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Schwabmünchen

04.12.2019

Abwärme soll das Neubaugebiet heizen

Vor der Firma Ritter (Bildmitte) aus soll die 600 Meter lange Fernwärmeleitung die Singold (Buschreihe) queren, und das neue Baugebiet (außerhalb des unteren Bildrandes) versorgen
Bild: Uwe Bolten

Die zentrale Wärmeversorgung für das Baugebiet Südwest III steht im Mittelpunkt eines Fachvortrages im Stadtrat. Wie die Realisierung aussehen könnte und welche Kosten für die Nutzer zu erwarten sind.

Erzeugende Unternehmen benötigen zum Betrieb ihrer Anlagen eine Menge elektrischer Energie, die entstehende Abwärme verpufft in der Regel in die Umwelt. Die Stadt Schwabmünchen möchte über die ihre Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft (GWS) als Erschließungsgesellschaft der Baugebiete für die Nutzung solcher Abwärme realisieren. „Ziel ist ein Energiekonzept auf neuen Wegen, welches sich möglichst Kohlendioxid neutral darstellt“, sagte Bürgermeister Lorenz Müller auf der jüngsten Stadtratssitzung. Hierbei hat die GWS insbesondere das neu ausgewiesene Wohnungsbaugebiet 41 „Südwest III“ im Auge, in dem durch die Abwärmenutzung aus der Firma Ritter an der Kaufbeurer Straße die Umsetzung einer Fernwärmeversorgung greifbar nahe erscheint.

Unternehmensberater Klaus-Peter Dietmayer, bis Mai 2019 Geschäftsführer der Erdgas Schwaben und ausgewiesener Energiefachmann, stellte den Ratsmitgliedern Eckpunkte zur Realisierbarkeit dieser Idee vor. „Wenn wir bei den entstehenden rund 100 Einfamilienhäusern und 335 Wohnungen eine Nutzerzahl von 900 Personen zu Grunde legen, sprechen wir von einem Bedarf für sechs Prozent der Bevölkerung“, definierte Dietmayer die Ausgangslage. Das Blockheizkraftwerk der Firma Ritter produziere genügend Wärme, um das Gebiet zu versorgen. „Nach jetziger Rechnung würde die Nutzung für das Baugebiet rund ein Viertel der produzierten Abwärme entsprechen“, stellte er weiter dar.

Die benötigten Rohrleitungen, ausgehend von der Firma Ritter über die Singold bis zum Baugebiet, wiesen eine Länge von 650 Metern aus, im Areal selbst kämen knapp zwei Kilometer hinzu, nannte er Fakten zur Realisierung.

Abwärme soll das Neubaugebiet heizen

Kosten für ein Einfamilienhaus betragen etwa 80 Euro 

„Für die Nutzer würden, nach jetziger Kalkulation, Folgekosten für die Wärmeversorgung monatlich von 80 Euro pro Einfamilienhaus und 40 Euro pro Wohnung entstehen“, rechnete er vor und bezeichnete diesen Aufwand als attraktiv, da keine Aufwendungen beispielsweise für Kaminkehrer anfallen würde. „Ebenso ist die Ökobilanz nahezu null, konstatierte er. Zu Umsetzung empfahl der Energiefachmann dir Gründung einer Wärmeversorgungsgesellschaft. Diese solle wegen der Größe und der Bedeutung aus der Stadt Schwabmünchen und einem auf dem Gebiet erfahrenen Unternehmen bestehen. Weiterhin empfahl Dietmayer, das Baugebiet von Seiten der GWS direkt mit den Fernwärmeleitungen bis zu den Immobilien zu erschließen, wobei den Kunden die Nutzung freigestellt sein solle. „Die deutlichen Vorteile liegen aber auf der Hand“, schloss er seine Betrachtungen.

Bürgermeister Lorenz Müller, begeistert von den Ausführungen, forderte das Gremium auf, sich mit der Idee auseinanderzusetzen, um das Konzept zu definieren, auf dessen Grundlage Verwaltung und GWS die Realisierung weiter verfolgen.

Bürger müssen immer eine warme Wohnung haben

„Bei allen Überlegungen muss Versorgungssicherheit eine große Rolle spielen. Die Bürger müssen immer warme Wohnungen haben. Nur so erreichen wir eine Akzeptanz“, bekräftige Müller das Vorhaben. Es gäbe viele Modelle der Wärmeversorgung, die Ökobilanz des vorliegenden Planes sei unschlagbar, sagte er abschließend. Alle Fraktionen begrüßten das Vorhaben und votierten ohne Gegenstimme für die Weiterverfolgung des Konzepts sowie notwendiger Planungen.

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