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08.07.2010

Auf Fuggers Fährten durch die Südsee

Der Weg der Handelsschiffe, die auch die Fugger mitfinanziert hatten, in den Südpazifik, führte diese Grafik vor Augen. Foto: Andrea Collisi
Bild: Andrea Collisi

Königsbrunn In seinem zweiten Vortrag über die Reise zu den polynesischen Inseln mit seinem Forschungsschiff Mercator berichtete der Königsbrunner Sozialwissenschaftler Dr. Wolfgang Knabe vor allem von den Spuren der Handelsschiffe, die 1525 - auch unter der Beteiligung des Augsburger Handelshauses Fugger - zu einer Handelsexpedition in die Südsee gestartet waren.

Gewürzhandel war zu dieser Zeit rentabel

Zu dieser Zeit war Augsburg ein Zentrum des Welthandels. Durch die Handelshäuser der Welser und Fugger waren sie auch an Handelsflotten des spanischen oder portugiesischen Hofes beteiligt, berichtete Knabe bei dem Vortrag im voll besetzten Mercateum.

Fugger habe sich damals das Monopol im europäischen Silberabbau gesichert, daneben aber bereits früh erkannt, dass bei Erkundungsfahrten zu den sogenannten Gewürzinseln ein rentables Geschäft zu machen wäre. Darum unterstützte er auch den portugiesischen Seefahrer Ferdinand Magellan auf seinen Reisen und erzielte dabei einige Gewinne. Fuggers Interesse war geweckt, er überzeugte auch König Karl V., eine weitere Handelsexpedition zu genehmigen.

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450 Mann aus elf Ländern brachen auf

Auch mehrere Augsburger Handelshäuser beteiligten sich an der Finanzierung. Im Jahre 1525 brach darum erneut eine Schiffsflotte mit sieben Schiffen und 450 Mann Besatzung, zusammengewürfelt aus elf europäischen Ländern, in Richtung Südsee auf. Doch sie scheiterten - einige Schiffe schon am stürmischen Kap Horn vor Feuerland, die Letzten in der Südsee.

Ein Zyklon - der Erste von Europäern beschriebene - traf sie nordöstlich der Tuamoto Inseln. Es gab nur drei Überlebende. So erging es noch vielen Expeditionen in den nachfolgenden Jahrhunderten, merkte Knabe an.

Und Schiffsbrüchige die sich an Land retten konnten, wurden von den Bewohnern der Inseln eingefangen, umgebracht und aufgegessen. Wolfgang Knabe berichtete, wie ihm Nachkommen der Ureinwohner dies freimütig lachend und ohne jegliche Scheu erzählen: "Und das ist für einen Europäer doch schwer nachzuvollziehen."

Im Gegensatz dazu erlebte Knabe bei seinen drei Forschungsreisen überaus herzliche Gastfreundschaft. Neben den obligatorischen Begrüßungstänzen und Blumenketten wurde für die unerwarteten Besucher in kürzester Zeit eine Unmenge von Essen zubereitet, erzählte der weit gereiste Wissenschaftler, und auch wenn die Verständigung meist schwierig war, so feierte man zusammen die ganze Nacht.

Reise in die Gewässer ist noch heute gefährlich

Dass eine Reise in diesen Gewässern aber auch heute immer noch gefährlich ist, mussten Knabe und seine Mannschaft selbst erfahren. Nur mit Glück und durch Unterstützung der Insulaner konnte er sein Schiff, die "Mercator" aus Windstärke zehn retten, während zur gleichen Zeit eine holländische wie eine amerikanische Segeljacht in den Wogen untergingen.

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