den Themen wie der Anschlusssicherung oder insbesondere auch der Verbesserung der knappen Personalsituation arbeitet“, sagt Thomas Prechtl, Geschäftsführer der BEG.

Noch immer fehlen Lokführer

Denn immer noch fehlen bei der BRB wie auch bei anderen Bahnbetreibern Lokführer und Schaffner. „Die Lage hat sich zwar etwas gebessert, aber wir suchen immer noch dringend Leute“, sagt Christopher Raabe, Pressesprecher der BRB.

Die BEG führt die Verbesserungen in Sachen Pünktlichkeit vor allem auf das Krisengespräch zurück. Man werde die Umsetzung der dort vereinbarten Maßnahmen weiterhin intensiv begleiten, kündigte die Aufsichtsbehörde an. „Auch wenn das von der BEG initiierte Krisengespräch bei der Ostallgäu-Lechfeld-Bahn und im Bayerischen Oberland bereits zu deutlichen Verbesserungen geführt hat, werden wir die offenen Themen konsequent vorantreiben – insbesondere was die Fahrgastinformationen und das Störfallmanagement betrifft“, so Prechtl.

Wöchentlich treffen sich die Vertreter von BRB und BEG, um über die Fortschritte zu sprechen. Die BEG nutzt die Gesprächsrunden mit der Geschäftsführung der BRB nach eigenen Angaben nicht nur, um zu kontrollieren, ob die vereinbarten Maßnahmen auch umgesetzt wurden, sondern man greife auch regelmäßig aktuelle Qualitätsprobleme und Vorfälle auf. Die Maßnahmenliste werde bei Bedarf immer wieder um weitere Themen ergänzt.

Baustelle bereitet weiter Probleme

Bei der BRB ist man natürlich heilfroh, die Probleme in Sachen Pünktlichkeit weitestgehend in den Griff bekommen zu haben: „Wir freuen uns sehr über diese deutlichen Verbesserungen, aber wir werden uns darauf nicht ausruhen“, verspricht BRB-Sprecher Christopher Raabe. Neben dem fehlenden Personal macht den BRB-Verantwortlichen immer noch die Baustelle zwischen Kaufering und Geltendorf zu schaffen. Dort wird noch bis 9. Juni die Strecke elektrifiziert, so dass auf einigen Abschnitten die Züge nur einspurig fahren können.

Lesen Sie auch unseren Kommentar: Heilsamer Druck auf die Regiobahn

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06.05.2019

Tatsächlich stimmen die 96 %, wenn man sich die Statistik brachenüblich schön rechnet, auch 5:59 Min. Verspätung sind ärgerlich, vor allem wenn es, wie allzu oft, einen Anschlussverlust bedeutet - denn verkauft werden Anschlussmöglichkeiten auch schon mit 4 Min. Umsteigezeit.

Ich will nicht meckern, tatsächlich ist es aktuell morgens und abends von/nach Bobingen nicht mehr so schlimm, wie noch zum Jahreswechsel.

Trotzdem liegt die ungeschönte Pünktlichkeit auf der Strecke nach Landsberg nur bei knapp 85 %. Schaut man sich nur die Hauptverkehrszeit an, sind es deutlich unter 80 %. Sieht man sich beispielhaft nur die Teilstrecke Augsburg/Bobingen an, sind wir geschönt bei sogar 98 % Pünktlichkeit, ungeschönt in der Hauptverkerhszeit aber nur bei gut 66 %.

Mehr Ehrlichkeit würde ich mir ja deswegen wünschen - von daher mehr unfrisierte Statistiken gibt es hier:
https://blog.berrnd.de/ungeschoente-bahn-verspaetungsstatistik-fuer-die-region-augsburg

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