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08.04.2008

Alle Welt nimmt Platz auf Stühlen aus den Stauden

Wenn Stephan Wringer abends vor dem Fernseher sitzt, bekommt er immer wieder seine Arbeit vor Augen geführt. Mal in einem Krimi aus den USA, mal in einem Nachrichtenbeitrag aus dem Büro eines Prominenten oder in einem schönen Film: "Unsere Stühle erkenne ich sofort", sagt Wringer. Er meint Stühle der Firma Topstar in Langenneufnach.

Durchbruch mit Disney-Motiven

Dafür sorgte schon Michael Wagner, als er vor über 25 Jahren das damalige Aufleben der Disney-Welle erkannte und Drehstühle im Disney-Design für Kinderzimmer in der ganzen Welt anbot. So schaffte Topstar den Durchbruch zum Weltmarkt, erzählt heute sein Sohn Dr. Rainer Maria Wagner. 35 Prozent Exportanteil sichere dem Unternehmen inzwischen einen Platz in der Mitte der Top 10 auf dem Weltmarkt der drehbaren Stühle. In Deutschland gehört Topstar zu den drei führenden Herstellern von Bürostühlen.

Begonnen hatte alles 1949. Moritz Wagner startete in Langenneufnach eine Serienfertigung von Holzstühlen. Die nach dem Krieg in Bayern wieder auflebenden Gasthäuser waren ein riesiger Absatzmarkt. Zu Tausenden ließ Wagner Stuhlbeine drechseln und zusammensetzen.

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Etwa 500 Mitarbeiter bilden die Stammbelegschaft

Sohn Michael Wagner erkannte später das Wachstum der Bürowelt. Immer mehr Menschen verbringen den ganzen Tag am Schreibtisch. So strukturierte er die Stuhlfabrik 1976 zu dem heute bekannten Topstar-Werk um.

Doch von Jahr zu Jahr entwickelte sich der Betrieb weiter. Automatisierte Abläufe gehören heute zu den Kennzeichen. Aber auch ein Beschäftigungsmodell mit flexiblen Arbeitszeitkonten. So hat eine Stammbelegschaft von etwa 500 Mitarbeitern feste Arbeitsplätze. Hinzu kommen Verträge mit Zeitarbeitern je nach Auftragslage. Damit können Topstar und seine Eignerfamilie Wagner am Standort Deutschland festhalten.

Die Staudengemeinde Langenneufnach ist Firmensitz und einziger Produktionsort und doch mischt Topstar auf dem Weltmarkt kräftig mit, verarbeitet Bauteile aus aller Welt und liefert Stühle für Europa und Übersee. So soll es auch bleiben.

Gegen Billigkonkurrenz aus Osteuropa und Asien behauptet sich das Unternehmen mit Qualität "made in Germany", innovativen Produkten und immer wieder neu ansprechendem Design. Topstar will der Konkurrenz nicht hinterherlaufen, sondern voraus. Das ist auch die Marschrichtung der dritten Generation an der Firmenspitze.

Geschäftsführer Dr. Rainer Maria Wagner hat eine klare Vision. Bürostühle aus Langenneufnach sollen noch mehr zum Qualitätsstandard werden. Schon heute verfügen alle Sessel der Premium-Marke Wagner über das patentierte Dondola-Gelenk: Der Sitz ist nicht fest verschraubt, sondern auf einer elastischen Platte leicht nach allen Seiten kippbar. Und die Rückenlehne bewegt sich mit. Das soll komfortables Sitzen ermöglichen und zugleich die Bandscheiben immer leicht in Bewegung halten.

Wie bewegt sich der Stuhl?

Das Prinzip ist von jenen großen Gummibällen übernommen, die als Sitze zwar ebenfalls den Rücken aufrichten, aber sich doch nicht als alltagstauglich durchsetzten. Dr. Wagner zum Thema gesundes Sitzen: "In fünf Jahren muss es heißen: Wie bewegt sich der Stuhl? Nicht mehr wie heute: Bewegt er sich, oder nicht?"

Die Innovation und Qualität aus Langenneufnach wird bei den Ausstattern großer Firmen- und Behördenzentralen geschätzt. So stehen diese Stühle inzwischen bei Gazprom in Moskau, bei Eon in Bayern, bei der französischen Nationalversammlung oder im Bundesverteidigungsministerium. Kein Wunder, dass sie immer wieder ins Bild der Fernsehkameras geraten.

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