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Königsbrunn

30.06.2019

Abifeier: Der schärfste Jahrgang geht

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So sehen 115 glückliche Abiturienten aus - zum letzten Mal stehen sie gemeinsam auf der Bühne in der Turnhalle des Gymnasiums Königsbrunn. Nach eigener Aussage verlassen sie als schärfster Jahrgang die Schule und machten ihrem Motto „Was Abi - der schärfste Jahrgang geht“ alle Ehre. In der Mitte Schulleiterin Eva Focht-Schmidt und ganz rechts die Elternbeiratsvorsitzende Anja Wagner.
Bild: Claudia Deeney

115 Abiturienten des Königsbrunner Gymnasiums feiern sich und ihre Zeugnisse. Was es mit dem Namen „Was Abi“ auf sich hat.

„Was Abi – der schärfste Jahrgang geht“ so lautet das Motto der diesjährigen Abiturienten des Königsbrunner Gymnasiums. Die meisten der Abi-Mottos geben Eltern, Lehrern und der Schulleitung Jahr für Jahr Rätsel auf, die erst bei der Abschlussfeier aufgelöst werden und das war am vergangenen Freitag nicht anders.

Interessant war allerdings, dass sich das flapsig anmutende Motto, dann doch als sehr gut durchdacht und ziemlich intelligent entpuppte.

In der Turnhalle hatten sich neben den 115 „Was Abis“ deren Eltern, Großeltern, Lehrer sowie Politiker aus der Region versammelt und lauschten den Deutungsversuchen des Mottos durch die Redner.

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Bürgermeister Franz Feigl hatte beispielsweise gleich ein paar Lösungsansätze parat und da zeigte sich auch, dass vor allem die Aussage: „Der schärfste Jahrgang geht“ die Fantasie anregte. So wollte er als erstes Mal wissen, wer denn überhaupt von den jungen Menschen gerne scharf isst und stellte nach Handzeichen fest: „Nur ein Drittel.“

„Haben sie so gerne schärfste Feste gefeiert oder sind Sie der schärfste Jahrgang mit Kanten und Ecken?“, fragte er ebenfalls nach, nicht ohne zu betonen, dass zu scharfkantiges Verhalten auch negative Wirkung haben kann. Lautes Gelächter ertönte jedoch auf seine Mutmaßung hin, die Lehrer könnten so scharf auf die Mottoträger gewirkt haben oder aber, dass diese sich selbst als sehr scharfsinnig einschätzen würden.

Diesen Stichpunkt griff auch Schulleiterin Eva Focht-Schmidt auf, die darauf hinwies, dass Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung vielleicht generell überdacht werden sollten.

Denn obwohl 32 Schüler eine Eins von dem Komma stehen haben, seien die in der Abiturzeitung verzeichneten Berufswünsche teils doch sehr irritierend.

Eine Abiturientin will Rennfahrerin werden

Neben ehrgeizigen Zielen wie Pathologin, Richter, Astronaut oder Arzt steht da beispielsweise auch Gameprogrammer, Youtuber, Influencer und sozusagen als Krönung der ausgefallenen Wünsche „Spielerfrau“, „Wodka- oder Biersommelier“ sowie „Rennfahrerin“. „Vor allem die Rennfahrerinnen haben möglicherweise während der intensiven Abiturvorbereitung verpasst, dass es inzwischen Bestrebungen wie „Fridays for Future gibt“ und Jugendliche in ihrem Alter das Handeln zugunsten des Klimaschutzes verlangen“, erklärte die Schulleiterin doch recht deutlich, was sie von so manchem Berufswunsch hält.

Es gäbe viele neue Zukunftsmöglichkeiten in der heutigen Zeit, beispielsweise in Bereichen der Digitalisierung und es sei jetzt Sache dieser Generation, die damit verbundenen Chancen und Möglichkeiten mit Inhalten zu füllen. Und sich auch mit moralisch, ethischen und sozialen Fragestellungen auseinander zu setzen.

Auch die Eltern dürfen stolz sein

Was Eltern an diesem Tag der offiziellen Zeugnisverleihung bewegt, darüber sprach Anja Wagner vom Elternbeirat: „Viele Eltern bekommen heute irgendwie auch ein Reifezeugnis“. Nach meist zwölf Jahren Schulzeit mit sicher auch immer mal Zweifeln am Kind und an sich selbst, unzählig gemeinsam verbrachter Zeit mit Hausaufgaben können diese ebenso stolz sein wie die „Was Abis“.

Die dann auch ihr geheimnisvolles Motto lüfteten. „Die Ähnlichkeit zwischen uns und der japanischen Pflanze Wasabi ist ziemlich offensichtlich“, erklärten Nina Hillebrand und Theresa Sulzer, die für ihre Mitschüler sprachen. Das Wasabi sei ein kompliziertes Gewächs, welches, um gut zu wachsen, eine entsprechende Pflege und Zuwendung brauche.

„In der Grundschulzeit waren wir kleine Sprösslinge, die auch mal schnell eingeknickt sind“, so die Rednerinnen. Die Zeit auf dem Gymnasium nutzten die zarten Setzlinge, um Wurzeln zu schlagen und weiterzuwachsen. Jetzt seien sie bereit, ihre Wuzeln an neue Orte zu verpflanzen und verabschieden sich von der Schule: „Wir hatten Zeiten mit Höhen und Tiefen, es war bestimmt auch manchmal eine stürmische Zeit für unsere Lehrer und Eltern. Danke, dass ihr die Stütze für uns wart, die wir für unser Weiterwachsen gebraucht haben.“

Der Schlüssel zur Tür für einen neuen Lebensabschnitt

Dass sich die mittlerweile mit einer etwas robusteren Wurzel ausgestatteten „Was Abis“ in ihrer Zukunft noch weiter entwickeln und auch noch weiter (er)wachsen werden, das wünschten alle Festredner auch die stellvertretende Landrätin Anni Fries: „Mit dem Abi-Zeugnis habt ihr den Schlüssel zur Tür für euren weiteren Lebensweg in der Hand.“

Mit diesem Schlüssel stürmten die jungen Menschen nach der offiziellen Feier, die musikalisch durch die Bigband, das Vokal-Ensemble, das Percussion-Quartett und der Samba-Gruppe des Gymnasiums schwungvoll begleitet wurde, nach draußen, um sich ausgiebig im Kreise ihrer Familien und Freunde feiern zu lassen.

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