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Königsbrunn

10.12.2015

Asyl: Fertighäuser statt Schulturnhallen

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2 Bilder
Die Fertighäuser der sozialen Wohnanlage „Neuhauswiese“ sind um einen freien Platz herum platziert.
Bild: Claudia Deeney

In acht großen Holzhäusern sollen künftig in Königsbrunn rund 120 Flüchtlinge wohnen. Doch die Stadt denkt auch über die aktuelle Krise hinaus.

Maria und Josef sind als Flüchtlinge bei ihrer Suche nach einer Herberge vor rund 2015 Jahren, in einem Stall untergekommen. Günther Riebel, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung (GWG) wählte bewusst dieses weihnachtliche Thema für seine Begrüßungsrede zur Übergabe der neuen Anlage „Gemeinschaftliches Wohnen Neuhauswiese“ an der Landsberger Straße. Hier sollen in den nächsten Wochen rund 120 Flüchtlinge in acht zweigeschossigen Fertighäusern unterkommen.

Flüchtlinge die in der heutigen Zeit in Deutschland und in unserer Region ankommen und eine Bleibe brauchen, landen unter Umständen in Schulturnhallen. Das so etwas in der Brunnenstadt passiert, möchte er unbedingt verhindern, sagte Bürgermeister Franz Feigl. Nicht nur, weil dann Schüler und Vereine dort keinen Sport mehr ausüben könnten, sondern auch, weil er sich lebhaft vorstellen kann, wie belastend eine solche Situation für Asylbewerber wäre. „Malen Sie sich aus, was passiert, wenn ein Baby nachts in einer voll belegten Turnhalle weint“, sagte Feigl unserer Zeitung.

In seiner kurzen Ansprache hatte er allen Beteiligten gedankt für die schnelle Errichtung der Anlage. Damit wurde ein wichtiger Beitrag geleistet, damit die Brunnenstadt ihr „Soll an Aufnahmen“ zum Jahresende erreichen wird. Auch den zahlreich erschienen Stadträten dankte Feigl für die Einigkeit im Rat bei diesem Thema.

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Riebel, der auch die Partner des Projekts vorstellte, freute sich, dass so viele interessierte Königsbrunner Bürger und direkte Nachbarn gekommen waren, um die neue Sozialeinrichtung zu besichtigen. „Die GWG hat dieses Jahr zwei Asylbewerberunterkünfte für insgesamt 180 Personen geplant, projektiert und errichtet“, sagte Riebel, „und darauf sind wir auch ein bisschen stolz“.

Er erläuterte, wie die Stadt Königsbrunn das Thema angegangen sei. Wirklich billig könne man Unterkünfte nie herstellen, da bestimmte Standards und Normen eingehalten werden müssen. Die Stadt habe sich entschieden, langfristig zu planen und die Gebäude so zu konzipieren, dass diese, wenn die Zahl der Flüchtlinge im Land abnehme, auch als Wohnraum für sozial schwächere Bürger zur Verfügung gestellt werden können. „Wir bauen nicht die Renaissance der Barracke, sondern guten, sicheren und bezahlbaren Wohnraum für Generationen“, stellte Riebel findet.

Die GWG wird bis 2018 auch 120 Sozialwohnungen bauen

Ex-Stadtrat Erich Richter findet dieses Konzept gut,so wie auch die Unterkünfte selbst. Er sorge sich aber um die sozial schwächeren Bürgern, sagte er unserer Zeitung, die brauchen seiner Meinung nach jetzt bezahlbare Wohnungen und nicht erst in zehn bis 15 Jahren. Auf Anfrage erklärte Riebel, dass der Aufsichtsrat der GWG bereits beschlossen habe, in den nächsten drei Jahren insgesamt 120 neue Sozialwohnungen zu bauen. Der Stadtrat hat bereits grünes Licht gegeben.

Auch Optiker Michael Griesbauer schaute vorbei und war angenehm überrascht darüber, wie schön das „Dorf in der Stadt“ geworden sei. Der Wohnraum war den Kindern der Besucher sichtlich egal, sie spielten trotz Regen fröhlich auf dem Spielplatz. Dort werden sich schon bald Kinder tummeln, die aus ihrer Heimat flüchten mussten.

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