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Verdi erhebt Vorwürfe

18.12.2011

Amazon in Graben: Mitarbeiter warten auf ihr Gehalt

Der Internetversandhandel Amazon hat sein neues Logistikzentrum in Graben bei Schwabmünchen.
Bild: Nina Schleifer

Gewerkschaft verdi erhebt einen schwere Vorwurf gegen das Amazon-Logistikzentrum in Graben.

Die Diskussionen um das Amazon-Logistikzentrum in Graben hören nicht auf. In dieser Woche machte die Gewerkschaft Verdi mit einer Flugblatt-Aktion am Standort auf die ihrer Meinung nach problematischen Arbeitsbedingungen in Graben aufmerksam. Verdi-Vertreter Thomas Gürlebeck erhebt dabei einen schweren Vorwurf: Amazon zahle einigen Mitarbeitern die Löhne nicht ordnungsgemäß aus.

Mit zehn Beschäftigten steht der Gewerkschafter nach eigener Auskunft selbst in Kontakt. Betroffen seien aber mehr. „Ich meine, ein System dahinter zu erkennen“, sagt Gürlebeck.  Während die Stammbelegschaft ihre Gehälter pünktlich erhalte, komme es vor allem bei den Saisonkräften zu Verzögerungen.  Eine Mitarbeiterin habe zehn Wochen auf ihr Gehalt warten müssen, sagt Gürlebeck. Der Verdi-Vertreter schätzt, dass rund 70 Prozent der Saisonkräfte in Graben ihr Geld nicht ordnungsgemäß oder gar nicht bekommen hätten.

"Versehen oder technische Fehler"

Amazon-Sprecherin Christine Höger räumt ein, dass es tatsächlich solche Fälle gegeben habe. Wie viele es sind, konnte sie nicht sagen. „70 Prozent entspricht aber sicher nicht den Tatsachen.“ Die Probleme seien auf „Versehen oder technische Fehler“ zurückzuführen. „Sollte es aus irgendeinem Grund zu Verzögerungen bei der Gehaltszahlung kommen, arbeiten wir unverzüglich daran, dies zu korrigieren“, teilt das Unternehmen weiter mit.

Das Jobcenter, das viele Langzeitarbeitslosen an Amazon vermittelt hat, spricht von „Einzelfällen“, in denen es bei den Klienten wegen des Gehalts Probleme gegen habe. Beim Arbeitsgericht in Augsburg sind derzeit zwei Klagen gegen das Unternehmen anhängig, wie Direktor Manfred Iranyi erklärte. Nach Informationen unserer Zeitung geht es dabei in mindestens einem Fall um einen Zahlungsverzug. Die Politik, die sich für die Ansiedlung von Amazon stark gemacht hatte, hält sich mit Aussagen zurück. „Die Sorgen und Probleme werden ernst genommen“, sagt Augsburgs Landrat Martin Sailer. Er gab aber zu bedenken, dass Amazon eine der größten Ansiedlungen in der Region sei und dass es daher „an der einen oder anderen Stelle nicht von Anfang an rund läuft“. Verdi hat die Amazon-Beschäftigten für Mittwoch zu einer Informationsveranstaltung nach Augsburg eingeladen. Langfristiges Ziel ist laut Gürlebeck die Gründung eines Betriebsrats.

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