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Bobingen

14.04.2019

Auch die Kirche nutzt die Kraft der Düfte

Alte Schulfreunde sind Pfarrer i.R. Franz Schmid und Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt (rechts), der in Bobingen erklärte, wie auch die Kirche den Geruchssinn nutzt.
Bild: Anja Fischer

Ein Forscher verrät, wie wichtig der Geruch ist. Nach Bobingen brachte ihn jedoch eine Freundschaft.

Dufte finden viele Menschen die Vorträge und Publikationen von Prof. Hanns Hatt. Sein Ruf, informativ und unterhaltsam die Welt und die Macht der Düfte zu erklären, eilte ihm auch in Bobingen voraus, wo sein jüngster Vortrag den Laurentius-Saal mit Interessenten füllte.

Sein Vortrag gab Einblicke in die Verkaufspolitik verschiedener Firmen, bei denen viele Produkte und Ladengeschäfte beduftet werden, um die Verkaufszahlen zu verbessern. Duftmarketing werde immer mehr, sagt Hatt und fügt verschmitzt an: „Die erste Organisation, die Düfte gezielt einsetzte, war die katholische Kirche. Der Weihrauchduft ist wohl der älteste Duft, der mit einem bestimmten Produkt in Verbindung gebracht wird.“ Nicht nur unsere Nase reagiert auf Düfte, auch die Haut und andere Organe können Düfte aufnehmen, habe die Forschung herausgefunden. Auch beim Geschmack zähle die Nase, die Zunge kann nur süß, salzig, bitter und sauer unterscheiden. Die Vielfalt an Gewürzen und Geschmäckern erfahren wir durch die Nase, sagt Hatt.

Dabei könnten Düfte durchaus gefährlich sein, wie er mitteilte: „Manche Düfte können den Herzschlag verlangsamen, andere können so stark sein, dass unser Körper mit Atemstillstand reagiert“, machte er deutlich.

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Orangenduft soll im Schlafzimmer für besseren Schlaf sorgen

Spannend fanden es die Besucher, dass Orangenduft im Schlafzimmer für besseren Schlaf sorgen kann, Lavendel in starker Konzentration besser als Valium wirkt und eine Mischung aus Lavendel, Zitrone und Rose an Schulen für besseres Lernen und weniger Aggression erfolgreich getestet wurde.

Eine Lanze für den Geruch, das bewusste Riechen und Schnuppern brach Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt und ermutigte alle, den eigenen Riechsinn immer wieder zu trainieren. Das rege besonders viele Gehirnareale an und sorge auch dafür, dass Geruchssinn und Gehirn im Alter fit bleiben. Düfte können unser Wohlbefinden vehement steigern und würden seit einiger Zeit auch bei verschiedenen Krankheiten immer mehr als Therapien eingesetzt, berichtete er.

Sehr interessant fanden die Besucher den Vortrag und fragten am Ende noch lange nach. Inge Frohn etwa sagt begeistert: „Wir waren richtige Studenten. Der Vortrag war sehr umfangreich und überhaupt nicht langweilig.“ Sie möge selbst Düfte, vor allem Zitrusdüfte. Eine Zitrone lasse sie nach dem Aufschneiden immer noch liegen, um den Duft zu riechen, erzählt Frohn. „Jetzt werde ich das noch viel bewusster machen.“ Über dieses Echo freute sich auch Franz Schmid, Pfarrer im Ruhestand. Er hatte gemeinsam mit der Pfarrei St. Felizitas den Duft-Wissenschaftler eingeladen. Schulkameraden aus ihrem Geburtsort in Illertissen seien die beiden nämlich, erzählte Pfarrer Schmid und zeigte auf einigen Bildern, wie klein auch ein Pfarrer und ein Professor einst angefangen haben. Schon früh hatte sich Hanns Hatt für die Natur und Naturwissenschaften interessiert und wie er selbst zugab, schon immer gerne verschiedene Düfte gerochen.

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