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Bobingen

28.11.2018

Am Sonntagabend dreht die Stadt den Chlorhahn zu

Ab Sonntag kommt in Bobingen immer weniger Chlor aus dem Wasserhahn. Doch das ist mit einem komplexen Ablauf verbunden.
Bild: Alexander Kaya

Dann müssen Bobinger ihr Leitungswasser zunächst abkochen. Vor Weihnachten soll alles wieder normal laufen.

Der Fahrplan für das Ende des Chlors im Trinkwassernetz der Stadt Bobingen steht fest. Am Dienstagvormittag kontrollierte das Gesundheitsamt die Arbeiten der Stadt an den Brunnen im Stadtwald, ferner an der Aufbereitung und Speicherung von Trinkwasser im Hochbehälter und ebenso am Leitungsnetz. Betonschächte wurden inspiziert, Schutzventile, elektrische Anlagen und gefällte Bäume, die bei einem Sturm auf eine der Brunnenanlagen hätten fallen können. Ebenso diverse Sicherungsmaßnahmen gegen einen Zugriff Unbefugter.

Auch Bäume werden kontrolliert

Das und mehr war Bestandteil eines von den Stadtwerken abgearbeiteten Maßnahmenkatalogs. „Nach menschlichem Ermessen“, so Bürgermeister Müller, soll dies einen erneutem Störfall vorbeugen. Nach zwei Fällen mit Keimbelastung innerhalb von zwei Jahren solle Schluss sein. Als sicher gilt, dass im vergangenem Juni im Stadtwald Keime durch ein ausgetrocknetes Erdreich und eine undichte Betonstelle in den Brunnen III gelangt waren. Nach jetzigem Kenntinisstand sei nicht auszuschließen, dass dies auch 2017 die Ursache war. Damals war allerdings der Hochbehälter in Verdacht geraten. Der Brunnen III ist seit fünf Monaten außer Betrieb und vom Netz isoliert.

Am heutigen Mittwoch erwarten die Stadtwerke den offiziellen Prüfungsbericht des Gesundheitsamtes. Bereits am Dienstag erfuhren sie, dass es keine Beanstandungen gebe. So geht es dann weiter:

Handzettel: So wie Mitte Juni werden die Stadtwerke mit dunkelorangen Handzetteln alle betroffenen Haushalte im Stadtgebiet, in der Siedlung und in Straßberg über den aktuellen Stand informieren. Die Zettel werden am Donnerstag, Freitag und Samstag ausgetragen.

Frisches Brunnenwasser steht bereit

Abschaltung: Am frühen Sonntagabend wird eines der beiden großen Wasserbecken im Hochbehälter mit frischem, ungechlorten Trinkwasser gefüllt sein. Um 18 Uhr übernimmt es die Einspeisung ins Netz. Zugleich wird der Hahn am Chlorungsapparat zugedreht. Das andere Becken mit gechlortem Wasser sollte bis dahin im Idealfall nahezu leer sein. Zeitgleich klingt der Christkindlmarkt aus, Wasser ist da für Standbetreiber kein Thema mehr.

Abkochphase: Ab Sonntagabend wird die Chlorkonzentration im Wasser abnehmen. In dieser Phase stellt sich die Chemie im Leitungsnetz um. Das neuerlicher Auftreten coliformer Keime ist nicht zu erwarten, sagen Experten. Aufgrund ihrer Erfahrungen sagen sie jedoch eine Zunahme sogenannter koloniebildender Einheiten vorher. Sie gelten als unschädlich, könnten jedoch anfangs vorgegebene Höchstgrenzen überschreiten. Daher verlangt das Gesundheitsamt vorsichtshalber ein Abkochgebot. Trinkwasser soll einmal kräftig aufgekocht und dann abgekühlt werden.

Warten auf den Laborbefund

Wartezeit: Ab Sonntag wird es etwa eine Woche dauern, bis das Chlor restlos aus dem Leitungsnetz gespült und durch neues Brunnenwasser ersetzt ist. Erst danach, also in der übernächsten Woche, machen Kontrolluntersuchungen des Trinkwassers einen Sinn. Zur Aufhebung des Abkochgebots müssen jedoch an drei aufeinenderfolgenden Tagen Proben von drei verschiedenen Entnahmestellen frei von Keimen sein. Und es dauert jeweils zwei Tage bis das Laborergebnis vorliegt. Somit vergeht nochmals mindestens eine Woche, vielleicht eine weitere Woche. Dann stünde Weihnachten vor der Tür. Bevor am Adventskalender das letzte Türchen geöffnet ist, will die Stadt das Kapitel Trinkwasser vorerst abschließen. Die Mordernisierung und Qualitätssicherung der Versorgung soll jedoch 2019 wie geplant fortgesetzt werden.

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