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Landkreis Augsburg

27.01.2020

Auch das Augsburger Land ist auf das Coronavirus vorbereitet

In China, wo die Lungenkrankheit schätzungsweise bereits 80 Menschenleben forderte, reagieren die Behörden drastisch und riegeln ganze Städte ab.
Foto: Peng Zhaozhi, dpa

Wo Mediziner eine konkrete Gefahr sehen, was in der Uniklinik Augsburg passiert und welche Folgen eine Pandemie im Kreis haben könnte. Es wäre nicht die erste.

Die Zahl der bestätigten Fälle von Menschen mit dem neuartigen Coronavirus nimmt weiter zu. In China, wo die Lungenkrankheit schätzungsweise bereits 80 Menschenleben forderte, reagieren die Behörden drastisch und riegeln ganze Städte ab. Was ist, wenn das gefährliche Coronavirus in den Landkreis gelangt? Und was ist der Unterschied zu einer Grippe?

Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Denn: Die Symptome mit Fieber, Husten und Atemnot können sich laut Medizinern ähneln. Experten befürchten, dass die erfahrungsgemäß im Februar anrollende Influenza-Welle sogar gefährlicher ist als das Coronavirus. Das bestätigt Andreas Zapf vom Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Es sei derzeit wahrscheinlicher, sich mit Influenza-Viren anzustecken. Den letzten Aufschluss, ob es sich um eine Influenza oder das Coronavirus handelt, könne laut Gesundheitsamt einzig eine Laboruntersuchung bringen.

Coronavirus: Patienten mit unklaren Symptomen werden isoliert

Übertragen wird das neuartige Coronavirus vermutlich per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Kommt ein Patient mit verdächtigen Symptomen, einem unklaren Husten etwa, über die Notaufnahme in die Augsburger Uniklinik, dann wird er sofort isoliert. Zur weiteren Behandlung wird er auf die Infektionsstation verlegt. „Als Maximalversorger und Notfallkrankenhaus sind wir natürlich auf Situationen wie momentan im Hinblick auf den Coronavirus vorbereitet“, teilt Uniklinik-Sprecherin Ines Lehmann auf Anfrage mit. „Zumal solche Endemien ja auch nicht das erste Mal grassieren, denken Sie zum Beispiel an SARS (Schweres akutes respiratorisches Syndrom) 2002/2003 in China.“

Kommt es tatsächlich zur Pandemie, also einer länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit beim Menschen, dann kann der Landkreis auf einen Pandemieplan zurückgreifen. Darin sind „Kommunikationsstrukturen“ zum Beispiel zu Krankenhäusern, Ärzteschaft, Apotheken, Medien und der Bevölkerung festgelegt. Nach Auskunft des Landratsamts behandelt das Notfallpapier Themen wie Symptomatik, Diagnostik, Quarantäne- und Hygienemaßnahmen, Impfmanagement – letzteres sei beim neuen Coronavirus aber nicht möglich.

Schwabmünchner Schüler wurden früher in die Ferien geschickt

Je nach Ausmaß einer Pandemie sei die Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen oder Betrieben möglich. Örtlich beschränkt war eine ungewöhnliche Häufung von meldepflichtigen Erkrankungen im vergangenen Jahr in Schwabmünchen. An der Leonhard-Wagner-Mittelschule hatten 77 von rund 450 Schülern Symptome von Husten und Kratzen im Hals bis zu Körpertemperaturen jenseits der 39 Grad. Auch das Lehrerkollegium war ausgedünnt – 15 Erwachsene hatten sich krank gemeldet. Die Folge: Alle Schüler wurden früher in die Faschingsferien geschickt. Die Schule wurde nach Absprache zwischen der Schulleitung, dem Staatlichen Schulamt sowie dem Gesundheitsamt für zwei Tage geschlossen.

Auch das Bruder-Klaus-Heim hatte es vor Jahren erwischt: Ende 2010 musste die Bildungsstätte der Diözese Augsburg für sieben Wochen geschlossen werden, nachdem sich zahlreiche Schüler mit dem ansteckenden Norovirus infiziert hatten.

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