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Bundeswehr

17.03.2017

Airbus A400M: Steht der teure "Ladenhüter" bald auf dem Lechfeld?

Bereits im Juli 2015 landete ein Airbus 400 M der Luftwaffe am Lechfeld.
Bild: Flugplatzstaffel TaktLwG74 (Archiv)

Das Transport-Flugzeug A 400 M von Airbus ist ein regelrechter Ladenhüter. Nun wird für die Militär-Maschinen eine Basis gesucht. Stehen sie bald auf dem Lechfeld?

Am Fliegerhorst Lechfeld könnte es mit der Ruhe bald vorbei sein. Nun sind militärische Transportflugzeuge des Typs A 400 M im Gespräch, um hier stationiert zu werden. Nicht etwa dringend benötigte Maschinen, sondern 13 von 53 bestellten Flugzeugen, die Deutschland vertragsgemäß Airbus abnehmen muss, aber längst weiterverkaufen wollte. Sie werden von der Bundeswehr nicht gebraucht.

Dass Vertragspartner Airbus mehr Maschinen als nötig abnehmen und selbst weiterverkaufen, ist Teil des Finanzierungsgeflechts und der Gegengeschäfte, die solche internationale Projekte erst möglich machen. Doch statt Einnahmen in Milliardenhöhe könnten nun Investitionen von angeblich 505 Millionen Euro für eine Flugplatzertüchtigung nötig werden, um die A 400 M am Lechfeld und/oder an anderer Stelle zu stationieren. So ein Brief des Verteidigungsministeriums an Mitglieder von Haushalts- und Verteidigungsausschuss im Bundestag.

Pannen-Serie verzögert Einsatz des A 400 M

Eine Serie an Pannen verzögert die Einsatzbereitschaft des A 400 M und die Möglichkeiten seiner Vermarktung. Nun sollen sich die überschüssigen Maschinen wenigstens durch Flüge nützlich machen.

Die Überlegungen, wie die Wartezeit auf einsatzfähige Nachfolger der legendären Transall abgekürzt werden könnte, brachten das Lechfeld bereits vor einem Jahr ins Gespräch. Zwölf US-amerikanische Hercules vom Typ C130 sollten dazu ins Land geholt werden. Die örtliche Bürgerinitiative Pro Lechfeld freute sich schon. Doch das Verteidigungsministerium unterstellt die geleasten Großtransporter einem multinationalen Transportkommando in Frankreich. Dieses soll die Flugzeuge möglichst effizient einsetzen. Also nicht alleine für die Bundeswehr.

Airbus-Maschinen am Lechfeld: Idee nicht neu

Eine ähnliche Lösung kursiert nun für den A 400 M. Die 13 nicht gebrauchten Transportmaschinen sollen sich Deutschland und seinen Nachbarn in einer multinationalen Einheit für Lufttransporte nützlich machen. Das könnte einschließen, dass auch andere Länder eigene A 400 M ans Lechfeld schicken. Angeblich gibt es deshalb Kontakte mit Tschechien sowie mit Beneluxstaaten

Die Idee, A 400 M am Lechfeld zu stationieren, ist nicht neu. Sie war erstmals im Januar 2011 in unserer Zeitung zitiert worden, also zwei Jahre vor der endgültigen Auflösung des Jagdbombergeschwaders 32 am Lechfeld. Damals wurde bekannt, dass die Luftwaffe den Fliegerhorst im Rahmen der Bundeswehrreform als Ausweichflugplatz und Reserve vorhalten möchte. Denn es sind ihr nicht viele Flugplätze übrig geblieben. Und das Ende des Drehkreuzes für militärische und humanitäre Lufttransporte im nahen Penzing war damals ebenso schon bekannt.

Was Militärkenner am Lechfeld jetzt überrascht, sind die vom Ministerium genannten Investitionen, die ein Airbus-Geschwader erfordern würde. Denn der Fliegerhorst wurde in den vergangenen Jahren komplett modernisiert. In den 505 Millionen Euro könnte davon einiges schon einberechnet sein. Nur Hallen fehlen noch und Personal müsste geschult werden. Anwohner sind jedoch alarmiert. Sie fürchten neuen Fluglärm nach einiger Zeit der Ruhe.

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