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11.12.2010

Auf den Spuren des römischen Lebensstils

In der neuen Broschüre des Arbeitskreises sind auch diese Fibeln vom Fürsaumfeld abgebildet. Foto: Heimatverein
Bild: Heimatverein

Landkreis Augsburg Ein besonderes Geburtstagsgeschenk überreichte der Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte des Heimatvereins für den Landkreis seinem langjährigen Mitglied Jörg Klinger: einen Sonderband über die Ausgrabungen der römischen Siedlungsstelle am Trentelberg und auf dem Fürsaumfeld bei Gablingen. Das Werk widmeten sie dem Schatzmeister, der sich seit 1975 für den Verein engagiert, zu seinem 70. Geburtstag.

Dankende Worte sprach auch Kreisheimatpfleger Prof. Dr. Walter Pötzl bei der Präsentation im Exerzitienhaus in Leitershofen. Dr. Sebastian Gairhos von der Augsburger Stadtarchäologie riss in seinem Vortrag die weitläufige Geschichte der römischen Besiedelung in der nahen Umgebung der Stadt Augsburg an. Unter dem Motto "Bauern und Großgrundbesitzer - die römische Besiedlung um Augsburg" referierte er vor den rund 40 Gästen der Buchvorstellung.

Einen Schwerpunkt setzte Gairhos beim Besiedlungsmuster im Umkreis der schwäbischen Metropole. "Dort zeigt sich, dass speziell in der Nähe von Augsburg kaum die Form ,villa rustica' (einfaches Bauernhaus) zu finden ist."

Selbst in der Ferne nicht auf den Lebensstandard verzichtet

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An der Limesgrenze im heutigen Donau-Ries-Landkreis habe man diesen Häusertyp hundertfach entdeckt. Die Augsburger Gegend sei hingegen bekannt für palastartige Anlagen, die wohl repräsentativen Zwecken dienten. Auf Basis der Ausgrabungen, die seit den 70er Jahren im Landkreis durchgeführt werden, lasse sich nun ebenso nachvollziehen, dass die Römer selbst in der Ferne auf ihren Lebensstandard nicht verzichten wollten.

"Die gefundenen Amphoren für Wein und Olivenöl aus dem Mittelmeerraum und von Rhodos zeigen, dass die Römer sehr nah an den Handelsströmen angeschlossen waren", sagte der Experte. Selbst Sigillataschalen (hochwertiges römisches Tafelgeschirr mit Manufaktursiegel) mit Austernresten seien gefunden worden.

Gisela Mahnkopf stellte den Sonderband vor, der auf die Arbeit von Gudrun Schmid - einem langjährigen Mitglied des Arbeitskreises für Vor- und Frühgeschichte - zurückgeht.

Die Ausgrabungen seien eine mühselige Spurensicherung gewesen, die lange Zeit nicht publiziert worden sei. "Wir sind nun froh, dass Gudrun Schmid diesen Katalog erstellt hat."

Denn nun bestehe die Möglichkeit, Vergleiche mit Fundstücken anderer Ausgrabungsstätten zu ziehen. Davon verspricht sich Gisela Mahnkopf, dass eventuell durch eine ähnliche Entdeckung in einer anderen Ausgrabungsstätte geschichtliche Lücken geschlossen werden können. (sehr-)

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