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Licht-Bild-Wort-Projekt

21.01.2015

Auch mit Lyrik kann man einen ganzen Saal füllen

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2 Bilder
Unter dem Titel „Viel gibt’s auf der Welt“ zeigte der Schwabmünchner Künstler Lothar Zull (links) seine Fotografien und Videos, Albert Schmid (rechts) las Gedichte des walisischen Schriftstellers Dylan Thomas. Für den guten Ton sorgte Falko Uhrig (Mitte).

Lothar Zull verbindet im Kunsthaus Gedichte mit Bildern

„Viel gibt’s auf der Welt“, unter diesem Titel eines Gedichts von Dylan Thomas präsentierte der Fotograf Lothar Zull jetzt ein sogenanntes „Licht-Bild-Wort-Projekt“ im Kunsthaus in Schwabmünchen. Neben Fotos und Videos des Schwabmünchner Künstlers standen Gedichte des Walisers Dylan Thomas (1914 bis 1953), gelesen von Albert Schmid, im Rampenlicht.

„Ich bin verblüfft, dass man mit Lyrik Säle füllen kann“, sagte Albert Schmid, über 30 Jahre lang Inhaber der gleichnamigen Buchhandlung in Schwabmünchen. Doch weniger die Werke des Dichters Thomas als die Strahlkraft des Lothar Zull, so mutmaßte Schmid, lockten die gut 100 Besucher in das Kunsthaus, das seit Sommer 2014 die Heimat des Kunstvereins Schwabmünchen ist.

Der Abend begann mit Thomas’ bekanntestem Gedicht „Do Not Go Gentle into That Good Night“ („Geh nicht gelassen in die gute Nacht“), vom Schriftsteller selbst gesprochen. Dylan Thomas, der in einem Fischerdorf in Wales lebte, schrieb Gedichte, Essays, Drehbücher und ein Hörspiel.

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Er liebte das Spiel mit den Worten und eine sehr bildhafte Sprache, was seine Werke nicht so einfach ergründen lässt. Er liebte aber auch den Alkohol, deshalb die Flasche Whiskey auf Schmids Tisch. „Ich habe versucht, eine Verbindung zwischen den Gedichten und meinen Bildern herzustellen“, sagte Zull. Entstanden war ein Wechsel aus gelesener Lyrik und Videos und Bildern, projiziert auf eine Leinwand. Eine wichtige Rolle spielte die Musik, die die Projektionen abrundete: Mal verstärkte sie harmonisch den optischen Eindruck. Mal ließ sie das Gesehene aber auch in einem humorvollen, ironischen Licht erscheinen, wie Technomusik zum Dirigat eines Blasorchesters oder das Trinklied aus Verdis „La Traviata“ als Untermalung einer peniblen Autoreinigung.

„Die Vielfalt der Menschheit steht im Mittelpunkt. Ich will einfach zeigen, wie sich die Menschen ausdrücken und darstellen“, erläuterte Zull seine Intention. So folgten dem Gedicht „Seit eines stillen Nachts“ in schneller Folge Bilder, auf denen der Fotograf die unterschiedlichsten Menschen mit ihren Handys eingefangen hatte. Menschen, bunt, kurios, originell, zeigten die Fotos vom Pride Festival im walisischen Cardiff.

Eine andere Bilderserie zeigte Menschen mit Freunden und Familie, in der Freizeit und im Beruf.

Etwas aus der Reihe fielen Nahaufnahmen von Mauern, Strukturen, Details – schöne fotografische Impressionen des kleinen Dorfes Portmeirion in Wales. Nach der einstündigen Darbietung nutzten viele Besucher bei einem Glas Wein noch die Gelegenheit, sich mit Lothar Zull und Albert Schmid sowie untereinander auszutauschen. Prima war die Idee, im Saal Plakate mit den vorgetragenen Gedichten und einigen dazupassenden Bildern aufzuhängen.

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